Crossover-Test 2013: Peugeot 2008, Renault Captur, Skoda Yeti, Opel Mokka, Mini One Countryman, Mitsubishi ASX Französische Evolution

15.08.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Trend der Zeit geht auch an den Franzosen nicht vorbei – auf Kleinwagenbasis präsentieren Renault und Peugeot ihre modischen Mini-SUV Captur und 2008. Erstmals treffen sie in einem Vergleichstest auf ihre stärksten Konkurrenten

Wie war das doch gleich – es kommt immer nur auf die Länge an? Von wegen. In diesem Sextett macht vor allem die Höhe den Unterschied. Und so stehen der neue Renault Captur oder sein ebenso frischer Landsmann Peugeot 2008 viel erwachsener da als ihre kleineren Verwandten Clio oder 208, obwohl sie nur ein paar Zentimeter länger sind. Der um einen Kopf höhere Aufbau, etwas mehr Bodenfreiheit und die schicke, rustikale Optik machen es möglich. Technisch basieren beide dennoch auf eben genannten Kleinwagen. Bei mehr Platz und besserer Übersicht versprechen die Hersteller die gleiche Agilität und Wendigkeit im Stadtverkehr.

Dass den Kunden diese Rezeptur hervorragend schmeckt, beweist der Markt. Kaum ein anderes Fahrzeugsegment erhält derzeit so schnell Zuwachs wie das der kleinen Crossover-Modelle. Die beiden jungen Franzosen treffen also auf starke Konkurrenten wie den Opel Mokka oder den gerade überarbeiteten Mini Countryman. Eine solch bunte Vielfalt könnte selbst etablierten Verkaufsschlagern wie Mitsubishi ASX oder Skoda Yeti das Leben schwer machen. Höchste Zeit für einen Vergleichstest der Konzepte. An den Start rollen die kleinen Crossover mit 98 bis 122 PS starken Benzinmotoren.

 

Karosserie

Auch wenn die zwei Franzosen mit Außenlängen von 4,16 (Peugeot) und 4,12 Metern (Renault) in diesem Sechsergespann zu den Kleinen zählen – das Platzangebot in ihren Innenräumen kann sich sehen lassen. Vier Erwachsene halten es hier wie da ohne Probleme auch längere Zeit aus. Mit dem Gepäck könnte es allerdings – wie auch in Opel oder Mini – etwas eng werden. Nur Mitsubishi und Skoda halten noch mehr als 400 Liter Stauraum bereit, auch wenn sie mit vier oder fünf Personen besetzt sind. Werden die Rücksitze umgeklappt, eignet sich aber selbst der 4,11 Meter kurze Mini Countryman mit bis zu 1170 Litern als Umzugshelfer. Das einzig wahre Nutztier bleibt in dieser Klasse aber der extrem variable Skoda Yeti. Baut man die Rücksitze aus, nimmt er es mit 1760 Liter Fracht und gut 700 kg Zuladung auf. Das sind 330 Liter und 200 kg mehr als etwa der schwerere Opel Mokka verträgt. Überhaupt wirkt der Tscheche trotz gleicher Außenmaße wegen seiner Kastenform und der steilen Fensterfl ächen eine Nummer größer als die Konkurrenz. Und die hinteren Passagiere haben hier auf ihren verschiebbaren Sitzen nicht nur den meisten Platz, sondern bekommen auf Wunsch auch Seitenairbags (280 Euro) und ihr eigenes DVD-System (2850 Euro). Die hohe Sitzposition mit guter Übersicht bieten mehr oder weniger auch die Konkurrenten, ebenso die üppige Kopffreiheit mit dem luftigen Raumgefühl. Der Effekt ist im Skoda aber am eindrucksvollsten.

