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BMW 3.0 CS (E9) vs. Glas/BMW V8: Vergleich

Wenn zwei das Gleiche tun...

Zudem war die Hinterachse in den frühen Exemplaren wohl noch etwas hart ausgelegt und entsprechend bockig. Der V8 gab sich im Drehzahlkeller wenig elastisch, was wohl auch der sensiblen Vergaseransteuerung geschuldet war.

Hinzu kamen etwas unterdimensionierte Motorlager, die Vibrationen und Schall in die Karosserie übertrugen und so zu einer recht kernigen Geräuschkulisse führten. Außerdem konnte der Glas nicht über seinen Kleinserien-Status hinwegtäuschen.

Die bei Frua gefertigten Karosserien waren nach deutschen Maßstäben lax verarbeitet. Da konnten auch die Glas-Mannen nicht mehr immer alles retten. Es haperte an Kleinigkeiten, was schade  ist.

Denn die sportliche Anmutung im Innenraum, das exzellente Platzangebot (auch fürs Gepäck!) und das schicke Design machen den Glas 3000 V8 zu einem rassigen Gran Turismo, aus dem man nicht mehr aussteigen möchte. Er wird zu Recht geliebt, und man steht traurig vor der Geschichte, die diesem Beau der 60er ein leider nur kurzes Leben schenkte.

BMW setzte auf den Reihen-Sechszylinder

Am 10. November 1966 übernahm BMW bei Glas in Dingolfing das Ruder. Und da es hier bereits das BMW CS-Coupé gab, wurde die Luft dünn für das technisch viel interessantere Adoptivkind V8. Einen Achtzylinder wollten die Bayern nicht.

Sie setzten auf die Kraft des Reihen-Sechsers – sicherlich keine falsche Entscheidung, denn der M30-Motor, der schon den E9 befeuern sollte, feierte noch bis weit in die 90er-Jahre fröhliche Urständ in vielen erfolgreichen BMW-Modellen. 

Den Glas V8 baute man noch ein wenig weiter, behob einige Detailmängel, passte ihn preislich deutlich nach oben an und stellte dann die Produktion 1968 ein. Immerhin: Hans Glas jr. und auch Karl Dompert blieben die Herren im Dingolfinger Zweigwerk.

Der CS gilt gerade als Typ E9 als einer der schönsten BMW überhaupt. Gebaut wurde er bei Karmann im Werk Rheine. Mit seinen drei Litern Hubraum ab 1971 war er wesentlich kräftiger als der Glas – und besaß auch die viel modernere Konzeption.

Wo der Glas mit innovativen technischen Lösungen auftrumpfte, die für eine so kleine Firma geradezu sensationell waren, konterte der Münchner aus Westfalen mit zwar einfacherer, aber keinesfalls schlechterer Technik und besserem Finish, wobei auch hier die Tester damals noch Verarbeitungsmängel fanden.

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Thorsten Elbrigmann