Der neue BMW 5er im ersten Vergleichstest Audi A6, BMW 5er, Mercedes E-Klasse

30.03.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse sind die Geschäftslimousinen schlechthin. Der neue 5er beansprucht nun mit moderner Technik und frischem Design die Führungsrolle

Wer es hier schafft, schafft es überall“, so lautet die Textzeile aus Frank Sinatras Erfolgssong „New York, New York“. In diesem Sinne definiert sich die Oberklasse als das „New York“ der deutschen Premiumhersteller – der Ort, an dem man es schaffen muss. Der Audi A6 hat sich hier längst etabliert und lange Zeit Maßstäbe gesetzt. Die derzeitige Messlatte ist aber nach mehreren gewonnenen Vergleichstest die neue Mercedes E-Klasse. Da muss sich der neue 5er BMW schon mächtig anstrengen, um in diesem hochkarätig besetzten Feld erfolgreich mitzumischen. Wie gut ist also der neue BMW 530d im Vergleich mit dem Mercedes E 350 CDI und dem Audi A6 3.0 TDI quattro?

 

Karosserie

Assistenzsysteme, die vor Gefahren warnen und sogar aktiv schützen sollen, sind in der Oberklasse angesagt. Weil Müdigkeitswarner und Presafe-Sicherheitsprogramm (selbstständige Notbremsung oder automatisches Straffen der Gurte in Gefahrensituationen) in der E-Klasse serienmäßig sind, holt sie hier entscheidende Punkte. Die Bayern sind gegen Aufpreis ebenfalls mit Sicherheitshilfen wie Spurhalteassistent, Abstandsradar und Rückfahrkamera ausgestattet.

Vorn sitzt man in allen Limousinen mit ausreichend Platz über dem Kopf und zur Seite. Im Fond des Audi mangelt es jedoch etwas an Kopffreiheit – vor allem wegen des seitlich eingezogenen Dachhimmels. Die Übersichtlichkeit ist in E-Klasse und A6 etwas besser als im BMW – dank Stern auf der Mercedes-Motorhaube und versenkbarer Kopfstützen hinten (Audi).

Die Bedienung von Radio, Navigationssystem und Klimaanlage gelingt im BMW 5er intuitiv, weil die Knöpfe eng um den iDrive-Drehdrücksteller (ab 1840 Euro) angeordnet sind und nicht, wie im Audi, den Blick nach unten lenken. Die Steuerung des MMI-Navis (ab 2380 Euro) im A6 erfordert deshalb mehr Aufmerksamkeit, ist in der Menüführung aber logisch. Die Comand-Einheit (3046 Euro) im Mercedes hat zwar weniger Schalter, dafür klappt die Bedienung nicht ganz so schnell und einfach. Zudem können die Sicherheitshelfer nur über das verschachtelte Menü im Tachodisplay aktiviert werden. Im BMW wird das ganz schnell per Tastendruck erledigt.

Der neue 5er hat rund 20 Liter weniger Kofferraumvolumen (520) als die Limousinen aus Ingolstadt und Stuttgart. Auch in Sachen Anhängelast und Zuladung muss sich der neue BMW dem Mercedes geschlagen geben. Er darf lediglich 440 Kilogramm zuladen, während der Audi A6 479 Kilogramm und der Mercedes sogar 506 Kilogramm veträgt. Qualitativ liegen alle drei Kontrahenten aber gleichauf – die Materialien sind hier wie dort edel und solide.

KarosserieMax. PunkteBMW 530d Mercedes E 350 CDI BlueEFFICIENCYAudi A6 3.0 TDI quattro
Raumangebot vorn100888888
Raumangebot hinten100908884
Übersichtlichkeit70373939
Bedienung/ Funktion100838080
Kofferraumvolumen100434646
Variabilität100131313
Zuladung/ Anhängelast80364237
Sicherheit150109124102
Qualität/ Verarbeitung200189189189
Kapitelbewertung1000688709678

 

Fahrkomfort

Der Sitzkomfort im 5er-BMW ist in diesem Vergleich der beste. Besonders die im oberen Bereich separat neigbaren Lehnen der vielfach einstellbaren vorderen Komfortsitze (2260 Euro) geben guten Seitenhalt bis in den Schulterbereich. Die Sportsitze im Audi (605 Euro) sind zwar bequem und auf Seitenhalt ausgelegt, aber zu weit geschnitten. Den ebenfalls fein einstellbaren Multikontursitzen im Mercedes (619 Euro) mangelt es etwas an Lehnenhöhe.