Im Peugeot wird die Bewegungsfreiheit durch die etwas engen Fußräume, die breiten Türgriffe und die dicke C-Säule eingeschränkt. Und an das kleine, tief positionierte Lenkrad aus dem 208 samt den darüber angeordneten Armaturen muss man sich erst gewöhnen. Da ist die Raumausnutzung des Renault etwas besser gelungen – wenn auch nicht so perfekt wie im Skoda. Die Bedienung des nur 690 Euro teuren Multimediasystems samt Navigation ist im Captur dafür kinderleicht und zeitgemäß. Beachtenswert: Mit in das günstige Paket packt Renault auch Klimaautomatik, USB- und Aux-Anschluss sowie Licht- und Regensensor. Bei der Verarbeitungsqualität würde man für knapp 20.000 Euro allerdings etwas mehr Liebe zum Detail erwarten. Renault verzichtet sogar ganz auf aufgeschäumte Kunststoffe im Innenraum und serviert eine harte Plastiklandschaft sowie einen unverschämt billig wirkenden Wählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe. Im Peugeot verschönert immerhin die dynamisch umlaufende Cockpit-Bordüre das ansonsten karge Kunststoffpanorama. Den Maßstab bei Verarbeitung und Materialanmutung setzt wieder einmal der Skoda. Das Cockpit ist nicht nur penibel aufgeräumt, sondern bis ins Detail tadellos gefertigt. Da müssen selbst der solide verarbeitete Opel Mokka und der schön anmutende Mini zurückstecken.

Die Engländer haben beim Countryman- Facelift übrigens etwas aufgeräumt. Statt mit unübersichtlichen Hebeln in der Mitte dürfen die vier Fenster jetzt konventionell über Knöpfe in der Fahrertür bedient werden. Und die Einzelsitze im Fond, die es bisher ohne Aufpreis gab, weichen einer dreiteiligen Rückbank, die sich immerhin in Längsrichtung verschieben lässt. Sicherheitsfeatures wie Spurassistenten oder Abstandswarner sucht man beim Mini aber nach wie vor vergebens.

Hier sammelt der Opel Mokka viele Punkte: Kollisionswarnung, Tempolimitscanner oder Spurhalteassistent gibt es nur bei ihm – wenn auch gegen Aufpreis (Paket: 700 Euro).

KarosserieMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Raumangebot vorn100706965676767
Raumangebot hinten100625850515254
Übersichtlichkeit70504240464148
Bedienung/ Funktion100908178807983
Kofferraumvolumen100423230293337
Variabilität100503432343434
Zuladung/ Anhängelast80473331254144
Sicherheit150737459675460
Qualität/ Verarbeitung200150145138140136142
Kapitelbewertung1000634568523539537569

 

Fahrkomfort

Auch beim Fahrkomfort fährt der Opel Mokka ganz vorn mit. Sind die Sitze im Peugeot etwas klein geraten oder die zu weichen Bezüge des Mitsubishi ASX schweißtreibend und ohne Halt, fühlt man sich schon auf den großen Seriensitzen des Rüsselsheimers pudelwohl. Gegen 390 Euro Aufpreis bietet Opel ab der 1995 Euro teureren Edition-Ausstattung auch Ergonomie-Sitze mit AGR-Siegel (Aktion Gesunder Rücken) an. Dann lässt sich nicht nur die Lendenwirbelstütze in allen Richtungen verschieben, sondern auch die Oberschenkelaufl age verlängern oder die Kopfstützen in der Neigung einstellen. Passend zu so viel Komfort präsentieren sich die wirkungsvolle Geräuschdämmung und das straffe Fahrwerk des Mokka. Das ist trotz großer 18-Zoll-Bereifung nicht übertrieben hart ausgelegt und behält auch bei voller Beladung die Beherrschung. Nur auf groben Querfugen oder maroden Bahnübergängen wirken Federn und Dämpfer etwas poltrig. Ansonsten federt der Rüsselsheimer angenehm ausgeglichen.

