Neuer Hyundai ix35 gegen Audi Q5 und Skoda Yeti Hyundai ix35, Audi Q5 und Skoda Yeti

20.04.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Auch mit dem Tucson-Nachfolger Hyundai ix35 wollen die Koreaner auf der Auto-Erfolgsspur bleiben. Besteht das neue SUV gegen die Rivalen Audi Q5 und Skoda Yeti? Zeit für eine Standortbestimmung

Unter dem Motto „Viel Auto fürs Geld“ machte Hyundai in den letzten Jahren gute Geschäfte. Die Losung erwies sich gerade in Zeiten knapper Kassen als Erfolgsformel, obwohl die Korea-Mobile nach wie vor preisgünstig, aber längst nicht mehr billig sind. Trotzdem bleibt auch der neue, allradelnde und 184 PS starke ix35 ordentlich ausgestattet mit 28 490 Euro (Sechsstufenautomatik: 1450 Euro Aufpreis) diesseits der 30 000- Euro-Grenze.

Dort räubern auch die Tschechen. Der 170 PS starke Skoda Yeti schafft es nicht nur mit Vierradantrieb, sondern auch dank 28 890 Euro Grundpreis auf zahlreiche Privatparkplätze. Weniger preissensible Naturen können sich an ihren Audi-Händler wenden, wo der Q5 in der Einstiegsversion als 2.0 TDI quattro mit 143 PS für 36 500 Euro wartet. Premium- Produkt oder Preisschlager – wer macht das Rennen?

 

Karosserie

Der neue Hyundai ix35 tritt markant und erwachsen auf. Mit einer Länge von 4,41 Metern ordnet er sich in der Mitte zwischen dem Skoda Yeti und dem Audi Q5 ein. Innen bietet der Hyundai gute Ellenbogenfreiheit, verströmt aber auch Materialausdünstungen von Kunststoffen und Lederpolsterung. Die relativ hohe Sitzposition und das nach hinten abfallende, coupéhafte Dach schränken die Kopffreiheit ein – auch im Fond.

Der Skoda Yeti ist wesentlich schmaler als beide Konkurrenten, bietet dank seines kastenförmigen Aufbaus aber Kopffreiheit im Überfluss. Auch die Übersichtlichkeit ist hier nahezu perfekt, ganz im Gegenteil zum Koreaner.

Rundum gelungen wirkt der auch im Detail bestens verarbeitete, sehr geräumige Audi Q5 – vorn wie hinten. Außerdem überzeugt sein gut zugänglicher Laderaum mit 540 Liter Normalvolumen im Alltag. Maximale Variabilität bietet das serienmäßige Varioflex-Sitzsystem des Skoda – drei Einzelsitze, klapp- und ausbaubar, Außensitze längs- und quer verschiebbar. Audi revanchiert sich mit einer in Längsrichtung verschiebbaren und asymmetrisch geteilten Fondsitzbank (200 Euro) sowie einer umlegbaren Beifahrersitzlehne (150 Euro).

Der Hyundai setzt in dieser Hinsicht keine neuen Akzente. Zudem verliert er Punkte bei der Zuladung: 451 Kilo stehen hier 540 beim Audi gegenüber. Die Automatikversion des ix35 darf außerdem nur 1600 Kilo Anhängelast ziehen (2000 kg bei manuellem Getriebe).

Bei der Sicherheitsausstattung hat der Hyundai trotz deutlicher Aufwertung gegenüber dem Vorgängermodell Tucson ebenso das Nachsehen. Audi bietet nahezu die gesamte Ausstattungspalette der Oberklasse, und auch der Skoda punktet, etwa mit einem serienmäßigen Fahrer-Knie-Airbag.

KarosserieMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Audi Q5 2.0 TDI quattroHyundai ix35 2.0 CRDi 4WD
Raumangebot vorn100727875
Raumangebot hinten100676968
Übersichtlichkeit70565347
Bedienung/ Funktion100908684
Kofferraumvolumen100425645
Variabilität100655330
Zuladung/ Anhängelast80404133
Sicherheit1509610479
Qualität/ Verarbeitung200172186165
Kapitelbewertung1000700726626

 

Fahrkomfort

Die bequemen, elektrisch einstellbaren Sportsitze im Audi Q5 gibt es leider nicht serienmäßig, 830 Euro sind dafür mindestens fällig. Der gebotene Komfort rechtfertigt diese Ausgabe aber. Auch im Fond genießen die Q5-Insassen angenehm straffe Polster und einstellbare Lehnen.

