Der neue Opel Meriva im ersten Fahrbericht Opel Meriva 1.4 ecoFLEX

27.04.2010

Der neue Opel Meriva rollt mit wellenförmiger Schulterlinie, Schmetterlingstüren und sparsamen Motoren an den Start

Eckdaten
PS-kW120 PS (88 kW)
AntriebVorderrad, 5 Gang manuell
0-100 km/h11.5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit188 km/h
Preis17.270,00€

Opel startet mit dem neuen Meriva durch. Im Juni soll die zweite Generation des Kompaktvans an den Start rollen. „Wir haben den Meriva in Sachen Funktionalität, Ergonomie und Wertigkeit konsequent weiterentwickelt“, sagt Projektleiter Klaus Nüchter stolz. Dafür bekam das Auto, das als Wegbereiter für kleine Vans gilt, bewährte Technik der großen Opel-Baureihen mit auf den Weg. Nüchter zählt auf: „Die Achsen stammen vom Zafira, die Sitze vom Insignia und die Mittelkonsole sowie die Instrumentierung vom neuen Astra.“

Das macht das Auto erwachsener. Stattlich steht es auf breiter Spur. Die biedere Außenform im Kastenlook ist einer geschwungenen Karosserie mit wellenförmiger Schulterlinie und sichelartigem Schwung in der Fahrzeugseite gewichen. Im Innenraum ersetzen jetzt hochwertige Materialien und schöne Formen das sachlich-harte Plastik-Interieur. Der neue Neuvorstellung Opel Meriva 2010 wirkt so sehr viel wohnlicher als sein Vorgänger.

Die Karosserie ist um 23 Zentimeter gewachsen. Mit einer Gesamtlänge von 4,29 Metern lässt sich das Auto gerade noch gut durchs Parkhaus-Labyrinth dirigieren. Der Radstand wuchs ebenfalls – ein Plus von 15 Zentimetern. Vorderer und hinterer Überhang sind kurz, die neue elektrohydraulische Servolenkung arbeitet präziser und fühlt sich viel angenehmer an als die bisherige rein elektrisch unterstützte. Die Lenkhilfe gelingt bei Parkmanövern wohldosiert, bei schneller Fahrt überzeugt sie mit angenehmer Direktheit.

Die auffälligste Änderung ist das neue Türkonzept: Die Türen öffnen gegenläufig – wie Scheunentore oder Kirchenportale. Dazu sind die Fondtüren hinten angeschlagen. Opel nennt das System FlexDoors und will damit den Einund Ausstieg erleichtern. Nüchter ergänzt: „So wird das An-und Abschnallen des Nachwuchses zum Kinderspiel.“

Überhaupt soll das Konzept für mehr Komfort sorgen. Wir überprüfen: Statt sich ins Auto zu drehen, kann man den Fond des neuen Meriva fast aufrecht besteigen. Das klappt gut. Nur das Türöffnen von innen bedarf einer Umgewöhnung. Allein mit Ellenbogen oder Schulterdruck lässt sich nichts ausrichten. Hier ist die Kraft des ausgestreckten Arms vonnöten.

ELEKTRONISCH GESICHERT
Eigentlich ist das System ein alter Hut. Viele viertürige Limousinen à la Kapitän bis Kadett waren einst so ausgestattet. Aus Sicherheitsgründen wurde das Konstruktionsprinzip jedoch 1961 verboten. Im Jahr 2003 erwirkte BMW für den Rolls-Royce Phantom eine Ausnahmegenehmigung und setzte im Jahr 2006 eine generelle Zulassung gegenläufig öffnender Türen durch.

Nüchter erklärt: „Jetzt steht uns eine Elektronik zur Verfügung, die die Türen während der Fahrt stets verriegelt hält.“ Wir machen die Probe aufs Exempel: Bereits ab einem Schritttempo von nur vier km/h lassen sich die hinteren Türen nicht mehr öffnen – der Sicherheit zuliebe.

Der Innenraum des neuen Meriva bietet viel Raum. Besonders spürbar ist die gewachsene Breite. Von Tür zu Tür stehen jetzt mit 1,80 Metern 10,6 Zentimeter mehr als bisher zur Verfügung. Durch den gewonnenen Platz sitzen Fahrer und Beifahrer einen Tick weiter entfernt voneinander – das kann durchaus ganz angenehm sein.