Hinten ist der BMW mehr Zwei- als Dreisitzer. Mit hoher Lehne und toller Konturierung bleiben keine Komfortwünsche offen. In Audi und Mercedes fehlt es hinten etwas an Beinauflage. Außerdem ist die Lehne im Fond der E-Klasse kaum konturiert und fällt im oberen Bereich nach hinten ab.

Der Audi erfreut im Vergleich mit leisen Abrollgeräuschen und genügend Reserven beim Federungskomfort. Die Abstimmung der Luftfederung mit adaptiven Dämpfern (Aufpreis: 1950 Euro) ist gelungen. Dennoch gehen Unebenheiten beim A6 spürbarer in die Karosserie über.

Das können Mercedes und BMW mit feinfühliger ansprechenden Federn besser. Karosseriezittern kennen sie nicht – trotz Stahlfahrwerks im Mercedes. Der Stuttgarter federt leer und beladen sensibel an, kommt aber mit 506 Kilo Zuladung an die Grenzen seiner Feder-Dämpfer-Leistung.

Der BMW ist insgesamt sehr sensibel abgestimmt und verfügt über einstellbare adaptive Dämpfer (1300 Euro). Damit bietet er zwar einen sehr guten Komfort, erreicht aber, voll beladen, auf extrem tiefen Bodenwellen sein Limit.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 530d Mercedes E 350 CDI BlueEFFICIENCYAudi A6 3.0 TDI quattro
Sitzkomfort vorn150132128120
Sitzkomfort hinten100858180
Ergonomie150121121118
Innengeräusche50404338
Geräuscheindruck100898784
Klimatisierung50434342
Federung leer200158155149
Federung beladen200152149153
Kapitelbewertung1000820807784

 

Motor und Getriebe

Sechszylinder-Turbodiesel gehören in der Oberklasse zum guten Ton. Fast bei allen Herstellern haben sich kompakt bauende V6-Aggregate durchgesetzt – außer bei BMW. Auch die neueste 5er- Generation hat einen längs eingebauten Reihensechszylinder unter der Haube – Tradition verpflichtet. Der neu entwickelte Motor, der bereits in 5er GT und 7er seinen Dienst souverän verrichtet, passt gut zum neuen 5er. Er überzeugt mit der besten Laufkultur und begeistert mit seiner bulligen Kraftentfaltung.

Zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen stehen 540 Newtonmeter zur Verfügung. Gasbefehle setzt der 530d ohne Verzögerung in Vortrieb um. Dabei ist es egal, ob die Kurbelwelle gemütlich knapp über Leerlaufdrehzahl oder am Drehzahllimit rotiert – der Reihensechszylinder hängt spontan und bissig am Gas.

Die Achtstufenautomatik von ZF ist perfekt auf den Turbodiesel abgestimmt. Schnell und sanft findet sie in jeder Situation die richtige Übersetzung. Unterm Strich führt das nicht nur zum kultiviertesten und leistungsstärksten Antrieb, sondern auch zum sparsamsten. Mit 7,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer bleibt er als einziger in diesem Test unter der Acht-Liter-Marke.

Der V6-Turbodiesel des Mercedes benötigt allerdings nur 0,2 Liter mehr. Im Gegensatz zum temperamentvollen BMW-Triebwerk mag der E 350 CDI keine hohen Drehzahlen, er bevorzugt den bulligen Antritt aus dem Drehzahlkeller. Um in Zukunft nicht ins Hintertreffen zu geraten, legt Mercedes im Herbst dieses Jahres einen überarbeiteten 350er mit 600 Nm nach.

Audi konnte uns leider keinen A6 mit Automatikgetriebe zur Verfügung stellen. Das manuelle Getriebe des A6 stellt dem 240- PS-Diesel nur sechs Gänge zur Verfügung und kann daher nicht den hohen Schaltkomfort und die Präzision der Automatikgetriebe von BMW und Mercedes bieten. Dass der Audi dennoch so gute Fahrleistungen offeriert, liegt an seinem traktionsfördernden Allradantrieb. Von null bis 80 km/h hat der Ingolstädter die Nase vorn. Trotz seiner Drehfreude muss er aber ab 140 km/h Mercedes und BMW ziehen lassen.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 530d Mercedes E 350 CDI BlueEFFICIENCYAudi A6 3.0 TDI quattro
Beschleunigung150127125125
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150909090
Getriebeabstufung100979187
Kraftentfaltung50383535
Laufkultur100807778
Verbrauch325232228218
Reichweite25172018
Kapitelbewertung1000681666651

