Datsun 240Z: Bezahlbarer Traumwagen Lady mit Klasse

18.12.2013

Der Datsun 240Z war der Auftakt zur kultigen Z-Baureihe, die bis heute Faszination ausstrahlt. In Deutschland ist der Japaner aber eher eine Rarität

Wem es gelingt, in Deutschland einen frühen Datsun 240Z zu ergattern, der darf sich glücklich schätzen. Mal schnell in einer der zahlreichen Internet-Autobörsen ein Exemplar suchen, probefahren und bezahlen wird nämlich nicht funktionieren, denn diese Sportwagen aus Yokohama, in Japan unter dem Namen Fairlady verkauft, sind nicht leicht zu finden.

Hinzu kommt, dass der 240 Z zunächst gar nicht in den deutschen Preislisten auftauchte; erst kurz vor Auslaufen der Baureihe konnte man ihn hierzulande kaufen. Deshalb gelangten nur 303 Stück nach Deutschland. Wer bei seiner Suche nach einem 240er etwas weiter über den Tellerrand schaut, auch die Anzeigen aus der Schweiz studiert oder sich mit einem US-Import anfreunden kann, hat defi nitiv bessere Chancen auf das japanische Coupé. Der nachfolgende 260 Z mit 200 Kubikzentimetern mehr Hubraum wurde natürlich hochoffiziell bei der deutschen Händlerschaft eingeführt und ist nicht ganz so rar. Mehr Fahrspaß bereitet jedoch der 240er, denn im Zuge schärferer Abgasbestimmungen verlor der 260 Z vier PS Leistung.

 

DER REIHENSECHS-ZYLINDER KLINGT TOLL

Bitte nicht von den heute langsam klingenden 9,5 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h (240 Z) irritieren lassen – gefühlt marschiert der Sechszylinder eine Sekunde schneller in Richtung  Landstraßentempo. Denn begleitet wird das Hochdrehen der 2,4-Liter-Maschine von einem satten Grollen, das in dieser Form nur aus sechs Töpfen stammen kann. Dafür lässt sich die Viergang-Schaltung nicht gerade knackig bedienen – viel zu lange Schaltwege verhindern zackige Übersetzungswechsel.

Und bitte Vorsicht in schnell gefahrenen Kurven: Das Heck schwenkt schneller um die Ecke, als ungeübte Fahrer womöglich reagieren können. Also lieber bei geöffnetem Fenster den tollen Sound genießen und auf der Geraden ruhig mal etwas höher drehen – dazu animiert der gut am Gas hängende Reihensechser nämlich. Der gilt in Fachkreisen übrigens als langlebig. Nur mit den beiden Horizontalvergasern kann es Ärger geben. Vorsicht geboten ist in puncto Korrosion. Mangelhafter Rostschutz ist bei alten Japanern ein großes Thema.

Auch der schicke Z, dessen Design maßgeblich von Albrecht Graf Goertz beeinflusst wurde, ist davon betroffen. Problemzonen sind klassische Stellen wie Federdome und hintere Radläufe. Die Türscharniere können ebenfalls betroffen sein; bitte vor dem Kauf auch unbedingt Heckklappen- und Türrahmen untersuchen. Innen erwartet den Passagier eine recht zerklüftete Landschaft mit tristem Plastik. Immerhin sind die beiden Rundskalen ordentlich ablesbar, während die Materialverarbeitung liederlich wirkt. Über schlecht beschriftete Schalter kann man ja nicht meckern, die waren in den 70ern an der Tagesordnung.

Kein Wunder, dass der Japaner in den USA erfolgreicher war, denn die dortigen Kunden haben den Herstellern schlecht eingepasste Innenraum-Elemente – abgesehen vom fehlenden Image – schon damals eher verziehen als die Deutschen, die ihre Autos außerdem viel teurer bezahlen mussten. In den Staaten war der Z mit rund 3500 Dollar ein absoluter Preisbrecher; in Deutschland kostete er mit 17.600 Mark immerhin 10.000 Mark weniger als ein vergleichbarer Porsche Elfer. Dennoch haben die Sportwagen-Interessenten eher in Zuffenhausen eingekauft. Schade eigentlich, denn sonst gäbe es heute mehr 240 Z auf dem Oldtimer-Markt.

Datsun 240 Z: Daten und Fakten
Antrieb
R6-Zylinder; vorn längs eingebaut; 2-Ventiler; eine obenliegende Nockenwelle, Kettenantrieb; Gemischbildung: zwei SU-Horizontalvergaser; Bohrung x Hub: 83,0 x 73,7 mm; Hubraum: 2393 cm3 ; Verdichtung: 8,8:1; Leistung: 96 kW/130 PS bei 5600/min; maximales Drehmoment: 198 Nm bei 4400/min; Vier-, wahlweise Fünfgang-Getriebe; Mittelschaltung; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Selbstragende Stahlblechkarosserie mit zwei Türen; Radaufhängung vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabilisator; hinten: Querlenker, Federbeine, Stabilisator; Zahnstangenlenkung; Bremsen: v./h. Scheiben/Trommeln; Reifen: v./h. 175/HR 14; Räder: 5 x 14
Eckdaten
L/B/H: 4135/1630/1285 mm; Radstand: 2305 mm; Spurweite v./h.: 1354/1346 mm; Leer-/Gesamtgew.: 1060/1270 kg; Tankinhalt: 60 l; Bauzeit: 1969 bis 1974; Stückzahl: 156.076; Preis (1974): 17.600 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 9,5 s; Höchstgeschwindigkeit: 199 km/h; Verbrauch: 14 l/100km
1Werksangaben


MARKTLAGE

Zustand 2: 15.700 Euro
Zustand 3: 10.600 Euro
Zustand 4:    3500 Euro
Wertentwicklung: steigend
Definition der Zustandsnoten

Weitere bezahlbare Traumwagen: - Ford Capri RS
- Audi Quattro 20V
- BMW 635 CSi
- Citroën CX Prestige
- Mercedes 300 SL R107
- Porsche 944 S2
- VW Bus T2b Camper

Unser Fazit

Der Datsun 240 Z besticht durch sein knackiges Design und den betörend klingenden Reihensechszylinder. Die frühen Exemplare sind schwierig zu bekommen, da es sich hierzulande um echte Raritäten handelt: In Deutschland setzten die Japaner nur 303 Exemplare von dem damals in Europa weitgehend unbekannten Sportler ab. Heute ist die Z-Baureihe Kult.

Patrick Broich

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