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Audi TT bis VW Passat W8 - Fünf Klassiker der Zunkunft: Ratgeber

Aufheben lohnt sich

BMW 850 CSi

Dass der BMW 850 CSi ein Klassiker wird, ist unstrittig. So fragten sich die Tester bereits bei seiner Markteinführung 1992,wie sie sich in 38 Jahren an den damals stärksten Straßen-BMW aller Zeiten zurückerinnern werden (AZ 3/1993). Seinerzeit zählte er zu den exklusivsten Coupés auf dem Markt. An seine elegante Form konnten die 6er nie heranreichen. Zudem wurde er nur 1530 Mal gebaut. Und er ist ein echter Allrounder.

Mit seinem Mix aus Komfort und Sportlichkeit spielte der 8er in einer eigenen Liga. Was dazu führte, dass sich der 850 CSi nicht nur mit den Luxus-Schlitten Bentley Continental R und Mercedes 600 SEC duellierte, sondern auch im Feld der Supersportwagen Porsche 911 Turbo, Ferrari F355 und Mercedes SL 60 AMG eine sehr gute Figur abgab.

Doch was macht den 8er eigentlich zum Multi-Talent? Da wäre zum einen das Fahrwerk zu nennen: Eine feinfühlige Doppelgelenk-Federbeinachse vorn sorgt in Verbindung mit der Mehrlenker-Hinterachse für herausragende Fahreigenschaften, und das gleichermaßen in scharf gefahrenen Kurven wie auf langen Autobahnetappen.

Bei dieser aufwändigen Konstruktion ließen es die Münchener allerdings nicht bewenden Unter der langen Fronthaube schlummerte der V12-Motor (M70), der bereits in den großen 7ern für Furore gesorgt hatte.

Später war er für den Prototypen M8 geplant und kam in seiner höchsten Ausbaustufe sogar im Supersportwagen McLaren F1 zum Einsatz. Dieser V12 lässt schnell vergessen, dass der 850 CSi fast zwei Tonnen wiegt. Mühelos dreht er hoch und begeistert mit kernigem Sound. Dass er sportlich positioniert war, bestätigt auch die Getriebewahl: Anfangs gab es den Münchener nur mit einer knackigen Sechsgang-Schaltbox. Später folgte eine Viergang-Automatik, die im letzten Produktionsjahr noch einen fünften Gang erhielt.

Dieses Gesamtpaket ließ sich BMW gut bezahlen: Für 180.000 Mark erhielt man vor 20 Jahren auch ein ordentliches Reihenhaus. Doch wer sich für den 850 CSi entschied, der konnte auf Platz gut verzichten. Denn damit kann das Sportcoupé nicht dienen. Vielmehr sitzt das Cockpit nur Fahrern mit schlanker Statur wie angegossen.

Wer die Größe XL bevorzugt, fühlt sich beengt. Dennoch zählt der 850 CSi heute zu den äußerst begehrten BMW-Youngtimern. Ein guter CSi schlägt derzeit mit rund 35.000 Euro zu Buche. Für absolute Top-Exemplare wird bisweilen schon das Doppelte verlangt.

BMW 850 CSi (Bj.1992-96): Daten und Fakten
Antrieb
V12-Zylinder; vorn längs eingebaut; 4-Ventiler; zwei obenliegende Nockenwellen, Kettenantrieb; Gemischbildung: elektr. Einspritzung Bosch Motronic; Bohrung x Hub: 86,0 x 80,0 mm; Hubraum: 5567 cm3; Verdichtung: 9,8:1; Leistung: 280 kW/380 PS bei 5300/min; maximales Drehmoment: 550 Nm bei 4000/min; Sechsgang-Schaltgetriebe; Hinterradantrieb
Aufbau und Fahrwerk
Selbsttragende Ganzstahlkarosserie mit zwei Türen; Radaufhängung vorn: McPherson-Federbeine, Querlenker, Stabi.; hinten: Doppelquerlenker, Zugstreben, Schraubenfedern, Stabi.; Kugelumlauf-Servolenkung; Bremsen: v./h. innenbel. Scheiben/Scheiben; Reifen: v./h. 235/45 ZR 17 / 265/40 ZR 17
Eckdaten
L/B/H: 4780/1855/1340 mm; Radstand: 2684 mm; Spurweite v./h.:1555/1560 mm; Leer-/Gesamtgewicht: 1865/2300 kg; Tankinhalt: 90 l; Bauzeit: 1992 bis 1996; Stückzahl: 1510; Preis (1993): 180.000 Mark
Fahrleistungen1
Beschleunigung: 0 auf 100 km/h in 6,4 s; Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h; Verbrauch: 16,8 l/100 km

1AZ Ausgabe 18/1996


MARKTLAGE

Zustand 2:  34.600 Euro
Zustand 3:  23.700 Euro
Zustand 4:  k.A. Euro
Wertentwicklung: steigend
Definition der Zustandsnoten

>>Chrysler Crossfire SRT-6

Michael Gorissen