Deutsche Premieren Die Mutmacher

06.11.2009

Ob Audi, BMW, Opel, Porsche oder VW – Deutschlands Automobilhersteller forcieren die Modelloffensive. Fast 50 spannende Neuheiten sind in Sichtweite

Der Druck ist groß, aber die deutschen Autohersteller geben in der Krise kräftig Gas. Überall werden wichtige Zukunftsautos forciert oder vorgezogen, unrentable Projekte fliegen über Bord – oder werden erst mal verschoben. Wir zeigen Ihnen 50 neue Modelle, die bis 2014 zu den Händlern rollen.

Audi: A1-Familie und ein Elektro-Sportler
Den Ingolstädtern geht die Puste nicht aus. Für Vorstandschef Rupert Stadler ist klar, „dass wir besser als die Wettbewerber durch die Krise steuern“. Im AUTO ZEITUNG-Gespräch erklärt er das Produktfeuerwerk: vom Elektroauto bis zum Flaggschiff A8. Gutes Stichwort. „Die sportlichste Luxuslimousine“ (Stadler) hat im November ihre Weltpremiere, Verkaufsstart ist im April 2010. Neu an Bord ist ein V6-Kompressormotor mit bis zu 250 PS, und der W12 erhält Benzindirekteinspritzung.

Noch 2009, am 18. September, startet der A5 Sportback, schneidiger Bruder des Coupés, mit vier Türen, Heckklappe und variabler Rückbank – Audi verspricht „Kopf-  und Beinfreiheit wie im A4“. Einstiegspreis: 36 050 Euro für den 2.0 TDI mit 170 PS. Im nächsten Jahr folgt noch ein preisgünstigeres 1,8-Liter-Benziner-Basismodell mit 180 PS.

2010 kommt auch das erste Modell der neuen A1-Familie, „die junge Kunden erobern soll“ (Stadler) und die Technik des VW Polo nutzt. Den Anfang macht im Sommer der Dreitürer für rund 15 000 Euro, ein halbes Jahr später folgt der Fünftürer. Neben dem Offroad-Ableger Q1 ist auch, typisch Audi, ein scharfer S-Sportler geplant – eventuell als 1,4 Liter TFSI mit fast 200 Kompressor-Turbo-PS. Im Frühjahr 2010 ist dann das Überflieger-Coupé RS 5 zu haben: 4,2-Liter-V8-FSI, bis zu 470 PS. Diesen Motor erhalten auch die neuen RS 4 (Frühjahr 2011).

Auch im Frühling 2010, nämlich im April, startet der R8 Supersportler als Roadster mit Stoffverdeck in gleich zwei Versionen: als 4,2-Liter-V8 mit 420 PS und als V10 mit 525 PS. Der R8 V12 TDI (Audi-Studie „Le Mans“) ist aus Kostengründen übrigens endgültig gestrichen – für den gewaltigen Motor hätte die Karosserie umgebaut und ein spezielles Getriebe entwickelt werden müssen.

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Im Herbst 2011 rollt schließlich die neue A3-Generation an (siehe Heft 14/2009), den Anfang macht der Dreitürer. Im Frühjahr 2012 folgt der beliebte fünftürige Sportback und zum Jahresende erstmals ein viertüriges Stufenheckmodell. Die Krönung der A3-Reihe: Für 2013 ist der rund 270 PS starke Sportler S3 terminiert.

Ebenfalls 2011 startet Audis neues Kompakt-SUV Q3. Erst als Allradler mit Haldexkupplung aus dem VW-Baukasten, später auch mit Frontantrieb, inklusive neuer Motoren von 105 PS (1.2-Liter-TFSI) bis 270 PS (Zweiliter-Turbo).