 

Fahrdynamik

Der Allradantrieb des A6 hilft ihm, auch sein größtes Problem, die Kopfl astigkeit, zu kaschieren. 59 Prozent des Gewichts lasten auf der Vorderachse. Ein ausgeprägtes Untersteuern beim Einlenken ist damit programmiert. Zudem reagiert der A6 in Wechselkurven mit deutlichen Lastwechselreaktionen. Der Allradantrieb sorgt jedoch dafür, dass der Fahrer schnell und hart wieder aufs Gas steigen kann und damit für Stabilität sorgt.

Der heckgetriebene 5er ist zwar schwerer als der A6 mit Allradantrieb, aber er verteilt seine Masse zu gleichen Teilen nach vorn und hinten. Zudem scheinen adaptive Dämpfer, Wankstabilisierung und Allradlenkung (alles aufpreispflichtig) das Gewicht zu halbieren. Im Vergleich zum A6 mit seinem synthetischen Lenkgefühl fühlt sich der Fahrer mit dem BMW verwachsen. Ohne Verzögerung reagiert der 5er auf jeden Befehl und setzt ihn mit chirurgischer Präzision um. Schon bei eingeschalteter Fahrdynamikregelung (DSC) wieselt er schneller durch die Pylonengasse und über den Handlingparcours. Ohne elektronische Regeleingriffe reagiert er zwar im Grenzbereich mit einem nach außen drängendem Heck, das aber mühelos kontrolliert werden kann.

Beim Mercedes wacht das ESP stets im Hintergrund. Allerdings ist es so gut abgestimmt, dass es nur dann eingreift, wenn das Limit erreicht ist. Trotz schmaler, kleiner 16-Zoll-Bereifung und ohne optionale Fahrwerkstechnik macht die E-Klasse auf kurvigen Strecken einen sehr agilen und erfreulich mitteilsamen Eindruck. Lediglich die mäßigen Bremsleistungen mit warmen Stoppern trüben den insgesamt guten Eindruck.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 530d Mercedes E 350 CDI BlueEFFICIENCYAudi A6 3.0 TDI quattro
Handling150827778
Slalom100624248
Lenkung100918577
Geradeauslauf50434543
Bremsdosierung30211818
Bremsweg kalt150769176
Bremsweg warm150907792
Traktion100414380
Fahrsicherheit150125130125
Wendekreis209116
Kapitelbewertung1000640619643

 

Umwelt und Kosten

Der Audi A6 3.0 TDI quattro ist nicht billig, aber der Günstigste in diesem Test-Trio. Der BMW (inklusive Automatik für 2200 Euro) und der Mercedes überschreiten bereits die 50 000-Euro-Grenze. Auch die im Vergleich etwas mildere Aufpreispolitik sowie die geringeren Wartungs- und Versicherungskosten des Ingolstädters schonen den Geldbeutel.

Die Konkurrenz von BMW und Mercedes verzeichnet lediglich einen geringfügig besseren Wiederverkaufswert. Die niedrigen Kraftstoffkosten des 530d werden zudem von den mäßigen Garantiebedingungen aufgezehrt.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 530d Mercedes E 350 CDI BlueEFFICIENCYAudi A6 3.0 TDI quattro
Bewerteter Preis675112111123
Wertverlust50121211
Ausstattung25151516
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50202828
Werkstattkosten20151315
Steuer10988
Versicherung40232127
Kraftstoff55393837
Emissionswerte25848085
Kapitelbewertung1000329326350

 

Fazit

Der neue 5er BMW hat es geschafft. Er ist der neue Platzhirsch in der Oberklasse. Und nicht nur das, er kann auch eine Alternative zum teuren 7er sein. Die neue Mercedes E-Klasse beweist einmal mehr, wie gut sie ist. Auch ohne Luftfederung zeigt sie die typischen Komfortqualitäten und kann zudem mit seiner Agilität überzeugen. Im Herbst kommt der neue, deutlich stärkere Motor – dann werden die Karten neu gemischt. Der Audi A6 ist inzwischen in die Jahre gekommen. Dank seines Allradantriebs und der hohen Verarbeitungsqualität hält er aber immer noch den Anschluss.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 530d Mercedes E 350 CDI BlueEFFICIENCYAudi A6 3.0 TDI quattro
Summe5000315831273106
Platzierung123

Tags:
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