Dodge Viper RT/10: Classic Cars

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Dodge Viper RT/10: Classic Cars
Dodge Viper RT/10 Foto: AUTO ZEITUNG

Brachiale Kräfte ohne Sicherheitsnetz: In den Anfangsjahren hatte der Brutalo-Roadster weder ABS noch Airbags.

Dodge Viper RT/10 - Klassisch-Rot
Dodge Viper RT/10

Unwiderstehlich: Selbst im Stand suggeriert die Viper Geschwindigkeit. Im ersten Baujahr gab es den Roadster nur in Rot.

Dodge Viper RT/10 - Sidepipes
Dodge Viper RT/10

Vorsicht, heiß: Bei den frühen Modellen strömt der Atem des Triebwerks durch Sidepipes unter den Türen.

Dodge Viper RT/10 - Viper-Wappen
Dodge Viper RT/10

Klare Ansage: Viper-Wappen mit Giftzähnen.

Dodge Viper RT/10 - GFK-Haube
Dodge Viper RT/10

Unter der GFK-Haube pocht das riesige Herz mit zehn Zylindern.

Dodge Viper RT/10 - Cockpit
Dodge Viper RT/10

Reihenweise Rundinstrumente, aber keine Klimaanlage im schlichten Cockpit.

Dodge Viper RT/10 - Chrysler-Vize Bob Lutz
Dodge Viper RT/10

Der Vater der Viper: Chrysler-Vize Bob Lutz (r.) und der damalige Chefingenieur François Castaing.

Dodge Viper RT/10 - Front
Dodge Viper RT/10

Die Viper RT/10 war ein Roadster ohne Wenn und Aber. Ein optionales Hardtop gab es erst ab 1996.

Dodge Viper RT/10 - Heck
Dodge Viper RT/10

Ultraflach, hammerbreit: Das Viper-Heck fasziniert.

Dodge Viper RT/10 - Drei-Speichen-Felgen
Dodge Viper RT/10

Drei-Speichen-Felgen aus Alu-Druckguss in 17 Zoll – hübsch, aber stolze 14 kg schwer.

Dodge Viper RT/10 - Die Sitzflächen
Dodge Viper RT/10

Die Sitzflächen sind aus Kunstleder, auch das Armaturenbrett sieht abwaschbar aus.

Dodge Viper RT/10 - Giftzahn
Dodge Viper RT/10

Bärenstark, optisch unwiderstehlich und genauso roh und ungehobelt wie Shelbys Original von 1961.

Dodge Viper RT/10: Schon der Anblick dieses Classic Cars ist elektrisierend. Die Fakten verursachen Schweißausbrüche: acht Liter Hubraum, zehn Zylinder. Wehe, diese Schlange packt dich!

Die Dodge Viper RT/10 ist das Gegenteil von "Over-Engineering". Wäre Bob Lutz Sprachwissenschaftler, hätte er diesen Begriff vermutlich zum Unwort des Jahrhunderts erklärt. "Keep it simple" war sein Motto, erst recht, nachdem er im Herbst seiner Karriere als Executive Vice President bei der Chrysler Corporation in Dienst getreten war und kaum unterscheiden konnte, was prekärer war: die Finanzlage des Konzerns oder das Image seiner Kernmarken Chrysler, Plymouth und Dodge. Vor allem Dodge brauchte dringend ein "Halo-Car", einen Image-Booster.

Lutz, der für den Weg ins Büro am liebsten den eigenen Heli oder einen Lamborghini Countach aus dem Konzernfundus benutzte, scharte fürs Brainstorming Leute um sich, die seine Art zu denken teilten: den Cobra-Erfinder Carroll Shelby, der braven Chrysler Coupés per Werkstuning Sportsgeist eintrichterte, und Tom Gale, den aufstrebenden Star in der Designabteilung. Der gemeinsame Nenner war schnell gefunden: Eine neue Cobra sollte her, bärenstark, optisch unwiderstehlich und genauso roh und ungehobelt wie Shelbys Original von 1961. Auch interessant: Unsere Produkttipps auf Amazon

Das Dodge Charger Daytona SRT Concept (2022) im Video:

