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Fiat 125 S, Alfa Giulia 1300 Super & Lancia Fulvia GT: Vergleich

Doppel-Nocker

Erst auf der Autobahn muss sie die Waffen strecken. Ihre mit einfallsreichen Verzierungen geschmückte, quadratisch-praktische Karosse stellt dem Wind zu viel Widerstand entgegen.

Mehrals 150 km/h sind kaum drin. Ein solides Reisetempo ist schon erreicht, wenn der sogar für Lancia-Verhältnisse skurrile Walzentacho 120 anzeigt.

DIE FEINE FULVIA WILL GUT GEPFLEGT WERDEN

Das Fahrwerk mit Blattfedern und hinterer Starrachse sorgt für Verwunderung, wenn man bedenkt, dass ein Vorgängermodell der Fulvia, die Aprilia, schon in den 30er-Jahren rundum Einzelradaufhängung besaß.

Mit dem Federungskomfort ist es tatsächlich nicht weit her, doch die Straßenlage ist hervorragend, die Lenkung wunderbar präzise, und auch das Bremsverhalten weit besser, als man es von einem so kompakten Auto aus den 60ern erwartet.

Im Spritkonsum gibt sich der kleine Lancia-Motor insgesamt etwas genügsamer als die Doppelnocker von Fiat und Alfa Romeo, doch dafür verlangt die Fulvia in regelmäßigen Abständen nach intensiverer Pflege und Wartung.

Wer glaubt, Ende der 60er-Jahre seien Schmiernippel schon Schnee von gestern gewesen, wird hier eines Besseren belehrt. So endet der ungleiche Dreikampf diesmal mit einem klaren Punktsieg für die Alfa Giulia 1300 Super.

Sie bereitet am meisten Fahrspaß und versteht es am besten, ihre technische Beschlagenheit und ihren anmutigen Körperbau mit Temperament und Manieren zu einem rundum attraktiven Gesamtbild zu verbinden.

Folgerichtig erzielt Alfas sportiver Viertürer selbst bei vorsichtiger Einschätzung die höchsten Marktwerte und verspricht für die Zukunft stabile Steigerungsraten – gute Voraussetzungen für die Anschaffung oder Restaurierung dieses Modells Erhobenen Hauptes verlässt aber auch der Fiat den Schauplatz des Wettstreits.

Er besitzt praktische Qualitäten, die ihn zu einem großartigen Alltags-Oldie prädestinieren. Allerdings mangelt es dem Fiat 125 S ein wenig an Sportsgeist. Wer ihn fährt, wird zwar keine weite Anreise zum Clubtreffen scheuen, aber wenig Lust verspüren, fünf Alpenpässe an nur einem Tag zu überqueren.

Eine derartige Aufgabenstellung kitzelt in der Lancia Fulvia GT dagegen nur den Ehrgeiz wach, die Umwelt ins Staunen zu versetzen. Das gerne genommene Motto „klein, aber oho“ trifft auf die zierliche Italienerin in jeder Hinsicht zu.

Nun sind wir darauf gespannt, ob dieses neue Testurteil die Stimmung im Ristorante wieder heben wird. Der Montepulciano wartet schon.

>> Fazit, technische Daten und Marktlage

Karsten Rehmann