Noch zwei für 2011: Im Anmarsch sind der neue A6 (Limousine und Avant) und der viertürige Coupé-Ableger A7 Sportback mit riesiger Heckklappe plus 500 Liter Ladevolumen. 2012 rollt dann die Invasion der Kleinen, wobei hier noch Vorstandsentscheidungen ausstehen. Die aktuelle Planung: Zur Jahresmitte kommt der Luxus-Stadtmini auf Basis des VW Lupo-Nachfolgers (2011), und Ende 2012 könnte schon der neue Audi A2 starten: etwa 3,85 Meter lang, wieder Van-ähnlich hoch (1,50 Meter) und mit einem voll variablen Sitzkonzept.

Dann wäre da noch die auch für 2012 avisierte edle Audi-Version des VW-Konzern-Mittelmotorkonzepts Bluesport (Heft 13/2009), über die der Chef nachdenkt: „konzeptionell interessant“. Aber man müsse erst durchrechnen, ob dieser Roadster ein wirtschaftlicher Erfolg werden könne. Plaziert unterhalb der TT-Reihe, mit Stoffdach und Motoren von 125 bis 250 PS. Beschlossen für 2012 ist hingegen schon ein Nachfolger des großen SUV Q7 – flacher, schlanker und auch mit Benzin-Hybridantrieb.

BMW: Neue „Project i“-Ideen und Z2-Roadster
Die Münchner forcieren in der bis 2020 terminierten „Strategie Number ONE“ ihre Zukunftsthemen. Speziell das „project i“, das uns ganz neue, ökologisch vorbildliche Kleinwagen bringt – vielleicht sogar unter einer neuen Marke.

BMW-Chef Norbert Reithofer: „Unser Megacity-Vehicle bildet den Auftakt für eine ganze Familie emissionsarmer Fahrzeuge.“ Den Anfang macht 2012 ein leichter, dreitüriger, etwa 3,80 Meter langer Viersitzer mit Frontantrieb. Motoren: aufgeladene 1,2-Liter-Benziner ab 75 PS, nach 2013 folgen Elektromodelle. Und in der nächsten „i“-Welle (ab 2014) könnten, so hört man, dreirädrige Modelle folgen, zum Beispiel eine moderner, dreisitziger Nachfolger der legendären Isetta (1955 bis 1962).Vorher gibt es noch andere News. So starten am 24. Oktober das neue Kompakt-SUV X1 und das neue Schrägheckmodell 5er GT (Ausgabe 12/2009). Der GT kommt mit großer Heckklappe, bis zu 1700 Liter Ladevolumen und erhöhter Sitzposition. Motoren mit 245 (Diesel), 306 und 407 PS, Preise ab etwa 52.000 Euro.

Im nächsten Jahr rollt schon die neue 5er Generation an – im Mai die Limousine, im Oktober der Touring. Mehr Eleganz, viel Luxus vom 7er, ein neuer 306-PS-Biturbodiesel und Hybridversionen. Auch das neue X3-SUV kommt 2010: breiter, flacher und länger als bisher. Unterdessen ist das Projekt eines X4 gestorben, weil das SUV-Coupé unterhalb des X6 doch nicht die Gewinnziele erreicht.

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Dagegen konkretisiert sich fürs Frühjahr 2013 der Z2 Stoffdach-Roadster, der unter dem preis- und leistungsmäßig nach oben abgedrifteten Z4 rangieren würde. Der kleine Hecktriebler (120 bis 215 PS), ab 25 000 Euro teuer, basiert auf der Modultechnik der neuen 1er-Reihe, die bereits im Oktober 2011 startet – zuerst der Fünftürer. Anfang 2012 folgt der elegante  Dreitürer, noch im gleichen Jahr 1er Coupé und Cabrio. Highlight ist hier ein neuer 1,6-Liter-Benziner mit 105 bis 150 PS (Turbo). Auch eine sportliche M-Version ist geplant – mit Zweiliter-Twinturbo und mindestens 310 PS.

Ende 2011 erscheint dann die neue 3er Reihe. Erst die Limousine, der Touring folgt Frühjahr 2012, das Coupé Anfang 2013 – und frühestens Ende 2013 der 3er GT, kleiner Bruder des 5er GT, den Leser der AUTO ZEITUNG aus dem Heft 10/2009 kennen. Fehlt noch die neue 6er Reihe, die erst 2012 abgelöst wird. Es bleibt beim Stoffdach-Cabrio und einem Coupé (2013).