Etwas komfortabler abgestimmt und weicher gefedert sind die beiden Franzosen und der Mitsubishi ASX. Allerdings bewegen sich ihre Aufbauten in Kurven auch am stärksten. Und bei schwerer Beladung oder höheren Geschwindigkeiten wünscht man sich authentischere Rückmeldung und mehr Souveränität auf der Straße. Zudem lässt der Peugeot, der als einziger mit 16-Zoll-Serienrädern zum Test antrat, auf kurzwelligen Pisten hin und wieder zittrige Frequenzen in den Innenraum durch.

Von solchen Überraschungen bleibt man im Mini verschont. Überhaupt gibt sich der Brite mit seinen kleinen, runden Sesseln durchaus bequem. Für 310 Euro extra sind Sportsitze zu haben, die sich mit mehr Seitenhalt vor allem für zügige Fahrer empfehlen. Ebenso offeriert Mini eine sportlichere Fahrwerksabstimmung mit zehn Millimeter Tieferlegung. Die Serienvariante bietet aber einen hervorragenden Kompromiss und kann trotz ausreichend straffer Auslegung auch auf schlechten Straßen überzeugen. Zusammen mit dem Skoda Yeti teilt sich der Countryman die beste Federungsbewertung, wobei der Tscheche über die typischen Autobahnplatten nicht ganz so entspannt gleitet wie der Mini. Chancenlos bleibt der Engländer aber in Sachen Ergonomie. Denn Einstieg, Ablagen und Instrumente wurden beim Skoda im Gegensatz zu den teilweise modisch gestylten Konkurrenten bestechend sachlich und bedarfsgerecht gestaltet.

Opel und Renault kontern ebenfalls mit je einem extra Fach im Armaturenträger, der ASX mit einer tiefen Ablage vor der Schaltkulisse. Doch Türausschnitte, Kofferraumbefestigungen und Mittelkonsole sind nirgends sonst so logisch und praktisch ausgelegt wie im Yeti. Dafür verlangen die Tschechen beim günstigsten Active-Modell (ab 20.450 Euro) aber schon für eine Klimaanlage (1095 Euro) oder ein CD-Radio (300 Euro) Aufpreis.

FahrkomfortMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Sitzkomfort vorn15010397831008889
Sitzkomfort hinten100565448525052
Ergonomie150128124117116121120
Innengeräusche50352932283529
Geräuscheindruck100403832323230
Klimatisierung50213231292933
Federung leer200120116114120116116
Federung beladen200116112108116110109
Kapitelbewertung1000619602565593581578

 

Motor und Getriebe

Mit gerade 98 PS und 153 Newtonmeter Drehmoment ist der Mini One als Einstiegsmodell der Countryman-Baureihe auch in diesem Vergleichstest der Schwächste. Unter der Haube schlägt der 1,6-Liter-Vierzylinder, den BMW zusammen mit dem PSA-Konzern (Peugeot, Citroën) entwickelt hat. Wie auch der 122 PS starke Cooper kommt der One ohne Turbolader aus und erreicht nach der Überarbeitung als einziger im Testfeld die Abgasnorm Euro 6. Auch wenn er bei den Beschleunigungswerten wegen seines Leistungsdefi zits nicht so weit zurückliegt, wirkt der 1,3 Tonnen schwere Countryman etwas untermotorisiert. Vor Überholvorgängen sollte man also mindestens einen Gang herunterschalten und den Motor so zu höheren Drehzahlen zwingen. Das klingt zwar etwas gequält, macht wegen des knackigen Sechsgang-Getriebes aber durchaus Freude. Auf der Autobahn lässt der Spaß bei Geschwindigkeiten ab 130 km/h aber schnell nach. Hier fahren einem die anderen locker davon. Sparsam ist der Mini One Countryman deswegen nicht. Auf der Testrunde der AUTO ZEITUNG verlangt er 7,8 Liter Super je 100 Kilometer – so viel wie kein anderer. Und der kleine Tank (47 Liter) schränkt den Aktionsradius auf rund 600 Kilometer ein.

