Corvette Z06R GT3 2012 im Tracktest Weisser Riese

25.02.2012
Inhalt
  1. Ungleiche Partner
  2. enDlose motorhaUBe
  3. Reichlich Drehmoment
  4. technische Daten

Mit einer Corvette Z06 traten Heinz-Harald Frentzen und Sven Hannawald im ADAC GT Masters 2011 an. Wir fuhren den US-Sportler im Tracktest

Ein paar Umdrehungen des Anlassers, dann startet der Motor mit einem sonoren, fast grollenden Ton. Sieben Liter Hubraum, verteilt auf acht Zylinder, sorgen im Fall der Corvette Z06R GT3 von Callaway Competition nicht allein für reichlich Leistung und Drehmoment – sie ergeben auch einen beeindruckenden Klangkörper. Und dabei absolviert das Triebwerk gerade einmal seine Aufwärmübungen in einer der Boxen des Hockenheimer Motodroms. Die Mechaniker lassen den V8 laufen, damit Öl und Wasser vor meiner Ausfahrt schon auf Betriebstemperatur kommen. Bis das erledigt ist, gibt mir Heinz-Harald Frentzen noch einige Erläuterungen zum richtigen Umgang mit dem GT3-Sportwagen. In der abgelaufenen Saison war diese Corvette sein Arbeitsgerät.

 

Ungleiche Partner

Gemeinsam mit dem früheren Skiflug-Weltmeister Sven Hannawald bildete Frentzen das wohl prominenteste Fahrerdoppel im Starterfeld des ADAC GT Masters 2011. Ein eher ungleiches Duo, wenn man die motorsportlichen Erfahrungen der beiden betrachtet. Denn während Späteinsteiger Hannawald erst seit 2005 Rennen bestreitet, ist sein Teamkollege einer der erfolgreichsten deutschen Piloten überhaupt. Zwischen 1994 und 2003 startete Frentzen in der Formel 1, feierte drei Grand-Prix-Siege und wurde 1997 Vizeweltmeister. Die Rollenverteilung war damit klar: Der Ex-F1-Star sollte nicht nur als Top-Pilot für die schnellen Rundenzeiten sorgen, sondern auch seine Erfahrungen an Hannawald weitergeben. „Mein Lehrling hat in dieser Saison einen guten Fortschritt gemacht“, erzählt Frentzen. „Gegenüber dem Saisonstart ist Sven hier in Hockenheim 1,5 Sekunden pro Runde schneller geworden.“

 

enDlose motorhaUBe

Inzwischen steht die Callaway-Corvette startbereit in der Boxengasse. Mit etwas Mühe zwänge ich mich in den Sitz und werde von einem Mechaniker angeschnallt. Während er danach die Tür schließt, versuche ich mich zu orientieren: Die Motorhaube vor mir ist lang – und wo sie wirklich endet, kann ich momentan eigentlich nur erahnen. Viel Zeit bleibt aber nicht, um über dieses Detail nachzudenken. Denn jetzt bekomme ich das Signal zum Anlassen des Triebwerks. Und dem Druck auf den Starterknopf folgt die Erkenntnis, dass der Sound des mächtigen V8-Motors auch im Innenraum beeindruckt. Schlagartig wird mir bewusst, dass meine Ohrenstöpsel in irgendeiner Ecke der Boxen liegen. Zu spät – das lautstarke Heavy Metal-Konzert unter der Motorhaube hat bereits begonnen. Also trete ich die Kupplung und lege den ersten Gang ein. Im Gegensatz zu einigen anderen GT3-Sportwagen im Feld des ADAC GT Masters verfügt die Corvette nicht über Schaltwippen. Das sequenzielle Getriebe des britischen Herstellers Hewland wird per Schalthebel manuell bedient.

 

Reichlich Drehmoment

Eine untenliegende Nockenwelle, dazu lediglich zwei Ventile pro Zylinder – das Motorkonzept der Corvette klingt eigentlich wenig zeitgemäß. Doch die Leistungsdaten sind eindrucksvoll: Rund 540 PS produziert das mit einem Luftmengenbegrenzer ausgestattete Triebwerk. Und schon die ersten Meter auf der Rennstrecke zeigen, dass der großkalibrige V8 dank seines kräftigen Drehmoments bereits bei niedrigen Drehzahlen vehement nach vorn stürmt. Gut zu wissen, dass eine Traktionskontrolle an Bord ist. Bei noch kalten Reifen könnte sorgloser Umgang mit dem Gaspedal sonst schnell neben der Strecke enden.

Das Fahrverhalten der Callaway-Corvette ist berechenbar und von einer Tendenz zum Untersteuern geprägt. Bremsen und Herunterschalten erfordern einige Übung, denn dabei muss gleichzeitig Zwischengas gegeben werden. „Wenn man sich einmal darauf eingeschossen hat, ist das kein Problem“, hatte mir Heinz-Harald Frentzen mit auf den Weg gegeben. Doch mir reichen die wenigen Runden nicht, um den Bewegungsablauf perfekt zu synchronisieren. Prompt bremse ich stets etwas zu früh und nicht hart genug – und nutze so das Potenzial der Bremsanlage nicht aus. Dabei sieht Frentzen gerade hier Vorteile gegenüber der Konkurrenz: „Auf der Bremse haben wir unheimlich viel Zeit gutgemacht. Außerdem geht das Auto über die Distanz sehr schonend mit den Reifen um.“

Siege blieben für Frentzen/Hannawald 2011 außer Reichweite. Doch immerhin verpassten sie mit Platz vier auf dem Red Bull Ring einmal nur sehr knapp das Siegerpodium im hart umkämpften ADAC GT Masters. „Es hat Spaß gemacht, ich habe die Saison genossen“, zieht Heinz-Harald Frentzen eine positive Bilanz seiner Einsätze in der weißen Corvette.
Dieter Serowy

 

technische Daten

Corvette Z06R GT3 Motor V8-Zylinder, 2-Ventiler Bohrung/Hub 104,7 x 101,5 mm Hubraum 6987 cm³ Leistung ca. 396 kW / 540 PS bei 6100 /min Max. Drehmoment ca. 700 Nm bei 5500 /min Getriebe 6-Gang, sequenziell Antrieb Hinterrad Fahrwerk vorn: Doppelquerlenker, Federn, Dämpfer, Stabilisator; hinten: Doppelquerlenker, Federn, Dämpfer, Stabi.; Traktionskontrolle Bremsen rundum innenbelüftete Scheiben; vorn: Sechskolben-Bremssättel, hinten: Vierkolben-Bremssättel; ABS Felgen v.: 12 x 18, h.: 13 x 18 Reifen vorn: 30/65-18; hinten: 31/71-18 Leergewicht 1272 kg; Radstand 2648 mm; L/B/H 4545/1927/k.A. mm; Tankinhalt 100 Liter

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