VW Passat, Audi A4 und Seat Exeo im Vergleichstest

14.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Ein Konzern, drei Limousinen und ein Ziel: die Mittelklasse-Kunden. Bleibt der neue VW Passat der Platzhirsch im Segment? Audi A4 und Seat Exeo halten dagegen

Mittelklasse ist längst nicht gleich Mittelklasse. Dies belegt der Blick auf die Modellpalette im VW-Konzern. Der VW Passat gilt als das geräumige Allroundtalent und dominierte dieses Segment bisher. Die Premium-Position besetzt der Audi A4 seit Jahren erfolgreich. Und aus dem spanischen Martorell kommt ein alter Bekannter: Der Vorgänger des aktuellen Audi A4 läuft dort optisch leicht verändert als Seat Exeo vom Band und buhlt als Preisschlager um die Kundschaft. Mit der Erneuerung des Wolfsburger Bestsellers stellt sich nun auch die Machtfrage innerhalb der konzerneigenen Mittelklasse neu. Zur Klärung treten die drei Limousinen mit der gleichen Motorisierung an, dem 160 PS starken 1,8-Liter-Vierzylinder- Turbo-Benziner. Das Aggregat ist im Audi und im Seat längs und nur im Passat quer eingebaut.

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Karosserie

Der Spanier ist deutlich enger geschnitten als die beiden deutschen Konkurrenten. Dies macht sich vor allem im Fond bemerkbar, wo es im Audi und vor allem im Passat spürbar geräumiger zugeht. Die A4-Karosserie bietet die beste Übersichtlichkeit. Im Passat beeinträchtigen die nicht versenkbaren Fond-Kopfstützen die Sicht nach hinten. Wenn es aber ums Verreisen geht, hält der VW mit 565 Liter Ladevolumen und 528 Kilogramm Zuladung die üppigsten Transportkapazitäten bereit. Auch bei der Variabilität kann der Wolfsburger mit serienmäßig asymmetrisch geteilter Rückbank und Durchladeeinrichtung sowie einer optionalen klappbaren Beifahrersitzlehne (90 Euro) aufwarten. In der Sicherheitsausstattung hat der neue Passat ebenfalls zugelegt: Ein Spurassistent steht beispielsweise ebenso in der Optionsliste wie der „Dynamic light assist“ (455 Euro), der außerhalb geschlossener Ortschaften ab 65 km/h das Fernlicht aktiviert. Bei Gegenverkehr wird der Lichtkegel so geändert, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Damit können Audi und Seat nicht aufwarten, erfreuen aber mit einer sehr hohen Qualitätsanmutung.

KarosserieMax. PunkteVW Passat 1.8 TSIAudi A4 1.8 TFSISeat Exeo 1.8 TSI
Raumangebot vorn100797975
Raumangebot hinten100797069
Übersichtlichkeit70324133
Bedienung/ Funktion100858585
Kofferraumvolumen100483936
Variabilität100281323
Zuladung/ Anhängelast80382933
Sicherheit1501089894
Qualität/ Verarbeitung200180183183
Kapitelbewertung1000677637631

 

Fahrkomfort

Auf langen Strecken kann der A4 mit besonders gut konturierten Sportsitzen dienen (ab 595 Euro). Hoher Geräuschkomfort und eine serienmäßige Klimaautomatik, auf Wunsch mit Dreizonen-Regelung, sorgen für das Wohlbefinden der Passagiere. Beim VW kostet eine Zweizonen-Klimaautomatik 465 Euro, der bessere Sitzkomfort im Fond und die objektiv niedrigsten Innengeräusche stehen dagegen auf der Habenseite. Auch im Seat lässt es sich angenehm reisen, doch produziert die Karosserie deutlich mehr Windgeräusche. Immerhin bringt auch er eine Zweizonen-Klimaautomatik mit, die für Temperaturänderungen Drucktasten statt der praktischeren Drehregler der Konkurrenz bereithält.

Der Federungskomfort des weich abgestimmten Spaniers ist einerseits durch sensibles Ansprechen und ordentliche Dämpfungsreserven geprägt, andererseits durch zum Teil heftige Karosseriebewegungen. Diese sind beim Passat, der mit aufpreispflichtigem DCC-Fahrwerk (adaptive Dämpfer, 1070 Euro) zum Test rollte, deutlich weniger ausgeprägt. Einzig eine leichte Stuckerneigung und teilweise recht trocken durchgereichte Fahrbahnkanten trüben das Bild. Den Maßstab in dieser Disziplin setzt der A4, dessen Feder-Dämpfer-Elemente noch feinfühliger als die seiner Rivalen ansprechen. Unter voller Beladung verliert der Audi allerdings etwas von seiner Souveränität und neigt schon mal zu heftigen Ausfederbewegungen. Ganz im Gegensatz dazu der Seat, dessen Karosserie an der Zuladungsgrenze deutlich weniger in Bewegung gerät als im unbeladenen Zustand. Vollbeladen wiederum begegnet der Passat schlechten Straßen mit dem besten Federungskomfort.