Das Gestühl im Skoda bietet vor allem in der zweiten Reihe nur kurze Sitzfl ächen und -lehnen, insgesamt aber einen ansprechenden Sitzkomfort. Härter gepolstert und mit zu wenig Seitenhalt im Schulterbereich ausgestattet sind die großen Ledersitze (Serie ab Premium) des Hyundai. Die ix35-Mitfahrer freuen sich dafür über die schnell ansprechende, serienmäßige Sitzheizung – vorn wie hinten.

Deren Bedientasten für die Fondpassagiere sind ergonomisch günstig in die Türgriffe integriert. Die Zwei-Zonen-Klimaautomatik gehört zum Serienumfang. Auch der Geräuschkomfort im Koreaner gefällt und orientiert sich an dem des noch leiseren Audi.

Der sportlich-agile Skoda verlangt beim Federungskomfort Nehmerqualitäten von den Insassen. Die straffe Grundabstimmung wirkt erst bei Beladung harmonischer. Der Yeti verursacht außerdem laute Abrollgeräusche.

Ganz anders der Audi: Sein Fahrwerk spricht sensibel auf Unebenheiten an, kann nur kurze Stöße nicht so souverän wegstecken. Große Dämpfungsreserven, leises Abrollen und nicht vorhandene Fahrwerksgeräusche runden den guten Eindruck ab. Mit Beladung kommt es an der Hinterachse aber zu störenden Vertikalbewegungen im Aufbau.

Diese müssen auch die Hyundai- Insassen verdauen. Beladen wirkt die Hinterachse nahezu überfordert. Mit zwei Personen besetzt, erfreut der ix35 auf Bodenwellen oder bei Schlaglöchern mit hohem Absorptionsvermögen. Die große Sensibilität des Audi in puncto Ansprechverhalten erreicht der Koreaner aber nicht.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Audi Q5 2.0 TDI quattroHyundai ix35 2.0 CRDi 4WD
Sitzkomfort vorn150118128110
Sitzkomfort hinten100717269
Ergonomie150132133130
Innengeräusche50233127
Geräuscheindruck100676966
Klimatisierung50354540
Federung leer200143150147
Federung beladen200145147142
Kapitelbewertung1000734775731

 

Motor und Getriebe

Trotz seiner kräftezehrenden Automatik kann der Hyundai beim Sprint seinen Leistungsvorteil ausspielen: Die 100-km/h-Marke fällt nach 9,2 Sekunden und so zwischen 0,2 (Skoda) und 1,3 Sekunden (Audi) früher als bei der Konkurrenz. Bei der Höchstgeschwindigkeit liegt der Koreaner mit 195 km/h im Mittelfeld – Audi 190 km/h, Skoda 201 km/ h.

Obwohl die ix35-Automatik mitunter etwas träge reagiert, ist zügiges Fortkommen im Hyundai gesichert. Eine Taste für den Eco-Schaltmodus soll Kraftstoff sparen helfen. Damit schaltet die Automatik früher hoch und verweilt länger in höheren Fahrstufen. Zurückschalten erfolgt erst bei stärker durchgetretenem Gaspedal.

Auf der Autobahn stellt der ix35 im Eco-Schaltmodus bei Tacho 145 km/h die Beschleunigung ein. Der Testverbrauch von 8,3 Litern – auf der Autobahnetappe ermittelt im Normalmodus – darf noch als angemessen bezeichnet werden. Audi und Skoda sind aber bis zu einen Liter sparsamer.

Der ix35 gefällt mit guter Laufkultur, bleibt aber ebenso hinter dem Säusel-Diesel des Audi zurück wie der brummige Skoda-Motor. Dafür verlangt der Audi vor allem an Autobahnsteigungen Geduld. Hier haben seine 143 PS mit den 1815 Kilogramm Leergewicht spürbar zu kämpfen, und der Motor wirkt längst nicht so spritzig wie die Aggregate von Hyundai und Skoda. In Sachen Schaltpräzision ist die Sechsgang-Box des Yeti der des Q5 überlegen.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Audi Q5 2.0 TDI quattroHyundai ix35 2.0 CRDi 4WD
Beschleunigung15010698107
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit150544649
Getriebeabstufung100857875
Kraftentfaltung50313031
Laufkultur100657068
Verbrauch325243239224
Reichweite25162012
Kapitelbewertung1000600581566