Der Peugeot 2008 mit gleichem Motor, aber 120 PS (ebenfalls ohne Turbolader) ist mit einem Fünfgang-Getriebe ausgerüstet, dessen Schalthebel weder präzise noch knackig geführt ist. Auf unnötige Gangwechsel verzichtet man hier also gern. Dennoch fährt der Franzose beim Sprint auf Tempo 100 mit 10,7 Sekunden das beste Ergebnis ein und ist mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h auch der Schnellste. Fairerweise sei erwähnt, dass er nur 1178 Kilogramm wiegt, also deutlich leichter als die Konkurrenten ist. Kein Wunder, dass er mit durchschnittlich 6,8 Litern so auch zu den Sparsameren gehört.

Die Nase in der Öko-Wertung hat aber der Mitsubishi (6,5 Liter) vorn. Sein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 117 PS hängt stets gut am Gas und will für Höchstleistungen ebenfalls ausgedreht werden. Allerdings stört auch hier das etwas hakelige Fünfgang-Getriebe mit dem langen Schalthebel. Der große Tank von 63 Litern beschert ASXFahrern aber Reichweiten von fast 1000 Kilometern, die man sonst nur von Dieselautos kennt.

Mit fünf Gängen muss auch der 115 PS starke Mokka auskommen. Die Opel-Box ist aber deutlich kürzer und knackiger ausgelegt, was den schwersten Vertreter im Testfeld (1410 kg) zunächst sehr spritzig erscheinen lässt. Dass der fünfte Gang schon bei Tempo 40 eingelegt werden kann, überrascht. Die kurze Auslegung sorgt auf der anderen Seite schon ab Landstraßentempo lautstark für unangenehm hohe Drehzahlen. Bei 100 km/h rotiert die Kurbelwelle des ebenfalls 1,6 Liter großen Vierzylinders bereits 3000 Mal in der Minute. Bei gleichem Tempo dreht der Yeti im sechsten Gang 1000 Touren weniger. Auch dem Mokka würde ein sechster Gang gut stehen, und den Durchschnittskonsum von 7,1 Liter deutlich senken.

Weniger verbraucht aber auch der Skoda nicht. Dafür geht der 1,4- Liter-Turbomotor aus dem VWRegal richtig zur Sache. Mit 200 Newtonmetern hat er über ein breites Spektrum deutlich mehr Drehmoment zur Verfügung als die anderen. Und den Sprint auf 100 km/h erledigt der Yeti in knapp elf Sekunden. Das Sechsgang- Getriebe lässt sich dabei spielerisch leicht und präzise bedienen. Wahlweise bieten die Tschechen auch ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG, 1400 Euro) an. Wegen der großen und steilen Stirnfl äche geht dem Yeti aber so oder so bei 185 km/h auf der Autobahn die Luft aus.

Nur etwas schneller ist der Renault mit seinem 120 PS starken Vierzylinder. Die Franzosen setzten konsequent auf Downsizing (1,2 Liter Hubraum plus Turbolader) und kombinieren den Captur TCe 120 serienmäßig mit dem Doppelkupplungsgetriebe EDC (Effi cient Dual Clutch). Für bequemes Mitschwimmen im Straßenalltag ist das System eine gute Wahl. Die Gangwechsel passieren ruckfrei und absolut unbemerkt.

Für sportliche Fahrweise würde man sich aber einen direkter umgesetzten Manuell-Schaltmodus wünschen. Zudem rutscht der Wählhebel auf abgesperrten Rundkursen oder im Slalomparcours zu leicht wieder in den Automatikmodus. Das kostet Zeit und Nerven. Und weil der Motor weder akustisch noch dynamisch echte Emotionen weckt, entscheidet man sich am Ende meist fürs Mitschwimmen im Straßenverkehr.

