Der neue Mercedes SLK: Letzte Abnahmefahrt Mercedes SLK 250

15.03.2011

Die dritte Generation des kleinen Mercedes-Roadsters ist so fahraktiv wie niemals zuvor. Letzte Abnahmefahrt vor der Premiere – ein Exklusivbericht

Eckdaten
PS-kW204 PS (150 kW)
AntriebHinterrad, 7-Stufen-Automatik
0-100 km/h6.6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit243 km/h
Preis44.256,00€

Wer mit Jürgen Weissinger unterwegs ist, sollte vollgasfest sein. Als Entwicklungschef der sportlichen Mercedes-Baureihen SL, SLK, SLR sowie des Konzernflaggschiffs Maybach gehört er von Amts wegen zur schnellen Truppe im Daimler-Reich. Wenn Test-Routinier Weissinger eher harmlose Sätze sagt wie „Da vorn kommt eine der schönsten Kurven in der ganzen Gegend“, darf sich der Beifahrer auf ein Querbeschleunigungs-Erlebnis der ganz besonderen Art freuen. An der Seite des Chefingenieurs erleben wir den neuen Mercedes SLK erstmals in freier Wildbahn.

Der neue SLK ist nur wenig grösser, aber deutlich präsenter
Die inzwischen dritte Generation des kleinen Coupé-Roadsters tritt maskuliner auf als je zuvor und steht extra breit auf der Straße, obwohl die horizontale Ausdehnung nur um rund drei Zentimeter zugelegt hat. Der stramme Auftritt geht aufs Konto der Designer.

„Der neue SLK ist das sparsamste, sicherste und komfortabelste Auto in seiner Klasse“, erklärt Weissinger, dessen 140-köpfiges Team der Baureihe ihr erstes Start-Stopp-System implantiert hat. Nur rund 6,2 Liter Super sollen dem 204 PS kräftigen 1,8-Liter-Turbo auf 100 km genügen, der den stärkeren der beiden Vierzylinder-Versionen antreibt (SLK 200: 184 PS). Es geht noch weniger. Befeuert vom intern als OM 651 bezeichneten 2,2-Liter-Common-Rail-Triebwerk (204 PS) dürfte der für Ende des Jahres geplante SLK 250 CDI im Mittel mit kaum mehr als 4,5 Liter Diesel über die Runden kommen. „Im Versuch hatte ich schon eine Drei vor dem Komma“, verrät der Top-Ingenieur und gibt Gas.

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Der aufgeladende Benziner klingt sonor. „Wir haben einen Sound-Generator integriert, der das Geräusch akustisch-mechanisch in den Innenraum leitet“, erklärt Weissinger. Gangwechsel sind ein Fall für die serienmäßige Siebenstufen-Automatik 7G-Tronic-Plus. Tritt sie in Aktion, quittiert es der Direkteinspritzer mit gezielt modellierten Plopp- und Schnalzgeräuschen – ein Ohrenschmaus. Er fällt beim Topmodell SLK 350 mit dessen 3,5-Liter-V6 (306 PS) nochmals satter aus. Doch ist der 250er wegen seiner nahezu ausgeglichenen Massenverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse der agilste unter den neuen SLK.

Das Fahrwerk ist technisch eng an das der aktuellen C-Klasse angelehnt und erstmals mit kontinuierlicher Dämpferverstellung ausgerüstet. Sie ist Teil des für 1416 Euro erhältlichen Fahrdynamikpakets, das eine Tieferlegung um 15 Millimeter sowie eine besonders direkt ausgelegte Sport-Paramaterlenkung umfasst und den Roadster zu einem waschechten Kurvenräuber macht.
Jürgen Weissinger peitscht den SLK über die Teststrecke.

Der Mercedes liegt wie das sprichwörtliche Brett. Dank der in zwei Stufen wählbaren Dämpferverstellung nimmt der Baby-SL auch üble Pisten sehr gelassen. Auf schnellen Geraden – im aktuellen Bericht mit weit über 200 km/h – zieht der SLK völlig unbeeindruckt seine Bahn. „Das sehr neutral ausgelegte Fahrverhalten und die weite Spreizung der Dämpfer zwischen hart und weich sorgen für dieses Fahrgefühl“, beschreibt Weissinger die enorme Agilität und fügt an: „Wir haben großen Wert auf eine gute Schwerpunktlage gelegt.“ Dem Fahrspaß förderlich ist auch der Gewichtsverlust des neuen Klappdachs, das durch die Verwendung von Magnesium um 18 Kilogramm leichter ausfällt als beim Vorgänger, der Rohbau verlor 13 kg. Insgesamt haben die Techniker über 100 Kilogramm Gewicht eingespart, die allerdings durch den massiven Einsatz von Sicherheits- und Assistenzsystemen überkompensiert werden.

Im Innenraum zeigt der SLK III mehr Substanz

Hochwertig wirkende Materialien, saubere Passungen und das Fehlen jeglicher Knister- oder Knarzgeräusche lassen auf eine grundsolide Struktur schließen. Geblieben ist das spezielle Gefühl angenehmer Kompaktheit. Fahrer und Co-Pilot sitzen fest im Sattel. Die Bedienelemente sind logisch aufgebaut und buchstäblich zum Greifen nah. Weissinger blickt nach vorn: „Die Kurve da vor uns ist eine meiner liebsten.“ Er gibt Gas.
Stefan Miete

Technische Daten
Motor 
ZylinderR4/4, Turbo
Hubraum1796
Leistung
kW/PS
1/Min

150/204
5500 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
310
2000 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe7-Stufen-Automatik
AntriebHinterrad
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: innenbel. Scheiben
Bereifungv: 225/45 R 17
h: 245/40 R 17
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1425
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)6.6
Höchstgeschwindigkeit (km/h)243
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch6.2l/100km (Super)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)144

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