Cadillac Sedan Deville: Fahrbericht Amerikanischer Raumgleiter

22.04.2016

Der Cadillac Sedan DeVille fährt im siebten Himmel. Im geräumigen Caddy werden selbst lange Reisen zur entspannten Ausfahrt. King Elvis fuhr ein halbes Dutzend DeVille diverser Baujahre.

Gerade in den USA mit endlos langen Highways und verglichen mit Europa sehr viel größeren Reisedistanzen etablierten sich große, mächtige und komfortgeschwängerte Reiselimousinen schon nach kurzer Zeit. Die Tradition der so genannten „Straßenkreuzer“ reicht lange zurück, und eine der herausragenden Luxuslimousinen war Ende der 1950er-Jahre zweifelsohne der Cadillac Sedan DeVille. Stolze 5,72 Meter lang geraten, bot der luxuriöse Deville nicht nur ein großzügiges Raumgefühl, sondern ermöglichte dank des komfortabel abgestimmten Fahrwerks sowie üppigen 3,2 Metern Radstand auch ein absolut souveränes Dahingleiten auf den endlos langen und vornehmlich geraden US-Interstates und Highways. Der Federungskomfort wurde noch gesteigert, wenn der DeVille mit der optionalen Luftfederung für 214 US-Dollar Aufpreis ausgerüstet war. Die war allerdings anfällig, was die Zahl der luftgefederten DeVille in Grenzen hielt.

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Doch auch so konnte sich die Besatzung des Cadillac über diverse Annehmlichkeiten freuen. Neben einer sechsfach elektrisch justierbaren vorderen Sitzbank für 103 US-Dollar bot die Liste an aufpreispflichtigen Extras neben einer 474 US-Dollar teuren Klimaanlage auch noch ein automatisches Heizungssystem an, das mit 129 US-Dollar zu Buche schlug. Für Information und Unterhaltung sorgte zudem ein Radio inklusive Antenne und hinteren Lautsprechern für zusätzliche 164 Greenbacks.

 

Cadillac Sedan Deville – amerikanische Komfort-Limousine

Während unser hier gezeigtes Exemplar rundum über mechanische Fensterkurbeln verfügt, konnte der DeVille-Kunde freilich auch auf eine elektrische Betätigung setzen – vorausgesetzt, er investierte nochmals 108 US-Dollar. Auch bei der Beleuchtungseinrichtung bot Cadillac der DeVille-Kundschaft feine Extras, so etwa eine automatische Fernlichtsteuerung (48 US-Dollar) sowie Nebellampen (41 US-Dollar). Für 350 US-Dollar gab es die Sabre-Fünfspeichen-Räder inklusive Reserverad, und wer noch auf die Weißwandbereifung setzen wollte, war mit weiteren 55 US-Dollar dabei. Selbst eine Fernbedienung zum Öffnen und Verschließen des üppig bemessenen Kofferraums konnte für 43 US-Dollar geordert werden. Für eine elektrische Zentralverriegelung der Türen mussten 57 US-Dollar investiert werden.

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So gesehen relativierte sich der scheinbar günstige Einstiegspreis schnell. Nicht zu vergessen ist die Aufrüstung in Form des 335 PS starken Eldorado-Motors, der mit vergleichsweise überschaubaren 134 US-Dollar zu Buche schlug. Serienmäßig besaß der DeVille einen 5,9 Liter großen V8 mit 101,6 Millimetern Bohrung und 92,1 Millimetern Hub. In ihm betätigte eine zentral platzierte, unten liegende Nockenwelle via Stößelstangen die bereits mit einem hydraulischen Ventilspielausgleich ausgestatteten Ventile in den Zylinderköpfen. Mit einem Carter Vierfach-Vergaser von Typ AFB 2862S bestückt und im Verhältnis von 10,25 zu eins verdichtet, leistet der 5,9-Liter-V8 310 PS bei 4800 Touren. Das reicht für fast 200 km/h Höchstgeschwindigkeit und einen Sprint von null auf 100 km/h in rund elf Sekunden.

US-Car fürs Herz: restaurierter Cadillac Sedan DeVille

Derlei Leistungs- und Fahrdynamik-Orgien verkneift sich der Besitzer unseres Fotomodells, Herculano Marques aus Stuttgart, freilich tunlichst. Der DeVille ist sein automobiles Ein und Alles und das gleich aus mehrfachem Grund. Als er ihn vor gut acht Jahren für 5000 Euro erwarb, war der DeVille ein Wrack. Massive Korrosionsschäden an Schwellern und Karosserieblechen, faustgroße Rostlöcher hier und dort – der Cadillac war in einem erbärmlichen Zustand. Als gelernter Schreiner jedoch mit Gefühl für Material und Formen sowie der notwendigen Handwerkskunst ausgestattet, restaurierte der US-Car-Fan das marode Stück Schritt für Schritt. Angefangen vom vollständigen Zerlegen über das Sandstrahlen von Karosserie und Chassis erfolgten fast alle Arbeiten – bis auf die Lackierung – in Eigenregie. So entstand eine kaum mehr trennbare emotionale Verbindung zum DeVille, den Marques für viele Gelegenheiten nutzt, so für die Fahrten zu Auftritten als Elvis-Double oder für so genannte Event-Drives (etwa Hochzeiten) in Zusammenarbeit mit Andreas Schadl von Dream Cars (www.oldtimer-vermieter.de). 

Das Pendant aus Deutschland: Fahrbericht im Mecedes 600

Technische Daten Cadillac Sedan DeVille
Zylinder/Ventile pro Zylinder V8/2
Antrieb Hinterradantrieb
Leistung 228 kW/310 PS
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
0-100 km/h 11,0 s
Preis 5498 US-Dollar (1958)

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