 

Fahrdynamik

Dass auch SUV ein hohes fahrdynamisches Potenzial bereithalten können, beweist der Yeti am eindrucksvollsten. Zackig sticht er in Biegungen aller Art und lässt sich punktgenau durch die verzwicktesten Kurvenradien dirigieren. Die hohe Agilität wird durch moderate Lastwechselreaktionen gefördert. Das Zusammenwirken von Haldexkupplung, Sperrdifferenzial an der Hinterachse und elektronischer Differenzialsperre für die Vorderräder sorgt dafür, dass die Motorleistung stets dorthin kommt, wo sie hingehört: auf die Straße.

Der Q5, mit selbstsperrendem Mittendifferenzial (Torsen) und ebenfalls elektronischer Differenzialsperre an der Vorderachse bestückt, kennt Traktionsprobleme genauso wenig, wirkt aber in Kurven nicht ganz so handlich wie der Skoda. Dennoch bietet er, wie der Yeti, ein hohes Fahrsicherheitspotenzial. Im Grenzbereich regelt sein ESP jedoch ruppiger. Dafür überzeugt er mit den besten Bremsen.

Im Hyundai funktioniert die schlupfabhängige Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse über die elektromagnetische Mehrscheibenkupplung zu träge, denn der ix35 lässt es ab und an Traktion vermissen. Zudem untersteuert der Koreaner stark und zeigt mit seiner diffusen Servounterstützung an der Lenkung sowie beim Bremsen Verbesserungspotenzial.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Audi Q5 2.0 TDI quattroHyundai ix35 2.0 CRDi 4WD
Handling150686353
Slalom100685745
Lenkung100878275
Geradeauslauf50423941
Bremsdosierung30171614
Bremsweg kalt150909274
Bremsweg warm150939669
Traktion100909070
Fahrsicherheit150135135125
Wendekreis2018912
Kapitelbewertung1000708679578

 

Umwelt und Kosten

Der neue Hyundai ix35 überrascht mit einem weitreichenden Garantie- und Servicepaket: fünf Jahre Garantie auf die Technik und die Lackierung plus Übernahme der Wartungskosten für fünf Jahre. Die Mobilitätsgarantie beschränken die Koreaner auf 15 Jahre, Audi und Skoda offerieren sie unbegrenzt.

Einen Punktevorteil holt der Skoda Yeti bei den Unterhaltskosten. Die Ausgaben für Versicherung, Steuern und Kraftstoff liegen teilweise deutlich unter denen der Test-Konkurrenten. Das vergleichsweise teure Premium-Produkt Audi Q5 setzt bei den Emissionswerten positive Akzente. Der Skoda fällt in diesem Punkt trotz geringsten CO2-Ausstoßes aufgrund schlechterer CO- und HC-Werte zurück Auch der prozentual geringste Wertverlust des Q5 gefällt.

Faktisch sieht es wegen des hohen Grundpreises aber anders aus: Der Audi verliert nach vier Jahren rund 20 000 Euro an Wert. Hyundai und Skoda pendel sich bei der 17 000-Euro-Marke ein. Auffällig ist beim Audi die niedrige Vollkasko-Einstufung. Ein Umstand, der bei einer Finanzierung Kostenvorteile bringt.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Audi Q5 2.0 TDI quattroHyundai ix35 2.0 CRDi 4WD
Bewerteter Preis675193157187
Wertverlust50201720
Ausstattung25201720
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282839
Werkstattkosten20151617
Steuer10777
Versicherung40313027
Kraftstoff55404037
Emissionswerte25828683
Kapitelbewertung1000436398437

 

Fazit

Trotz des günstigen Preises, üppiger Garantien und des ordentlichen Komforts schafft es der neue Hyundai ix35 nur auf den dritten Platz. Die Schwächen in der Fahrdynamik verwehren ihm ein besseres Ergebnis. Mit hoher Qualität und bestem Komfort wird der Audi Q5 Zweiter. Der Skoda Yeti siegt mit einer überzeugenden Vorstellung beim Antrieb, der Fahrdynamik und den Kosten.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Audi Q5 2.0 TDI quattroHyundai ix35 2.0 CRDi 4WD
Summe5000317831592938
Platzierung123

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