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Datsun 240Z und Ford Capri: Ikonen der Siebziger-Jahre im Vergleich

Marken-Botschafter

Ganz anders gibt sich der Datsun 240Z. Einmal Platz genommen, macht man zwar ähnlich lange Arme und Beine wie im Ford Capri, doch wirkt allein das Raumgefühl deutlich beengter. Auch die Sitze sind spürbar straffer. Ein schweifender Blick über das Armaturenbrett verrät: Wer wenig zahlt, darf keinen Luxus erwarten. Die mattschwarze Kunststoffszenerie erscheint mehr funktional als wertig. Zugute halten muss man dem Cockpit allerdings, dass es wie aus einem Guss geschaffen und deutlich dynamischer wirkt als das eher kantige Ford-Interieur mit Holzintarsien. Für den damaligen Preis beider Autos konnten die Käufer auch nicht mehr erwarten – und sollten es auch nicht.

Z-Modelle und Capri: zwei Verkaufs-Millionäre

Der Capri und der Datsun wirken dabei beileibe nicht billig, aber eben auch nicht luxuriös. Im Z versöhnen das große Lenkrad mit Holzkranz und der griffige Schalthebel nicht nur optisch, sondern auch im Fahrbetrieb. Die äußerst direkte Lenkung und das knackig zu schaltende Fünfgang-Getriebe passen hervorragend zum drehfreudigen Sechszylinder. Die 130 PS des 2,4-Liter-Reihensechsers katapultieren den nur knapp über eine Tonne wiegenden Gran Turismo in unter zehn Sekunden auf Tempo 100. Kernig-röhrend setzt er Gasbefehle sofort um. Während der Capri mit seiner hinteren Starrachse etwas behäbig unterwegs ist, wartet der Datsun mit Einzelradaufhängung rundum auf. Es ist eine Freude, den quirligen Nippon-Sportler durch Kurvengeschlängel zu scheuchen. Allerdings ist bei dem stark motorisierten Fliegengewicht eine kundige Hand gefragt. Ein besseres Preis-Fahrspaß-Verhältnis konnte Ende der 60er kein anderes Auto bieten - zumindest in den USA.

In den Staaten fand der 240Z zum Einstiegspreis von 3500 Dollar als Jedermann-Sportwagen fast 60.000 Käufer pro Jahr. Ganz anders fällt die Bilanz in Deutschland aus: Zu uns kam der Datsun 240Z erst im Jahr 1973, also kurz vor dem Ende der Baureihe, und kostete zudem stolze 17.600 Mark – fast 5000 Mark mehr als ein Opel GT. Lediglich 303 Fahrzeuge wurden hierzulande bis 1974 verkauft. Da hatte der Capri I schon die Millionen-Marke geknackt. Den großen Durchbruch schaffte aber auch der Nippon-Sportler noch: Bis heute verkaufte Nissan  immerhin 1,7 Millionen Z-Modelle.

>>Technische Daten und Marktlage

Michael Gorissen