Citroën DS4 und Peugeot 3008 im Vergleichstest Citroën DS4 und Peugeot 3008

17.08.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit extravagantem Design präsentieren sich der neue Citroën DS4 und Peugeot 3008 als schicke Alternativen in der Kompaktklasse

Der neue DS4 wird ein Erfolg – da ist sich Citroën sicher. Mit seinem auffallenden Design, guter Verarbeitung und überzeugender Ausstattung soll der dynamische Kompakte klar aus dem Bauhaus-Einerlei der Konkurrenz herausstechen. Ein Rezept, das seit gut einem Jahr auch beim kleineren DS3 funktioniert, von dem weltweit schon rund 100.000 Exemplare bestellt wurden.

Ab sofort bläst also mit dem Citroën DS4 der frische Wind aus Frankreich auch in der Kompaktklasse. Dort wartet neben VW Golf Plus und Co. ein ähnlich extravagantes Konzept aus dem selben Konzern. Denn Peugeot – wie Citroën zum PSA-Konzern gehörend – hat seit zwei Jahren den geräumigen Crossover 3008 im Programm. Er ist etwas teurer und mit einem nahezu identischen Motor bestückt. Nun treten die beiden erstmals zum Vergleichstest gegeneinander an. Wer macht das bessere frankophile Angebot?

 

Karosserie

Auf den ersten Blick scheint der Vergleich ungerecht. Schließlich handelt es sich beim Peugeot um eine Mischung aus Van, SUV und Kombi (Crossover), beim Citroën hingegen um ein dynamisches, viertüriges Coupé. Doch bei genauerer Betrachtung ist der Unterschied nicht so gewaltig. Denn bei gleichem Radstand ist ein Peugeot 3008 gerade mal 3,5 Zentimeter höher und nur neun Zentimeter länger als der Citroën DS4. Und so merkt man auf den vorderen Sitzen keinen wesentlichen Unterschied im Platzangebot.

Im Fond bietet der etwas pummelige Peugeot ein wenig mehr Bewegungsraum, auch wenn sich wegen der nur ausreichenden Kopffreiheit kein richtiges Van-Gefühl einstellen will. Im Citroën sollte man es bei höchstens zwei Mitfahrern auf der Rückbank belassen. Zudem muss man im Vergleich zum Peugeot auf einen Koffer im Laderaum verzichten, denn in dessen Gepäckabteil passen 50 Liter mehr (432 Liter). Dazu lassen sich die Rücksitze im Peugeot 3008 per Hebelzug auch von hinten umklappen, und im hinteren Fußraum verstecken sich zwei kleine Schmuggelfächer.

Nützliche Idee in beiden Kofferräumen: Die Innenleuchten fungieren als abnehmbare Taschenlampen. Bei der Übersicht muss man wegen der rundlichen Karosserie in beiden Franzosen Abstriche machen. Man erkennt weder, wo die Hauben vorn enden, noch wie weit die Heckpartien nach hinten reichen. In der Ausstattungsliste stehen zwar Einparksensoren für vorn und hinten, doch eine Rückfahrkamera – die angesichts der kleinen, hochgezogenen Heckscheiben und der breiten C-Säulen zu empfehlen wäre – gibt es bei beiden nicht.

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Dafür gefällt im Citroën die riesige Frontscheibe, die auch nach oben ein imposantes Panorama eröffnet. Wird es zu hell, kann der geteilte Dachhimmel unter den Sonnenblenden nach vorn gezogen werden. Peugeot kontert mit einem riesigen Glasdach (ab „Premium“). Bei der Verarbeitung hat der Citroën klar die Nase vorn. Die Karosserie wirkt steifer, die Verarbeitung solider und die Materialauswahl spürbar edler.

KarosserieMax. PunkteCitroën DS4 HDi 110Peugeot 3008 HDi FAP 110
Raumangebot vorn1006870
Raumangebot hinten1005066
Übersichtlichkeit703742
Bedienung/ Funktion1007681
Kofferraumvolumen1003144
Variabilität1002548
Zuladung/ Anhängelast803036
Sicherheit1509084
Qualität/ Verarbeitung200178166
Kapitelbewertung1000585637

 

Fahrkomfort

Auch wenn französische Autos die lässig-weiche Federung früherer Jahre längst verloren haben, bleibt der Komfort in beiden Modellen doch recht anständig. Im Citroën erstaunt das umso mehr, weil der DS4 mit großen 18-Zoll-Rädern zum Test antritt. Unebenheiten auf der Straße werden von beiden auch bei voller Beladung souverän ausgebügelt, wobei der Peugeot hier mit mehr Karosseriebewegungen antwortet als der straffere Citroën.

Zudem dringen im 3008 lautere Wind- und Abrollgeräusche der Reifen in den Innenraum. Auch beim Sitzkomfort auf den vorderen Plätzen kann der DS4 mit seiner Edelbestuhlung punkten. Im 3008 schränkt die ausladende Mittelkonsole den Kniefreiraum für Fahrer und Beifahrer ein. Hinten müssen DS4- Mitfahrer unter eingeschränkter Bewegungsfreiheit und feststehenden Seitenscheiben leiden.

