Verrückte China-Autos und -Kopien Ist das alles nur geklaut?

von Lena Reuß 02.05.2017

Die Autoindustrie in China boomt und ausländische Hersteller erhalten immer mehr Konkurrenz. Dabei nehmen BAIC, Dongfeng und Co. gerne das Design anderer Hersteller zum Vorbild – das zeigte sich jetzt auch auf der Shanghai Auto Show 2017.

Dongfeng, Changan, Zhi Dou – nein, das sind keine Gerichte aus der Speisekarte beim Chinesen nebenan, sondern ein Auszug der beliebtesten China-Autos aus dem Angebot im Reich der Mitte. Entgegen der Aussagen vieler Schlagzeilen zu Jahresbeginn, floriert die Automobilwirtschaft in China nämlich wie eh und je. 2015 wurden dort rund 21 Millionen Autos verkauft und bis Mitte 2016 legte der Absatz nochmal um 9,5 Prozent zu. Da ist es kaum nachvollziehbar, dass die hiesigen Automobilhersteller immerzu über den schlecht laufenden Automarkt in China klagen – oder? Denn wo die China-Autos beim ersten Hinhören eher exotisch klingen, sind sie der typisch westlichen Linie näher als gedacht. Denn mindestens genauso gut wie das Essen können die Chinesen das Plagiat – mal dezent, mal unverblümt. Zur letzten Kategorie gehören definitiv einige Schmuckstücke, die auf der Shanghai Auto Show 2017 präsentiert wurden. Da wäre zum Beispiel der BAIC BJ 80, der nichts anderes sein will als die Ikone der Geländewagen: Die Mercedes G-Klasse. Der Lifan M7 hat sich den Familienvan Ford S-Max zum Vorbild genommen und den Wagen bis auf die Falzen in der Motorhaube kopiert. Der Leopard CS9 mimt den Peugeot 3008 und der Zotye SR7, sieht "zufällig" genauso aus wie der Audi Q3. Ein ähnliches Verfahren kann man bei Dongfeng beobachten, dem zweitgrößten chinesischen Automobilhersteller und damit einem der ärgsten VW-Angreifer.  Das zeigt sich auch bei seinem Modell Fengshen A9, das sich verdächtig stark am VW Passat orientiert. Beim Land Wind X7 ist das vom Range Rover Evoque abgeschaute Design so eindeutig, dass das Unternehmen sogar dagegen klagte – leider erfolglos.

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Zotye SR8 (Preis): Porsche-Plagiat aus China (Update!)  

Macan-Kopie kostet etwa 15.000 Euro

China-Kopien im Video:

 
 

Dreiste China-Kopien und verrückte Autos

Besonders hoher Konkurrenzdruck bei den China-Autos herrscht im SUV-Segment, denn nicht nur bei uns sind die sportlichen Geländewagen absolut im Trend. Zum Leidwesen der westlichen Autobauer haben die chinesischen SUVs hier nichtzuletzt aufgrund des günstigen Preises ganz klar die Nase vorn und beanspruchen schon über die Hälfte des Marktanteils für sich. Da kann man das eine oder andere Beklagen dann doch verstehen. Um sich auf dem umkämpften Markt zu behaupten, bringen westliche Hersteller immer wieder Modelle ausschließlich für den chinesischen Markt heraus. So hat VW zum Beispiel den Tigian vergrößert und als Teramont umetikettiert, den Bora weiterentwickelt und den Lamando aus der Taufe gehoben. BMW hat erst kürzlich eine Limousine des 1er und eine verlängerte Version 5er ins Rennen geschickt. Auch Audi und Mercedes verlängern ihre Limousinen wie A6, A8 oder E-Klasse um den Kundenwünschen in Fernost zu genügen. Selbst Hersteller aus dem Nachbarland wie Nissan und Mazda schneiden ihre Modelle auf die Ansprüche in China zu. Doch auf dem chinesischen Markt finden sich nicht nur Nachahmer, sondern auch verrückte Design-Schätze, wie zum Beispiel das erste Auto aus dem 3D-Drucker und der APC-Sabertooth, mit dem die chinesische Polizei auf Verbrecherjagd geht. Die außergewöhnlichsten und populärsten China-Autos sind in der Bildergalerie zu sehen.

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Zotye Damai X7: VW-Tiguan-Kopie  

Chinesen kopieren VW Tiguan


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