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Classic Cars - Ikonen: Opel CD und Bitter CD

Die Legende lebt

Jens Cooper, seit vielen Jahren designbegeisterter Mitarbeiter im Team von Opel Classic, bearbeitete die Verantwortlichen so lange, bis Ende 2010 das OK für eine Restaurierung der – von Handwerkern reichlich ramponierten – CD-Studie kam. Nach zeitraubenden Vorarbeiten an der Karosserie wurde der Farbton "candy apple" von Glasurit "detektivisch" ermittelt und von Lackkünstlern im Werk perfekt aufgetragen. Eine Spezialfi rma für Helikopterscheiben fertigte nach einer maßgenauen Schaumform eine neue Plexiglasverkleidung für den Innenraum – eine mehrere Versuche dauernde Prozedur. Akribisch wurde das Interieur von Jens Cooper und seinen Kollegen aufgearbeitet und mit teilweise neu angefertigten Schaltern versehen. 2012 war es dann soweit, beide CD-Studien erstrahltem in neuen Glanz: Die Legenden waren auferstanden. Und heute sind sie die Highlights des Opel-Classic-Parade in Rüsselsheim.

DEM OPEL CD FOLGTE 1973 DER BITTER CD

"Gegenwärtig hat Opel nicht die Absicht, den Opel CD in Produktion zu nehmen“, verkündeten die Rüsselsheimer 1969. Doch da hatten die GM-Verantwortlichen die Rechnung ohne eine Männerfreundschaft gemacht. 1968 lernten sich der Rennfahrer Erich Bitter und Opel-Verkaufschef Bob Lutz in Hockenheim kennen, wo Bitter mit der legendären "Schwarzen Witwe", einem Rennwagen auf Rekord C-Basis, für Furore sorgte. Lutz hatte die imagefördernde Wirkung eines Sportwagens im Stile der CD-Studie erkannt. Erste Gehversuche mit dem Intermeccanica Indra, einem Sportwagen mit Opel-Mechanik, scheiterten an der Qualität. Im Anschluss fertigte Karosserieschneider Frua für Opel zwei fahrtüchtige Exemplare einer neuen Coupé-Studie. Die Umsetzung scheiterte jedoch an den Schwierigkeiten, den Entwurf in Großserie zu fertigen. Bob Lutz erinnerte sich an Erich Bitter, der als Importeur des Indra längst auf die Idee gekommen war, ein eigenes Auto auf die Beine zu stellen. Nach vier Jahren Vertragspoker, unzähligen Meetings und Designbesprechungen folgte das Einverständnis von GM und Opel: Der Sportwagen mit Namen Bitter Diplomat CD wurde gebaut. Bob Lutz schlug die Karosseriefi rma Baur in Stuttgart als Produktionspartner vor, und Bitter kam mit den renommierten Karosseriebauern ins Geschäft. "Es gab nie einen Prototyp des CD. Die Opel-Designer formten bei Baur in Stuttgart ein 1:1-Modell, und daraus entstanden dann die Werkzeuge für die Produktion", erzählt Bitter und betont, dass es ohne Bob Lutz und das fachkundige Baur-Team den Bitter CD nie gegeben hätte.

>> Teil 3: Fazit, technische Daten und Marktlage

Werner Müller