Vergleich: Citroën DS3 Racing gegen Peugeot 208 GTi Kleine Kraftmeier

29.04.2013

Vergleich: Wer mit dem neuen Peugeot 208 GTi und dem Citroën DS3 Racing unterwegs ist, spürt deutlich: diese beiden kommen direkt aus dem Fitness-Studio

Lang ist es her, doch noch bis heute in guter Erinnerung: 1984 debütierte mit dem Peugeot 205 GTI die sportliche Ausgabe des französischen Kleinwagens. Seine 105 PS aus 1,6 Liter Hubraum sorgten nicht nur im kurvigen Hinterland der Côte d’Azur für automobile Lebensfreude. Heute, also fast 30 Jahre später, stellt sich bei der Präsentation des 208 GTi nordwestlich von Nizza ein Déjà-vu ein – und Vorfreude auf die ersten Kilometer mit dem gallischen Brandstifter. Doch die Zeiten haben sich geändert. Aus 105 wurden bei gleichem Hubraum durch Turboaufladung und Direkteinspritzung 200 PS. Dafür ist der Peugeot an anderer Stelle bescheiden: Das „i“ im Typkürzel ist nunmehr klein.

Dank der Plattformstrategie, die es in der Form damals ebenfalls noch nicht gab, wartet seit 2011 schon ein Konzernkonkurrent mit ähnlichen Abmessungen: der Citroën DS3 Racing mit baugleichem Motor, der unter dem Doppelwinkel aber 207 PS leistet. Innen treten beide mit kleinen, griffigen Sportlenkrädern athletisch auf. Darüber sind im Peugeot Tacho und Drehzahlmesser angeordnet, die für Fahrer im Normalformat gut im Blickfeld liegen. Je nach Statur wird aber eine Lenkradeinstellung nötig, welche die Armaturen teilweise verdeckt. Einen besseren Blick gewährt hier der Citroën.

Die üppigen Seitenwangen der Sitze geben hier wie dort einen Hinweis auf das fahrdynamische Potenzial der flinken Franzosen. Im DS3 Racing kommt eine bessere Schulterabstützung hinzu. Hinten geht es in beiden dagegen genauso eng zu wie in den zivilen Varianten. Auf den ersten Kilometern gefallen die Triebwerke mit Laufkultur und gutem Durchzug. Rein subjektiv kommt der Peugeot bei niedrigen Drehzahlen eine Spur spontaner zur Sache als der Citroën.

 

groSSzügige Ausstattungen, aber groSSer Preisunterschied

Sein Maximaldrehmoment ist mit dem des DS3 identisch und beträgt 275 Nm. Genug, um dieseltypisch und – untypisch für die kleinen Kraftmeier – schaltfaul unterwegs zu sein. Wer aber hinter dem Ortsschild in den Attacke-Modus wechselt, erlebt, wie die zwei spontan ansprechen, mit kräftigem Schub energisch die Drehzahlleiter emporhasten und sich bei hohen Touren mit sportlich kernigem Sound in die Gehörgänge graben – der 208 GTi subjektiv etwas eindringlicher, aber wie der DS3 Racing nie aufdringlich. Wenn es darauf ankommt, reißt der Peugeot 208 GTi die 100-km/h-Marke laut Werk in 6,8 Sekunden, der DS3 Racing mit 6,5 Sekunden einen Hauch früher. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit liegt der Citroën mit 235 km/h vor dem Löwen (230 km/h). Engagiert bewegt gefallen in beiden die präzisen Schaltungen – wem die schlabberige Schalthebelführung des 206 RC noch in Erinnerung ist, weiß, dass das bei den Franzosen bislang nicht immer selbstverständlich war. Nach der Geraden kommt die Kurve. Bremst der Fahrer ab, vernichten in den zwei Galliern Scheibenbremsen rundum, vorn sogar Vierkolben-Festsättel die Bewegungsenergie eindrucksvoll.

Danach kurven sie dank ihrer zielgenauen Lenkungen zackig in Biegungen aller Art und begeistern mit superbem, weil außerordentlich leichtfüßigem Handling. Einen Anteil daran hat die gegenüber den Zivilversionen von 208 und DS3 deutlich verringerte Seitenneigung. Beste Voraussetzungen, um sich nicht nur hier im südfranzösischen Kurvenlabyrinth schwindelig zu fahren. Unterdessen bleibt den Fahrern ein Déjà-vu der unangenehmen Sorte erspart:

Wo der Urahn der gallischen Kraftsport-Equipe in Gestalt des 205 GTI zuweilen mit hinterhältigen Lastwechselreaktionen das Heck auskeilen ließ, bleiben die Enkel lammfromm. Das liegt einerseits am recht früh und sanft regelnden ESP. Andererseits beantworten die Hecks von Citroën und Peugeot Gaslupfer in Kurven bei deaktivierten Stabilitätssystemen dank offenkundig zeitgemäßer Fahrwerksabstimmung mit nur leichten Eindrehtendenzen – zumindest bei den Geschwindigkeiten, die auf französischen Landstraßen vertretbar sind. Mehr Aufschluss werden spätere Tests geben. Mit 22.900 Euro fällt die Preisgestaltung für den Peugeot 208 GTi recht moderat aus, zumal die Serienausstattung umfangreich geriet: Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Sportsitze, Licht- und Regensensor sowie eine Touchscreen-gesteuerte Audioanlage gibt es ab Werk, ein Navi kostet 750 Euro.

Da spielt der DS3 Racing mit einem Grundpreis von 31.210 Euro in einer anderen Liga. Dem Peugeot hat er im Wesentlichen das serienmäßige Notrufsystem eTouch, mit dessen Hilfe im Un- oder Pannenfall das Fahrzeug geortet und Rettungsdienste verständigt werden können, eine HiFi-Anlage und 18-Zoll-Räder voraus. Mit einkalkuliert ist die höhere Exklusivität, denn der DS3 Racing wird in Abständen nur in jeweils limitierter Auflage angeboten. Gegenwärtig ist Auflage Nummer drei im Handel, die lediglich 50 Exemplare umfasst. Wie beim Peugeot ist der Fahrspaß dagegen unbegrenzt...

TECHNIK
   

CITROEN DS3 RACING
PEUGEOT 208 GTi
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 1598 cm³ 1598 cm³
Leistung 152 kW / 207 PS bei 6000 /min 147 kW / 200 PS bei 6000 /min
Max. Drehmoment 275 Nm bei 2000 /min 275 Nm bei 1700 /min
Getriebe 6-Gang, manuell 6-Gang, manuell
Antrieb Vorderrad Vorderrad
L/B/H 3948 / 1715 / 1443 mm 3962 / 1739 / 1460 mm
Radstand 2452 mm 2538 mm
Leergewicht 1165 kg 1190 kg
Kofferraumvolumen 285 – 980 l 285 – 1076 l
MESSWERTE
   
0 - 100 km/h¹ 6,5 s 6,8 s
Höchstgeschwindigkeit¹ 235 km/h 230 km/h
EU-Verbrauch¹ 6,4 l S/100 km 5,9 l S/100 km
CO2-Ausstoß¹ 149 g/km 139 g/km
KOSTEN    
Grundpreis 31.210 Euro 22.900 Euro
¹ Werksangaben

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