Daimler-Kältemittel: CO2-Klimaanlagen vor Produktionsstart Entwicklung schreitet voran

13.01.2014

Autobauer müssen künftig ein umweltfreundlicheres Kältemittel in ihre Klimaanlagen füllen. Daimler will die einzige marktreife Substanz wegen Sicherheitsbedenken jedoch nicht verwenden - und tüftelt daher an CO2-Klimaanlagen. Die könnten nun schon bald in Produktion gehen

Im Streit um möglicherweise brandgefährliches Kältemittel für Auto-Klimaanlangen drückt Daimler aufs Tempo. Bereits in einigen Monaten will der Stuttgarter Autobauer die Komponenten für die alternativen CO2-Klimaanlagen produzieren lassen. «Wir werden Mitte des Jahres die Serienaufträge zur Fertigung der Baukästen an die Zulieferer erteilen», sagte Daimler-Entwicklungschef Stefan Geyer der Nachrichtenagentur dpa. Zu Jahresbeginn war bekanntgeworden, dass Daimler bereits die dazu nötigen Kühlaggregate in einzelnen Autos testet.

 

Daimler: CO2-Klimaanlagen als künftige Kältemittel

CO2-Klimaanlagen sind für Daimler wichtig, weil der Autobauer sich wegen Sicherheitsbedenken weigert, ein neues Kältemittel namens R1234yf zu verwenden. Die Stuttgarter hatten bei internen Tests festgestellt, dass sich bei der Chemikalie Feuer im Motorraum bilden kann. Die alte Substanz darf in der EU aber ab 2017 nicht mehr in Neuwagen eingesetzt werden. Die EU verbietet das alte Kühlmittel zu dem Zeitpunkt, weil es durch umweltfreundlichere Substanzen ersetzt werden soll. Bisher erfüllt jedoch nur R1234yf die Anforderungen. Mit den geplanten CO2-Klimaanlagen könnte das anders werden.

Auch der Autobauer Volkswagen hat sich bereits dazu bekannt, künftig CO2 zur Kühlung seiner Autos einsetzen zu wollen. Daimler beteiligt sich zusammen mit den Wolfsburgern in einem Arbeitskreis beim Verband der Automobilindustrie (VDA), der die nötige Technik für die CO2-Klimaanlagen entwickeln soll. Nach VDA-Angaben sind daran auch BMW, Ford und Opel sowie zahlreiche Zulieferer beteiligt.

Die Vision: «Alle Hersteller können sich aus einem standardisierten Baukasten bedienen», erklärte Daimler-Entwicklungschef Geyer. Die Beteiligten seien jeweils für einzelne Teile des Systems zuständig. «Die DIN-Spezifikationen für die Standardisierung der Komponenten von CO2-Klimaanlagen sollen im März veröffentlicht werden», sagte Geyer. Danach folge eine zweimonatige Phase, in der interessierte Fachleute Anmerkungen machen könnten. Im Juni soll dann die endgültige Zusammensetzung feststehen.

Eine endgültige Lösung ist das allerdings nicht, denn bei sehr hohen Temperaturen hat die CO2-Klimaanlage im Vergleich zu ihren Vorgängern beispielsweise noch Nachteile bei der Effizienz. Da Daimler wegen der gesetzlichen Vorgaben unter Zeitdruck steht, können die Ingenieure erst später in die Feinheiten gehen. «In der ersten Generation steht für uns vor allem das Thema Zuverlässigkeit im Fokus», sagte Geyer. «Ein möglicher Verbrauchsnachteil, den die CO2-Klimaanlage bei sehr hohen Temperaturen haben kann, wird im Laufe der weiteren Entwicklungsstufen spürbar sinken.»

Ob das Kältemittel R1234yf - eine Fluorverbindung - tatsächlich gefährlich ist, ist unterdessen weiter strittig. Selbst das Kraftfahrtbundesamt (KBA) war zuletzt zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Zwar hatte die Substanz bei Extremtests Feuer gefangen. Im Rahmen des Produktsicherheitsgesetzes werde das aber nicht als ernste Gefahr eingestuft, erklärte das KBA. Die Behörde hat nun die Europäische Union aufgerufen, Lösungen zu suchen.

AUTO ZEITUNG

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