FahrkomfortMax. PunkteCitroën DS4 HDi 110Peugeot 3008 HDi FAP 110
Sitzkomfort vorn150112108
Sitzkomfort hinten1005870
Ergonomie150128132
Innengeräusche503632
Geräuscheindruck1006565
Klimatisierung503434
Federung leer200134132
Federung beladen200130126
Kapitelbewertung1000697699

 

Motor und Getriebe

Als Einstiegsdiesel erreicht der 1,6-Liter-Selbstzünder von PSA Beschleunigungswerte um zwölf Sekunden, die allemal zum zügigen Mitschwimmen im Verkehr reichen. Längere Autobahnetappen mit Tempo 160 sind ebenso möglich. Allerdings muss bei beiden erst der träge Bereich unterhalb von 1600 Umdrehungen überwunden werden; danach entfaltet der Langhuber seine Kraft gleichmäßig und erstaunlich leise.

Dass man hier und da öfter zum Schalthebel greifen muss, stört nicht weiter. Die Gänge lassen sich kurz und knackig in den Gassen sortieren. Am Ende stimmt auch der Verbrauch: Mit 6,3 (Citroën DS4) und 6,6 Liter (Peugeot 3008) pro 100 Kilometer liegen beide Franzosen auf vernünftigem Niveau.

Motor und GetriebeMax. PunkteCitroën DS4 HDi 110Peugeot 3008 HDi FAP 110
Beschleunigung1509084
Elastizität1006673
Höchstgeschwindigkeit1504640
Getriebeabstufung1008181
Kraftentfaltung503535
Laufkultur1007070
Verbrauch325262256
Reichweite251918
Kapitelbewertung1000669657

 

Fahrdynamik

Schon auf den ersten Metern im Handlingparcours wird klar: Der Peugeot muss in diesem Kapitel Federn lassen. Zwar lenkt der 1,5-Tonner willig und leichtfüßig in Kurven ein, schiebt danach aber sofort mit quietschenden Reifen über die Vorderräder. Am Kurvenausgang kämpft der Peugeot 3008 dann mit Traktionsproblemen am entlasteten Vorderrad.

Probleme, die der mehr als 100 Kilogramm leichtere Citroën kaum kennt. Er wirkt souveräner, zirkelt agiler um den Parcours und macht fast drei Sekunden pro Runde gut. Angenehm sind auch die etwas höheren Lenkkräfte mit klarerer Rückmeldung. Sportliche Fahrer werden zudem die merklich tiefere Sitzposition mögen. Auch bei den Bremsen hat der Citroën die Nase vorn: Nach einer Vollbremsung aus 100 km/h steht er einen Meter früher als der Peugeot, mit heißen Bremsen sind es fast zwei Meter.

FahrdynamikMax. PunkteCitroën DS4 HDi 110Peugeot 3008 HDi FAP 110
Handling1505748
Slalom1007267
Lenkung1007571
Geradeauslauf503735
Bremsdosierung301717
Bremsweg kalt1508978
Bremsweg warm1509478
Traktion1004535
Fahrsicherheit150135131
Wendekreis201211
Kapitelbewertung1000633571

 

Umwelt und Kosten

In dieser kostensensiblen Fahrzeugklasse kann ein Unterschied von knapp 2.000 Euro im Grundpreis kaufentscheidend sein. Zumal der Citroën DS4 schon in der Basisausstattung (22.700 Euro) mit Alufelgen ausgerüstet ist. Der mindestens 24.400 Euro teure Peugeot 3008 kann diesen Nachteil selbst durch etwas günstigere Versicherungseinstufungen und den besseren Garantieumfang nicht wettmachen. So gewinnt der Citroën am Schluss nicht nur das Kostenkapitel, sondern auch das Duell gegen die hausinterne Konkurrenz.

Kosten/UmweltMax. PunkteCitroën DS4 HDi 110Peugeot 3008 HDi FAP 110
Bewerteter Preis675235222
Wertverlust502323
Ausstattung252013
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501628
Werkstattkosten201413
Steuer1088
Versicherung402931
Kraftstoff554342
Emissionswerte258583
Kapitelbewertung1000473463

 

Fazit

Der Citroën DS4 ist ein rundum überzeugender Kompakt-Crossover, der vor allem Kunden ansprechen dürfte, die Wert auf einen extravaganten Auftritt legen. Den bietet zwar auch der Peugeot 3008, doch er kann sich in diesem Vergleich trotz der größeren Karosserie nicht durchsetzen. Preislich, fahrdynamisch und qualitativ ist der DS4 das stimmigere Angebot. Als unauffälliger und sparsamer Antrieb ist der 1,6-Liter-Basisdiesel für den Alltag völlig ausreichend.

Gesamtbewertung

Max. PunkteCitroën DS4 HDi 110Peugeot 3008 HDi FAP 110
Summe500030573027
Platzierung12

Tags:
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