Ein Verbrauchsvorteil in der Praxis konnten wir mit dem Downsizing- Konzept im Captur nicht herausfahren. Entgegen der optimistischen EU-Normverbrauchsangabe von 5,4 Liter Super auf 100 km stehen bei uns durchschnittlich 6,7 Liter im Protokoll.

Motor und GetriebeMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Beschleunigung150918093788190
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150423150334740
Getriebeabstufung100807576807876
Kraftentfaltung50353033282832
Laufkultur100626260615860
Verbrauch325245247253234254258
Reichweite25141413101219
Kapitelbewertung1000569539578524558575

 

Fahrdynamik

Trotz deutlich weniger Leistung fährt der Mini Countryman seinen Kontrahenten (mit Ausnahme des Skoda Yeti) auf dem engen Handlingkurs schnell auf und davon. So agil wie er lenkt kein anderer ein, so willig folgt kein anderes Heck den Richtungswechseln. Das sanfte und sehr gut dosierbare Übersteuern bei Lastwechseln lässt sich hervorragend nutzen, um die Rundenzeiten zu verbessern. Und wer das kleine Sporthebelchen unter der Klimabedienung aktiviert (130 Euro), kann Lenkung und Gasannahme schärfen. Dass der Skoda Yeti dem Engländer auf der Rennstrecke dennoch den Schneid abkauft, liegt neben der Extrapower vor allem an den breiteren Dunlop- Sportreifen. Damit erreicht der Tscheche nicht nur Bestwerte bei den Bremsmessungen (35,5 Meter), sondern auch deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten. Und so lässt er sich mit überragender Traktion und viel Drehmoment aus den Kehren herausbeschleunigen, ohne dass das kurveninnere Vorderrad wild durchdreht.

So viel Sportsgeist würde man sich im Renault wünschen. Sein hektisch und früh eingreifendes ESP lässt sich nicht deaktivieren und raubt einem jeden Fahrspaß. Dadurch wird selbst die Slalomfahrt zum Balanceakt zwischen den Regelzyklen. Schlägt die Elektronik einmal Alarm, wird der Captur gnadenlos eingebremst.

Besser funktioniert das System bei Peugeot. Der kompakte Löwe reagiert spürbar williger auf Lenkbefehle, er ist insgesamt merklich dynamischer ausgelegt. Die Traktionskontrolle lässt indes auch hier am Kurvenausgang nicht allzu viel Schlupf zu. Dabei kann man sich über mangelnde Traktion eigentlich nicht beschweren.

Deaktiviert man den Schleuderschutz im Mitsubishi, kann man das Heck mit gezielten Lastwechseln schnell zum Eindrehen provozieren. Mit etwas Übung ist es deshalb möglich, in schnellen Wechselkurven immerhin das ansonsten ausgeprägte Schieben über die Vorderräder zu unterbinden. Dennoch – ein Sportler ist der ASX nicht. Nur behäbig lässt er sich zu Richtungswechseln überreden. Die leichtgängige Lenkung ist gefühllos, dazu sind Lenkübersetzung wie Schaltwege zu lang für wirklichen Fahrspaß. Und der Wendekreis von zwölf Metern lässt den Japaner nicht einmal in der Stadt agil wirken. Zu guter Letzt missfällt er in diesem Sextett auch mit den schlechtesten Bremsleistungen: Im Schnitt braucht der ASX für eine Vollbremsung aus Tempo 100 mehr als 38 Meter.

Besser macht es der Opel Mokka, der eine halbe Autolänge vorher zum Stehen kommt. Außerdem hinterlässt der Rüsselsheimer auch auf dem Handlingparcours einen sehr ausgeglichenen Eindruck. Wer nicht zu hektisch am Lenkrad dreht, kann sogar die ESPEingriffe auf ein Minimum reduzieren. Ein zu hart oder schnell eingeleitetes Lenkmanöver führt aber auch hier unweigerlich zu abruptem Einbremsen.

FahrdynamikMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Handling150513941473337
Slalom100564543533537
Lenkung100828078807776
Geradeauslauf50383837383737
Bremsdosierung30191818201715
Bremsweg kalt150928573848566
Bremsweg warm150958378918069
Traktion100383634383430
Fahrsicherheit150135128132128134126
Wendekreis201291110108
Kapitelbewertung1000618561545589542501

 

Umwelt und Kosten

Auch wenn bei einigen Testkandidaten viel Kleinwagentechnik verbaut ist, so erinnern die Preise um 20.000 Euro eher an die teurere Kompaktklasse. Günstigster im Feld ist der Peugeot. Für 17.950 Euro erhält man zudem schon eine überdurchschnittlich gute Ausstattung mit Nebelscheinwerfern, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Schnittstelle. Weil sich auch die Kraftstoffkosten in Grenzen halten, fährt man mit dem 2008 insgesamt am günstigsten.

Selbst wenn der Renault mit 19.390 Euro etwas teurer ist, bleibt die Kalkulation fair. Schließlich ist hier ja schon ein Doppelkupplungsgetriebe an Bord. Zum Vergleich: Ein Clio mit gleichem Antrieb kostet bereits 18.400 Euro.

Mehr Qualität fürs Geld bekommt man allerdings bei Opel. Der noch bei Chevrolet in Korea und bald auch im spanischen Saragossa gefertigte Mokka ist mit solider Grundausstattung schon ab 18.990 Euro zu haben. Und die 20-seitige Ausstattungsliste bietet sinnvolle Sicherheitsfeatures und viel Spielraum für Individualisierungen.

Genauso teuer ist der ASX, der mit drei Jahren Garantie Punkte sammelt. Beim teuersten Kandidaten – dem Skoda für mindestens 20.450 Euro – kosten selbst Berganfahrhilfe, Klimaanlage oder CD-Radio schon Aufpreis. Und so verliert der Yeti das Kostenkapitel klar. Dafür bekommt man für ihn – wie auch für den ebenso teuren Mini One Countryman (20.350 Euro) – die umfangreichsten Ausstattungslisten, die unter anderem Xenon- und Kurvenlicht, Einpark- und Bergabfahrassistenten bieten.

Kosten/UmweltMax. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Bewerteter Preis675244265296258278275
Wertverlust50252728262726
Ausstattung25171717182318
Multimedia50171921202219
Garantie/Gewährleistung50281828282731
Werkstattkosten20151313161213
Steuer10999999
Versicherung40373636373734
Kraftstoff55404041384142
Emissionswerte25222221212222
Kapitelbewertung1000454466510471498489

 

Fazit

Zugegeben – den Neuzugängen aus Frankreich haben wir ein starkes Testfeld entgegengesetzt. Und dafür schlagen sich der Renault Captur und der Peugeot 2008 gar nicht schlecht. Das Crossover mit dem Löwen im Grill kann sich durch seine gute Kostenbilanz sogar einen Podestplatz ergattern – vor dem teuren Mini, dem Captur und dem Bestseller von Mitsubishi.

Noch besser kann es der größere Opel Mokka, der hier wegen seiner guten Allroundqualitäten und der soliden Verarbeitung auf den zweiten Platz fährt.

Weit davor thront der Skoda Yeti, der nicht nur durch beste Raumausnutzung und Qualität besticht, sondern auch mit eindrucksvoller Fahrdynamik. Richtig günstig ist das erwachsene SUV-Angebot aus Tschechien aber längst nicht mehr.

Gesamtbewertung

Max. PunkteSkoda Yeti 1.4 TSIOpel Mokka 1.6Peugeot 2008 120 VTiMini One CountrymanRenault Captur TCe 120 EDCMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD
Summe5000289427362721271627162712
Platzierung123456

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