FahrkomfortMax. PunkteVW Passat 1.8 TSIAudi A4 1.8 TFSISeat Exeo 1.8 TSI
Sitzkomfort vorn150105110100
Sitzkomfort hinten100727068
Ergonomie150121126120
Innengeräusche50413938
Geräuscheindruck100737771
Klimatisierung50364237
Federung leer200138147130
Federung beladen200148140142
Kapitelbewertung1000734751706

 

Motor und Getriebe

Wie die Zeit vergeht! In den 80ern holten die VW-Ingenieure aus einem Saugmotor mit 1,8 Liter Hubraum 90 PS. Diese Ausbaustufe des millionenfach bewährten Aggregats mit dem Werkskürzel EA 827 galt als „unkaputtbar“. Heute sind brave 90-PS-Motoren eher in Klein- und Kompaktwagen zu finden, der aktuelle 1,8-Liter-Benziner des VW-Konzerns (Werkscode EA 888) leistet als Turbo 160 PS – ein Plus von 78 Prozent! Die Leistung liegt bei allen drei Testkandidaten bereits bei moderaten 4500 /min an. Maximal 250 Nm Drehmoment stehen zwischen 1500 und 4500 /min zur Verfügung. Eine Abstimmung, die für den Alltag wie geschaffen ist. Kein Turboloch, ordentlich Druck im Keller und in der Mitte sowie eine anständige Portion Drehfreude – so soll es sein. Wie zu erwarten weichen die Fahrleistungen nicht gravierend voneinander ab. Die Sprintwerte von null auf 100 km/h liegen zwischen 8,7 (Audi und Seat) und 8,6 Sekunden (VW). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 225 km/h bei Audi und Seat, 220 km/h beim VW. Für den Alltag also völlig ausreichend. In allen dreien arbeitet der Motor laufruhig mit einer bei hohen Drehzahlen sportlich-kernigen, aber nicht aufdringlichen Klangnote. Auf der Verbrauchsrunde sticht der Audi mit nur 8,4 Liter Super pro 100 km seine Konkurrenten aus, die beide 9,1 Liter Super konsumieren. Die Sechsgang-Getriebe von Audi und Seat sind gut abgestuft. Doch gehen die Gangwechsel im Exeo nicht ganz so leicht von der Hand wie im A4. Noch besser funktioniert das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (2175 Euro Aufpreis), mit dem der VW zum Test antrat. Schalten ohne Zugkraftunterbrechung und die Wahl zwischen Automatik und Handschaltmodus bringen ihn nach vorn.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Passat 1.8 TSIAudi A4 1.8 TFSISeat Exeo 1.8 TSI
Beschleunigung150112111111
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150687272
Getriebeabstufung100878682
Kraftentfaltung50272727
Laufkultur100656565
Verbrauch325209222209
Reichweite25141414
Kapitelbewertung1000582597580

 

Fahrdynamik

Die Bremsprüfung aus 100 km/h meistern Audi und VW mit Bravour: Der Passat steht nach nur 35,9 Metern (Audi: 36 Meter). Mit warmer Bremse liegt der A4 vorn (34,2 Meter, Passat: 34,3 Meter). Der Seat Exeo benötigt kalt bis zu 2,7 Meter mehr. Auf dem Handling- Parcours wirkt der Exeo zwar recht fahrsicher, kämpft aber zuweilen mit Traktionsproblemen. Die starken Wankbewegungen vor allem in Wechselkurven sowie seine Untersteuertendenz gehen zu Lasten der Fahrpräzision. Da ist der Audi aus ganz anderem Holz geschnitzt: Dass der Motor gegenüber dem Vorgänger statt vor nun über der Vorderachse angeordnet ist, reduziert die Kopflastigkeit. Dadurch wirkt der Ingolstädter agiler und umrundet Kurven zackiger. Ein Eindruck, der durch seine moderaten Lastwechselreaktionen unterstützt wird. Zudem schiebt er an der Reifenhaftgrenze weniger zum Kurvenaußenrand als der Seat. Wer den Stufenheck-Passat bisher für langweilig hielt, muss umdenken. Mit dem DCC-Fahrwerk und der damit verbundenen tiefergelegten Karosserie um zehn Millimeter zeigt der Wolfsburger im Sportmodus ein beachtliches Dynamik-Potenzial. Nahezu frei von Seitenneigung und einem für Fronttriebler hohen Traktionsniveau erreicht er mit seinen 235er-Reifen im 17-Zoll-Format beachtliche Kurvengeschwindigkeiten und bleibt auch im Grenzbereich sehr fahrstabil. Lastwechselreaktionen sind ihm fremd. Seine Lenkung vermittelt ebenso wie die des Audi guten Fahrbahnkontakt. Die Rückmeldung der Seat-Lenkung wird in Kurven etwas von der starken Seitenneigung beeinträchtigt

