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Ratgeber: Fahrwerks-Nachfertigung

Auf Kurs gebracht

Und gerade eine Starrachse braucht eine feste „Hand“, die sie führt. Der Besitzer trägt vorab mit bei zum Gelingen: Bereits zum Begutachtungstermin erscheint er mit frischen Polyurethanbuchsen für die Vorderachse. Eine gute Basis.

DER TAUNUS MAG KEINE STANDARD-WARE

Bei der Begutachtung des Fahrwerks stellt sich heraus, dass sämtliche Komponenten neu angefertigt werden müssen. Aus dem H&R-Standardprogramm passt leider nichts. So war das zwar nicht geplant, aber kein Problem.

Die Federn werden neu gewickelt, gehärtet, geschliffen, geprüft und pulverbeschichtet, die Gasdruckdämpfer befüllt und mit den richtigen Aufnahmen versehen. Vorn ist am Taunus-Fahrwerk konstruktiv keine Höhenverstellung möglich.

Hier kommen exakt nach Vorgabe gefertigte härtere Federn zum Einsatz. Hinten ist eine Angleichung aber leicht realisierbar. Bei H&R finden sich im Programm die richtigen Aluminium-Federsitze mit selbsthemmenden Gewinden, um eine Gesamtabsenkung von rund 40 Millimetern zu erreichen.

Ein Besonderheit hält die Hinterachse noch bereit: Die Feder ist an der Zugstrebe auf etwa halbem Weg zwischen Rad und Anlenkpunkt der Zugstrebe an der Karosserie untergebracht. Jede Änderung geht also mit einem Faktor in die Rechnung ein, denn die Feder liegt nicht auf einer Ebene mit dem Rad.

Beim Einbautermin zeigt sich, dass die Experten richtig gerechnet haben. Der Ford liegt unbeladen vorn etwa 45 Millimeter tiefer als zuvor. Hinten entscheidet man sich für 15 Millimeter Absenkung – was wieder geändert werden kann.

Schon der erste prüfende Druck auf den Kotflügel nach dem Einbau lässt den Taunus-Besitzer staunen: Der Wagen federt nicht mehr „metertief ein“, sondern zuckt nur kurz. Es folgt eine erste Fahrprobe über kleine Sträßchen im Sauerland.

Alle sind positiv überrascht: Der Taunus hat „nun endlich ein Fahrwerk“ – so Wolfgang Wand. Bei dem leichten Regen und den feuchten Straßen an diesem Tag kann man gut das Kurvenverhalten prüfen. Kehren, die vorher mit allergrößter Vorsicht angegangen werden mussten, passiert der alte Ford recht souverän.

Und auch lange Bodenwellen, die vorher zu Seekrankheit führten, lassen den Taunus nun kalt. Starkes Bremsen quittiert er mit nur noch geringem Eintauchen. Dabei hat der Fahrkomfort nicht gelitten: Es bleiben ja auch immer noch beträchtliche Federwege – und auch die Restfederwege sind noch üppig dimensioniert.

25 Millimeter sind es vorn wie hinten bei 1,5-facher Beladung. Ein rundum vernünftiges Fahrwerk also, das den Endkunden bei H&R etwa 1800 Euro kosten würde. Im Rahmen unserer Facebook-Aktion war es für Taunus-Besitzer Wand aber kostenlos.

Bezugsquelle:
Die Firma H&R fertigt auch nach Muster komplette Fahrwerke für klassische Automobile nach

H&R Spezialfedern GmbH
Elsper Str. 36
57368 Lennestadt
Tel.: 02721 / 92600
www.h-r.com

Thomas Elbrigmann