Obendrauf leckere Neuheiten der Konzernmarke Mini: im Spätsommer 2010 startet der Offroader („Sports Activity Vehicle“), der bei Magna Steyr in Österreich gebaut wird, 2011 folgt ein Mini Roadster, 2012 das zugehörige Coupé.

Ford: C-Max auch in lang, Fusion im SUV-Design
Die Kölner haben eine der jüngsten Modellpaletten auf dem Markt, doch neue frische Ware ist längst in Auftrag gegeben. Auf der IAA debütiert der C-Max-Nachfolger, der erstmals in zwei Radständen offeriert wird. Den Anfang macht das siebensitzige XL-Modell. Im März 2010 folgt der 15 Zentimeter kürzere Fünfsitzer, die Motoren stammen aus dem Focus. Im Frühjahr 2010 kommt der auf dem Fiesta basierende neue Fusion. Er zeigt SUV-Anleihen, hat aber keinen Allradantrieb. Sieben Motorvarianten sind geplant. Benziner: 60 bis 120 PS; Diesel: 75 bis 90 PS. Auf dem Genfer Salon 2010 steht der dynamisch gestylte Focus III – dank neuer Benzin-Direkteinspritzer mit variabler Ventilsteuerung (EcoBoost) und Turboaufladung ein Spritknauserer. Und in Kürze gibt es den Fiesta 1.4 (96 PS) auch mit Flüssiggasantrieb.

Mercedes: Neue S-Klasse mit Vierzylinderdiesel
Auf der IAA zeigen die Schwaben das T-Modell der neuen E-Klasse. Es soll weiterhin der Platzmeister unter den Kombis bleiben. Im März 2010 folgt die Cabrio-Variante der E-Klasse mit elegant geschnittenem Stoffdach. Danach erfindet sich der Erfinder des Automobils quasi neu: Für 2011 kommen die Nachfolger von A- und B-Klasse, mit quer eingebauten Motoren einer ganz neuen Generation. Geplant sind ein Dreitürer und ein Kompaktvan. Später folgen ein viertüriges Coupé und ein SUV. Auch der neue SLK – erstmals mit Diesel – startet 2011.

Ein Jahr später kommen der CLS Shooting Brake mit großer Heckklappe und die neue S-Klasse. Revolutionär: Der Luxusliner wird grün, denn mit dem auf 250 PS erstarkten, akustisch fein gekapselten vierzylindrigen Superspardiesel OM651 soll die Limousine weniger als 6,5 Liter verbrauchen. Die Sechs- und Achtzylinder-Benziner werden bereits 2010 im aktuellen Modell auf Direkteinspritzung umgestellt. Zudem setzt Daimler künftig auf Turboaufladung. Grundlegend Neues auch bei Smart: Die Abkehr vom sehr speziellen, teuren Heckmotor-Konzept wird geprüft, um den City-Floh zur Modellfamilie ausbauen zu können.

Opel: Pfiffiger Meriva und neues Citymodell
Anfang 2010 kommt der neue Meriva. Er basiert auf dem Corsa, bietet aber 15 Zentimeter mehr Radstand. Pfiffig sind die hinten angeschlagenen Hintertüren, die Motoren decken ein Spektrum von 75 bis 192 PS ab. Ein Jahr später folgt mit dem Astra GTC eine lupenreine Coupé-Version der ab Herbst erhältlichen Schrägheck-limousine. Die GTC-Benziner: 1.4 Turbo (140 PS), 1.6 Turbo (170 /200 PS), 2.0 Turbo (250 PS). Der Turbodiesel: 2.0 CDTI (160 PS).