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Video: Dodge

Classic Cars fährt die Dodge Viper RT/10

Im Januar 1989 präsentierte Dodge eine Studie, die zum Star der Motorshow avancierte. Jungdesigner Craig Durfee zeichnete für die Form verantwortlich. Der passende Name lag Lutz und Shelby vermutlich auf der Zunge: Viper. Unter der Haube: ein riesiger Truck-Motor, eigentlich für den Dodge RAM Pick-up entwickelt. Es war der erste Zehnzylinder in einem Personenwagen. Wer sich hinter dem wuchtigen Instrumentenbord in den Sitz fallen lässt und das Tier unter der endlosen Motorhaube zum Leben erweckt, braucht starke Nerven und eine kundige Hand. ABS? Fehlanzeige. ESP? Keine Ahnung, was das ist. Airbags? Haha! Hier steht eine Fahrmaschine, die keine Fehler verzeiht. Dieter Bohlen hatte eine als Spielzeug. Fuhr er sie oder sie ihn? Wir lassen das mal so stehen und Michael Mintgen, Chef des Rennstalls Vulkan-Racing aus Mayen, die Fahreigenschaften beschreiben. "Das Auto ist die schiere Gewalt. Du musst die Reifen sorgfältig auf Temperatur bringen und brauchst ein gutes Set-up fürs Fahrwerk. Im Serienzustand ist die Dodge Viper RT/10 unfahrbar."

Was Schaltung und Lenkung angeht, fühlt sich die Viper an wie ein zwei Meter tiefergelegter Kenworth-Truck. Über 600 Nm schieben die Fuhre nach vorn wie beim Katapultstart auf einem Flugzeugträger. Das Getriebe ist für Showstarts auf dem Highway gut, aber bei Dauer-Highspeed auf der Autobahn wird es ihm zu heiß. Kenner:innen bauen daher nachträglich einen Getriebeölkühler ein. Wenn die Maschine auf Temperatur ist, strahlt sie auf ihre Umgebung ab wie der Gartengrill aufs Kotelett. Ahnungslose Beifahrer:innen bekommen das beim Aussteigen zu spüren, wenn sie sich am Schweller die Jeans ankokeln. Denn unter den Türen münden bei der frühen US-Version die Auspuffrohre. Erst ab Baujahr 1994 beginnt in der Dodge Viper RT/10-Historie die Zivilisation in Form einer Klimaanlage. Bob Lutz hat das wahrscheinlich nur zähneknirschend akzeptiert.

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Technische Daten der Dodge Viper RT/10

MOTOR
V10-Zylinder, zentrale Nockenwelle, zwei Ventile pro Zylinder, Bohr. x Hub 101,6 x 98,5 mm, Hubraum 7987 cm³, Leistung 294 kW / 400 PS bei 4600/min, max. Drehm. 610 Nm bei 3600 /min

KRAFTÜBERTRAGUNG
Manuelles Sechsganggetriebe, Hinterradantrieb

KAROSSERIE & FAHRWERK
2-sitziger Roadster. Stahl-Kastenrahmen, Außenhülle glasfaserverstärkter Kunststoff. Einzelradaufhängung an Leichtmetall-Doppelquerlenkern, Schraubenfedern, Gasdruckdämpfer, innenbelüftete Scheibenbremsen, Bereifung vorn 275/40 R 17, hinten 335/35 R 17

MASSE & GEWICHTE
Radstand 2444 mm, Gesamtlänge 4448 mm, Höhe 1150 mm. Leergewicht 1540 kg

FAHRLEISTUNGEN*
v-max 266 km/h, 0–100 km/h in 4,9 s, Verbr. 15,2 l/100 km

BAUZEIT & STÜCKZAHL
Vier Versionen von 1992-2010, Gen. I, Typ RT/10: 1992-96, Gen. II, Typ GTS: 1996-2003, Gen. III, Typ SRT-10, 2003-08 Gen. IV, Typ SRT-10 Coupe: 2008-10. Gesamtstückzahl: ca. 25.000

Messwerte aus AZ 13/1993

Frank Korn, Glenn Elgin