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ADAC Crashtest: Airbags reichen oftmals nicht aus

Unfallopfer oft nicht angeschnallt

20 Prozent der tödlich verunglückten Insassen auf deutschen Straßen trugen im vergangenen Jahr laut ADAC keinen Gurt. Crashtests belegen: Airbags alleine reichen oftmals nicht aus

Airbags allein können Autofahrer bei einem Unfall nicht vor schweren Verletzungen schützen. "Nur der zusätzliche Anschnallgurt verhindert, dass Fahrer und Beifahrer nicht gegen Armaturen und die Windschutzscheibe geschleudert werden", betont Christian Buric vom ADAC.

Zumal die Luftsäcke bei einem Aufprall mit vergleichsweise geringem Tempo bis 30 km/h oft gar nicht auslösten. Das haben Crashtests des Clubs mit 30 und 64 km/h gezeigt.

ADAC: Lebensgefahr für nichtangeschnallte Personen

Laut dem ADAC war jeder Fünfte der tödlich verunglückten Autoinsassen im Jahr 2011 nicht angeschnallt. Mit Gurt hätte nach Einschätzung des Clubs der Großteil überlebt. Immerhin seien 98 Prozent der Autofahrer in Deutschland keine Gurtmuffel.

"Unangeschnallten Fahrzeuginsassen drohen bereits bei einem Crash mit Tempo 30 schlimme Verletzungen an Kopf, Hals und Oberkörper", warnt Buric. Ein solcher Unfall entspreche einem Sturz aus vier Metern Höhe. "Mit Gurt geht er in der Regel glimpflich aus."

Einen Aufprall mit 64 km/h können angeschnallte Fahrer und Beifahrer in modernen Pkw ebenfalls nahezu unverletzt überstehen, folgert Buric aus den jüngsten Crashversuchen. Ohne Gurt sehe die Sache ganz anders aus: "Mit großer Wahrscheinlichkeit schlagen Gurtmuffel durch den Airbag gegen Frontscheibe und Armaturen und rutschen dann in den Fußraum, wo die unteren Extremitäten regelrecht zusammengefaltet werden." Lebensgefährliche Verletzungen an Kopf und Brust oder dauerhafte Schädigungen der Beine seien dabei sehr wahrscheinlich.

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Passagiere auf der Rückbank sollten die Anschnallpflicht ebenfalls ernst nehmen. Legen Hinterbänkler den Gurt nicht an, setzten nicht nur sein eigenes Leben aufs Spiel, sondern auch das der Insassen vorne im Wagen, betont Buric.

Denn wenn unangeschnallte Mitfahrer bei einem Unfall unkontrolliert nach vorne geschleudert werden, können sie den Fahrer oder Beifahrer mit ihrem Körper erschlagen.
dpa/az