Nicht vor 2011 wird Opels erstes Klein-SUV startklar sein. Der auf dem Corsa (Gamma-Plattform) basierende Kraxler soll im Werk Antwerpen gebaut werden. Auf das Frühjahr 2012 terminiert ist die dritte Generation des Zafira. Bis auf den Fahrersitz lassen sich alle Sitze flach wegklappen. Je vier Benziner und Diesel decken eine Leistungsspanne von 95 bis 180 PS ab. Und auf mindestens 150000 Exemplare pro Jahr ausgelegt ist ein neuer, für 2012 geplanter Stadtflitzer, der den Agila ersetzt. Dieser 3,50 Meter kurze Opel City basiert auf der nächsten Generation des Chevrolet Matiz. 

Porsche: Der neue 911 startet im Herbst 2011
Porsche arbeitet mit Volldampf am neuen 911. Der Nachfolger hat auf der IAA 2011 Premiere: kurviger und taillierter, zwei Zentimeter flacher, einen Tick breiter. Die Länge (4,44 Meter) ändert sich nicht, die Direkteinspritzer-Sechszylinder-Boxer erhalten mehr Power, der Verbrauch sinkt. Auf Eis gelegt ist die Vollhybrid-Version: Die Batteriehersteller können nicht vor 2013/2014 leichte und speicherstarke Systeme liefern. Deshalb plant Porsche gleich einen Elektro-Sportler. Bereits 2012 startet der neue Boxster, ein Jahr später folgt der Cayman-Nachfolger.

Das neue SUV Cayenne kommt, deutlich erschlankt und dynamischer, viel früher – Porsche verkauft ihn ab Mai 2010. Für die Benzin-Hybridversion nutzt der Cayenne übrigens Audis Kompressor-V6 mit 333 PS. Der V6-Diesel bleibt im Programm, seine Leistung wird sich leicht erhöhen. Ein V8-Diesel ist nicht geplant. Was aktuelles: Der geliftete 911 Turbo auf Basis des derzeitigen Modells steht im September auf der IAA. Verkauft wird er ab Oktober – mit Benzindirekteinspritzung, rund 500 PS (bisher 480) und noch dynamischerem Fahrwerk.

VW: Der neue Roadster könnte 2011 erscheinen
Viele Neuheiten auf allen Etagen: „Wir spielen auf Angriff“, sagt VW-Chef Martin Winterkorn – er sieht allein bis Ende 2010 rund 20 neue Modelle. Einige Knüller starten noch in diesem Jahr. Zum Beispiel im September der neue Golf Variant. Oder der dreitürige, sportlichere Polo, den VW auf der IAA zeigt – Verkauf ab Oktober. Oder der wilde Scirocco R mit 265 Vierzylinder-Turbo-PS für 34 000 Euro, der in 6,5 Sekunden auf Hundert ist und uns vor Weihnachten beglückt. Auch der scharfe Golf R – endgültige Leistung: 265 PS – kommt noch vor Silvester.

Volles Programm auch 2010: Schon im März startet nun der durchtrainiertere Nachfolger des Big-SUV Touareg, auch mit Benzin-Hybridantrieb. Im Frühjahr 2010 erhält der Phaeton ein Facelift und ein Navi von Google Earth, im Juni rollen der 170 PS starke Polo GTI (1,4-Liter-TSI) und der für leichtes Gelände gerüstete Cross-Polo, zum Jahresende kommt der völlig neue Stufenheckler Jetta.

Neueste Nachricht: Zwischen Sommer und Herbst 2010 drängeln sich  noch drei ganz Wichtige: der neue Kompaktvan Touran, der neue, erstmals mit Schiebetüren versehene Familienvan Sharan und der stark geliftete und in vielen Ausstattungen verfeinerte Passat (Limousine und Variant) – alle drei erhalten das neue VW-Gesicht mit der Grill-Totale a la Golf. Extraknüller: Für den Passat CC kommt 2010 eine Erdgas (CNG)-Version. Und 2011? Erwartet wird der neue Beetle, dazu der Mittelmotor-Roadster BlueSport (Heft 13/09), der nur noch auf das Vorstands-Okay wartet, und der Lupo-Nachfolger, den es erst als Dreizylinder und ein Jahr später auch als Elektrofahrzeug gibt.   Wolfgang Eschment, Stefan Miete

AUTO ZEITUNG

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