Citroën: Historie Teil 1 Citroën von 1927 bis 1976: Enten und Göttinnen

20.07.2007

Geniale Technik, finanzielle Tragödien und eine lange Tradition. Die Geschichte von Citroën bietet Höhen wie Tiefen. Und Überraschungen

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» Citroën HY - rustikal und fortschrittlich

Dieses Jahr feiert die französische Marke ihr 80. Jubiläum in Deutschland. Am 15. Februar 1927 gründete Citroën ein Werk in Köln-Poll und begann im gleichen Jahr mit dem Bau von Autos. Zum Montagebetrieb in Köln-Poll gehörte ein Probefahrt-Oval mit Bodenwellen und Holperstrecken. Bis 1936 kamen Citroën auch aus Deutschland - in den 30er-Jahren betonte die Werbung sogar "ganz deutsch - alle Teile deutsch, deutsche Lieferanten." 1934 wurde mit dem Bau der » Traction Avant-Typen 7CV und 11CV begonnen, Firmengründer André Citroën besuchte noch ein letztes Mal das Kölner Werk. Der Markengründer starb am 3. Juli 1935 im Alter von 58 Jahren.

Devisenbeschränkungen und Zollrestriktionen unterbrachen 1935 zeitweise die Produktion, das französische Mutterwerk ging in Konkurs und wurde von Michelin übernommen. Ab 1936 beschränkten sich die Aktivitäten des in Poller Citroën Dienst AG umbenannten Werks auf Ersatzteillieferungen und Fahrzeugimporte. Im Jahr 1940 war die noch junge Citroën-Geschichte in Deutschland erst einmal zu Ende: Die letzten Mitarbeiter des Poller Citroën-Dienstes wurden aus ihren Verträgen entlassen.

Das ehemalige Citroën-Werk in Poll wurde 1944 bei Luftangriffen schwer getroffen und diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Teilelager für den Aufbau einer neuen Wohnsiedlung.

Erst im März 1950 begann mit der Citroën Automobil AG in Köln-Sülz ein bescheidener Aufbruch in die Nachkriegszeit. Schon 1953 existierte ein Netz von 30 Citroën-Händlern, die den » Traction Avant (11CV und 15CV) verkauften. Im Jahr darauf meldete der Industrieverband, dass sich die Automobilproduktion in Deutschland innerhalb von fünf Jahren verfünffacht hat.

Citroën zeigte 1955 auf dem Pariser Autosalon den Nachfolger des Traction Avant: Die » DS. Der neue Mittelklassewagen überraschte mit hydropneumatischer Federung und ihrer windschnittiger Form. Der Dichter Heinrich Böll gehörte in der jungen Bundesrepublik zu den ersten Fahrern dieses futuristischen Autos.

Der Einfachst-Kleinwagen » 2CV, ebenfalls Teil der Citroën-DNA und imagebildend für die Marke, gab es zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht zu kaufen. Erst 1958 zählte die neu installierte Flensburger Zulassungsstatistik knapp 1000 neue "Enten" in Deutschland.

Für Citroën ging es weiter voran: Das Händlernetz wuchs zwischen 1957 und 1967 von 50 auf über 300 Händler, die Neuwagenverkäufe stiegen von 1242 verkauften Autos (1957) auf 13455 neue » 2CV, » Ami 6, » DS im Jahr 1967.

Im gleichen Jahrzehnt ging die französische Firma vier Kooperationen ein, die schon einige Jahre später Geschichte sein werden. 1964 gründeten NSU und Citroën die Comobil, in der die Partner an einem Auto mit Wankelmotor arbeiteten. Das Ergebnis auf französischer Seite waren der M35 und der GS Birotor. 1966 folgte, ebenfalls mit NSU, die Gesellschaft Comotor zum Vertrieb von Drehkolbenmotoren. Die Zusammenarbeit mit Fiat führte 1968 zu der neuen Holding PARDEVI, an der sich Michelin mit 51 und Fiat mit 49 Prozent beteiligten. Einem Beratungsabkommen zwischen Citroën und Maserati folgte der luxuriöse Gran Turismo Citroën » SM. Das 1970 präsentierte Coupé vereinte Styling und Hydropneumatik von Citroën mit einem eigens von Maserati konstruierten V6-Motor.

Stückzahlen und Gewinn brachten jedoch eher kleinere Wagen. Mit dem kompakten » GS brachte Citroën 1971 die Hydropneumatik auch in die Mittelklasse. Das "Auto des Jahres 1971" wurde im ersten vollen Verkaufsjahr 1972 mit 16308 Exemplaren zum meistverkauften Citroën in Deutschland.

Im wichtigsten Segment war der » GS gut angekommen und auch in der Luxusklasse waren die individuellen Franzosen mit SM und dem Deutschland-Vertrieb für Maserati vertreten. In Deutschland war der Marktanteil auf 2,51 Prozent gestiegen. Doch die DS und die Zweizylinder-Modelle 2CV, » Dyane und Ami waren schon sehr lange auf dem Markt. Hinzu kam, dass Citroën kurz vor dem Ruin stand. Zum zweiten Mal in seiner Geschichte. In dieser Situation übertrug Michelin 1974 die Unternehmensleitung an Peugeot.

Im gleichen Jahr kam der » CX als Nachfolger der DS auf den Markt. Das Design der Limousine war wieder einmal ein Meilenstein, die Ergonomie anders als als das bisher Gewohnte. Die Motoren stammten allerdings von der DS, die wiederum auf den Antrieb des Traction Avant zurückgegriffen hatte. Dem Erfolg der neuen Limousine tat das in Deutschland keinen Abbruch: 1975 verkaufte Citroën 7394 CX. Das waren mehr als doppelt so viele wie 1974 noch von der DS abgesetzt wurden.

Im April 1975 schließlich lief am Quai de Javel die 1 330 755. und letzte DS vom Band.
Andreas Of

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