Faszination Auto: Mit dem Chevrolet Malibu 2012 in Malibu American Way

01.05.2012

Die Küstenstraße von Los Angeles nach Monterey gehört zu den schönsten Sehnsuchtsrouten der Welt. Auf Entdeckungstour mit dem neuen Chevrolet Malibu

Paris hat seine Mitte. Das Herz der Grande Nation schlägt da, wo der Eiffelturm steht. Und wer das Brandenburger Tor durchschreitet, darf sicher sein, den wichtigsten Ort der deutschen Hauptstadt gefunden zu haben. In Los Angeles funktioniert das nicht. Eine zentrale Sehenswürdigkeit hat die aus insgesamt 15 Distrikten zusammengewürfelte, rund 13 Millionen Erdenbürger zählende Metropolregion nicht. Hollywood? Randlage. Das Getty Center? Zu speziell. Walk of Fame? Nicht wirklich. Das, was die 1290 Quadratkilometer große Verwaltungseinheit in ihrem Inneren zusammenhält, sind Autobahnen. Gern sechsspurig, geben sie dem pazifischen Moloch eine gewisse Struktur. Die Straße als Touristenziel. In Amerika geht so etwas. Wer das Autoland USA am Steuer durchmessen will, greift natürlich mit Vorliebe zum SUV. Einmal mit dem Light Truck auf einen Pappbecherkaffee zu Starbucks, das wär’s. Allerdings kennen die Spritpreise auch hier nur eine Richtung, und die zeigt nach oben. Eine Nummer kleiner geht es schließlich auch.

Mit dem Chevrolet Malibu zum Beispiel. Exakt 4,86 Meter Mittelklasse am Stück, flammneu und auf dem Sprung nach Germany. Ab Juli nämlich wird der Malibu nichts weniger sein als das Topmodell der europäischen Chevrolet-Palette – Corvette und Camaro mal außer Acht gelassen. Einen Vierzylinder-Benziner wird es geben, mit 2,4 Liter Hubraum und 167 PS, und auch ein Turbodiesel ist im Werden, zwei Liter groß, genau 160 PS stark. Der Chevrolet Malibu ist das, was sie hier ein „good working car“ nennen. Gefälliges Design statt kurzlebiger Schnickschnack. Viel Platz, problemlose Handhabung, gute Übersichtlichkeit – all das zum wohlfeilen Preis. Es fällt schwer, den Tarif über 30.000 Dollar zu treiben. Wesentliches wie Sechsstufen-Automatik, Lederausstattung, Klimaautomatik und Alu-Felgen sind bereits enthalten, eine weitere DIN A4-Seite voll sonstiger Nettigkeiten ebenso.

 

der grosse mit dem bowtie trägt rückleuchten im camaro-stil

Einen Malibu kauft man nicht zum Angeben, sondern zum Leben. Für die Mächtigen in Detroit ist er zugleich eine Maßnahme gegen den omnipräsenten Toyota Camry. Ein selbstbewusster Grill mit goldenem Bowtie, dem Traditionsabzeichen der größten aller Marken von General Motors, darf als Statement verstanden werden. Hinten funkeln vier einzelne Rückleuchten, die sehr gründlich denen eines anderen Chevy nachempfunden sind – dem Camaro. Ich will den neuen Ami mit auf den Weg nach Norden nehmen. Raus aus der proppevollen Stadt über die California State Route 1 immer an der Küste entlang und hinauf bis nach Monterey. Eine gute Tagesetappe, voll von interessanten, manchmal auch dramatischen Ausblicken. Ein Schlenker nach Süden kann zuvor nicht schaden.

Im Augenblick erleben wir ja eine Art Erinnerungs-Marathon an das Missgeschick des Edward J. Smith, der als Kapitän in einer kalten Aprilnacht vor 100 Jahren seinen rüstigen, aber nachweislich sinkbaren Dampfer an einen Eisberg setzte und mit ihm in der gähnenden Tiefe verschwand. Das Schicksal der Titanic blieb der im Jahr 1934 vom Stapel gelaufenen Queen Mary erspart. Sie liegt bis heute friedlich im Hafen von Long Beach und beherbergt auf ihren 310 Meter Länge ein Hotel und ein Museum. Bis zu ihrer letzten Fahrt im September 1967 brachten zwei Dutzend Dampfkessel den mit 80.774 Bruttoregistertonnen vermessenen Cunard-Oceanliner in Fahrt. Mit seinem altmodisch geformten Rumpf und den drei mächtigen Schornsteinen ist der stählerne Koloss ein beeindruckener Zeuge einer Zeit, in der man noch nicht zum Powershopping in die USA flognach Norden. Wir lassen Santa Monica hinter uns und auch Venice Beach mit all seinen braungebrannten Sportskanonen. Ein Freund hatte mich gewarnt: „Es ist vollkommen gleichgültig, wie du gerade drauf bist oder wie du aussiehst. Geh’ hinunter nach Venice Beach, und du wirst dich alt und dick fühlen.“