FahrdynamikMax. PunkteVW Passat 1.8 TSIAudi A4 1.8 TFSISeat Exeo 1.8 TSI
Handling150737567
Slalom100696859
Lenkung100707069
Geradeauslauf50404441
Bremsdosierung30191816
Bremsweg kalt150919065
Bremsweg warm15010710893
Traktion100403836
Fahrsicherheit150130125125
Wendekreis20131013
Kapitelbewertung1000652646584

 

Umwelt und Kosten

Die Bremsprüfung aus 100 km/h meistern Audi und VW mit Bravour: Der Passat steht nach nur 35,9 Metern (Audi: 36 Meter). Mit warmer Bremse liegt der A4 vorn (34,2 Meter, Passat: 34,3 Meter). Der Seat Exeo benötigt kalt bis zu 2,7 Meter mehr. Auf dem Handling- Parcours wirkt der Exeo zwar recht fahrsicher, kämpft aber zuweilen mit Traktionsproblemen. Die starken Wankbewegungen vor allem in Wechselkurven sowie seine Untersteuertendenz gehen zu Lasten der Fahrpräzision. Da ist der Audi aus ganz anderem Holz geschnitzt: Dass der Motor gegenüber dem Vorgänger statt vor nun über der Vorderachse angeordnet ist, reduziert die Kopflastigkeit. Dadurch wirkt der Ingolstädter agiler und umrundet Kurven zackiger. Ein Eindruck, der durch seine moderaten Lastwechselreaktionen unterstützt wird. Zudem schiebt er an der Reifenhaftgrenze weniger zum Kurvenaußenrand als der Seat. Wer den Stufenheck-Passat bisher für langweilig hielt, muss umdenken. Mit dem DCC-Fahrwerk und der damit verbundenen tiefergelegten Karosserie um zehn Millimeter zeigt der Wolfsburger im Sportmodus ein beachtliches Dynamik-Potenzial. Nahezu frei von Seitenneigung und einem für Fronttriebler hohen Traktionsniveau erreicht er mit seinen 235er-Reifen im 17-Zoll-Format beachtliche Kurvengeschwindigkeiten und bleibt auch im Grenzbereich sehr fahrstabil. Lastwechselreaktionen sind ihm fremd. Seine Lenkung vermittelt ebenso wie die des Audi guten Fahrbahnkontakt. Die Rückmeldung der Seat-Lenkung wird in Kurven etwas von der starken Seitenneigung beeinträchtigt

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Passat 1.8 TSIAudi A4 1.8 TFSISeat Exeo 1.8 TSI
Bewerteter Preis675180187212
Wertverlust50182021
Ausstattung25201720
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282828
Werkstattkosten20171616
Steuer10999
Versicherung40323230
Kraftstoff55343634
Emissionswerte25888687
Kapitelbewertung1000426431457

 

Fazit

Mit 25.890 Euro ist der Seat Exeo satte 5510 Euro billiger als der Teuerste des Trios, der VW Passat (31.400 Euro inkl. DSG-Getriebe). Auch der Wertverlust des Wolfsburgers geht kräftig ins Geld: Für vier Jahre und 80.000 Kilometer sind 18.809 Euro fällig. Der Exeo verliert über 2700 Euro, der A4 immer noch mehr als 1800 Euro weniger als der Passat. Die günstigsten Werkstattkosten für Wartung und Verschleißreparaturen des Passat können den Seat-Sieg im Umwelt- / Kosten-Kapitel daher ebenso wenig gefährden wie die gegenüber dem Spanier günstigeren jährlichen Haftpflicht- und Vollkaskoprämien. Hier fährt der VW – wie übrigens auch der Audi – fast 250 Euro günstiger.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Passat 1.8 TSIAudi A4 1.8 TFSISeat Exeo 1.8 TSI
Summe5000307130622958
Platzierung123

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