Zwischen den Vordersitzen entsteht so Raum für ein zusätzliches Ablagesystem. Im Opel-Vokabular: FlexRail. Hier ist der Name Programm. Auf zwei Alu-Schienen lässt sich eine Mittelkonsole, die als Staubox und Armaufl age dient, verschieben oder ganz herausnehmen. Wer will, kann sie statt des Mittelsitzes im Fond platzieren.

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Die Vordersitze sind passabel ausgeformt, bieten viel Seitenhalt und können gut an die Insassengröße angepasst werden. In der Länge beträgt der Einstellbereich 240 und in der Höhe 65 mm. So lässt sich auch die Rundumsicht für den Fahrer optimieren. Günstig: Die A-Säule fällt etwas schmaler als beim Meriva A aus, und das Heck ist ebenfalls gut überschaubar. Selbst verursachte Parkrempler durch Fehleinschätzungen sollten kein Thema mehr sein.

Opel-Interessenten werden künftig eine weitere Wortschöpfung in den Meriva-Prospekten finden: FlexSpace-Sitzkonzept. Damit ist die Innenraum-Variabilität gemeint. Der neue Meriva lässt sich vom Fünf- in einen Vier-, Drei- oder Zweisitzer verwandeln, ohne dass man die Sitze ausbauen muss.

Das klappt auch ohne lange Erklärungen aus der Bedienungsanleitung gut und intuitiv: Lasche ziehen, dann umlegen. Die beiden Einzelsitze außen sind zudem in der Länge um 19 Zentimeter verschiebbar. Für mehr Schulterfreiheit können sie zusätzlich um fünf Zentimeter seitlich verschoben werden. Und Nüchter macht uns auf noch eine Besonderheit aufmerksam: „Die Fondpassagiere sitzen leicht erhöht.“ Dieser Kino-Trick ermöglicht vor allem Kindern eine bessere Aussicht.

Acht Motoren, Otto und Diesel, stehen künftig im Leistungsbereich von 75 bis 140 PS zur Wahl. Sieben davon sind per Turbo aufgeladen. Bei den Benzinern lösen neue 1,4-Liter-Motoren die 1,6er und 1,8er des Vorgängers ab. Neben einem 100 PS starken Sauger wird es zwei 1.4er mit Turbotechnik und 120 sowie 140 PS geben. Für unsere Testfahrt wählten wir einen solchen Benziner, den 1.4 ecoFLEX mit 120 PS. Bei diesem Vierventiler macht ein Turbolader Druck. Allerdings passiert das ganz sanft, fast unmerklich.

Bei allen Drehzahlen bleibt das Triebwerk angenehm leise und arbeitet kultiviert. Auf Befehle vom Gasfuß reagiert der Vierzylinder unverzüglich und wirkt regelrecht sportlich. Für den Sprint auf Tempo 100 soll der Meriva nur 11,5 Sekunden benötigen, den Verbrauch gibt Opel mit 6,1 l/100 km an. Nach unserer ersten Testrunde registrierte der Bordcomputer einen Durchschnitt von 7,2 l/100 km.

Das Fünfganggetriebe schaltet angenehm leicht. Doch spätestens ab Autobahntempo 160 vermisst man den sechsten Gang. In puncto Fahrverhalten macht sich vor allem die breitere Spur bemerkbar: Die Vorderräder stehen 39 und die Hinterräder 45 mm weiter auseinander als beim Vorgänger. Das reduziert die Seitenneigung in Kurven spürbar. Die Radführung entspricht jetzt übrigens der des Opel Zafira. Damit überzeugt der neue Meriva mit besserem Handling und höherer Fahrstabilität. Holger Ippen

Fazit

Technische Daten
Motor 
Zylinder4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbolader
Hubraum1364
Leistung
kW/PS
1/Min

88/120
4800 - 6000 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
175
1750-4800
Kraftübertragung 
Getriebe5 Gang manuell
AntriebVorderrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbelüftete Scheiben
h: Scheiben
Bereifungv: 205/55 R 16
h: 205/55 R 16
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1360
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)11.5
Höchstgeschwindigkeit (km/h)188
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch6.1l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)143

Tags:
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