Weg hier. Zwei Kurven noch, dann kommt Malibu in Sicht. In dem Ort, dem der Chevrolet Malibu seinen Namen verdankt, wächst die Promi-Dichte noch immer Jahr für Jahr. Man residiert am Strand und blickt über den Rand eines wohltemperierten Pools direkt auf den Pazifik. Oder man residiert weiter oben am Hang und ist der Schöpfung mindestens genauso dankbar. Unten im Ort entsteigen junge Frauen mit sehr großen Sonnenbrillen und noch größeren Hüten verdammt großen Autos und gehen shoppen. Man darf annehmen, dass auch sie dankbar sind.


unterwegs mit bewährter Konzerntechnik von General Motors

Wohl dem, der das Satelliten-Radio erfunden hat. 70th on 7 XM schickt ohne jede Hundefutterreklame bestmögliche Musik an die 250 Watt starke Pioneer-Anlage meines Chevrolet Malibu. „Working my way back to you“ von den Spinners. Oldschool vom Allerentspanntesten.

Der Chevy schnürt die Küste entlang, die nun allmählich mehr zu bieten hat als die teuren Häuser anderer Leute. Die 2,4-Liter-Maschine ist eine unauffällige Kraftquelle. Muss es zügig vorangehen, ist der Automat erfreulich schnell zu Diensten und rückt den passenden Gang ein. Beim landestypischen Cruisen tritt der Vierzylinder völlig in den Hintergrund. Auch Windgeräusche sind kein Thema. Gänzlich unbekannt ist das neue Topmodell ja nicht, basiert es doch auf der GM-Konzernplattform Global Epsilon, der sich Opel für den Insignia bedient und Buick für den LaCrosse. Letzterer allerdings mit etwas längerem Radstand. Auch der Saab 9-5 ist oder war ein „langer Epsilon“. Es ist sinnvoll, zeitig im Jahr unterwegs zu sein.

Die Zahl der Touristen ist deutlich geringer als im Sommer. Wer jemals einen halben Vormittag lang auf die Web-Adresse eines Reisemobilvermieters gestarrt hat, weil der Vorausfahrende gar nicht daran denkt, auf den nächsten Parkplatz zu fahren, weiß, was ich meine. Auch Nebel ist ein Thema an der Westküste. Wenn der kalte Pazifik auf die warme Festlandsluft stößt, entsteht an der Schnittstelle der weiße Schleier, der sich Tage lang halten kann. Das ist lästig, weil wenige Kilometer im Landesinnern zeitgleich die Sonne lacht.

An einige Stellen entlang der Küste kann man Kolonien von Seelöwen beobachten. Sie haben die Fertigkeit entwickelt, sich möglichst keinen Millimeter zu bewegen, solange ich durch ein Fernglas schaue. Ein entschleunigender Anblick. Wem das Glück hold ist, der erspäht vielleicht einen Seeotter. Sie jagen in den beeindruckenden Kelpwäldern dicht an der Küste und benutzen – auf dem Rücken schwimmend – Steine als Werkzeug zum Zerlegen ihrer Beute. Kelp, der Riesentang, ist ein ungemein fruchtbares Gewächs, das in Einzelfällen bis zu 75 Zentimeter zulegen kann. Pro Tag, wohlgemerkt. Mitunter reißen im Sturm einige der bis zu 40 Meter langen Pflanzen ab – und landen als Strandgut in Pebble Beach.

Wer entlang des berühmten 17-Mile-Drive wohnt, hat es wirklich gut. Bizarre, uralte Zypressen säumen den Weg, von dem stille Zufahrten zu wirklich exklusiven Domizilen abzweigen. Die Straße ist gebührenpflichtig (9,50 Dollar) und jeden Penny wert. Einmal im Jahr treffen sich wohlhabende Autoverrückte am 18. Loch des Pebble Beach Golf Links, wo sich hochklassige Gefährte einem der strengsten Schönheitswettbewerbe für Automobile stellen.

 

In Carmel war clint eastwood der chef. die luft schmeckt nach salz

Gleich um die Ecke liegt Carmel-by-the-sea. In den 80er-Jahren hat sich Clint Eastwood hier als Bürgermeister versucht. Weil man für den Übernachtungspreis des Golfhotels andernorts ein Stück Land erwerben könnte, suche ich mir ein urgemütiches und vor allem bezahlbares Cottage in Carmel. Victoria, die Chefin, beäugt den Chevrolet Malibu: „Wir hatten ein 1979er-Malibu-Coupé. Unser erster Neuwagen. Er sah hinreißend aus. Danach sind wir einen Volvo gefahren. Alle fuhren hier entweder Volvo oder Folks-Waggon“, beschreibt die jung gebliebene Herbergsmutter den Geist der 80er. Der 2013er-Malibu gefällt ihr. „Nicht so protzig, irgendwie europäisch“ entscheidet Victoria.

Ein Abstecher nach Monterey, nur wenige Meilen entfernt schließt die Küstentour ab. Bis San Francisco ist es nicht mehr weit. John Steinbecks „Straße der Ölsardinen“ (Cannary Row) spielt hier. Nebel zieht auf. Die Luft schmeckt nach Salz. Im Hafen dösen die Seelöwen. Sie haben die Ruhe weg. Wie immer.

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