Cadillac CTS: Die Neuauflage soll in der Oberklasse punkten Angriff aus den USA

09.07.2014

Die Amerikaner wagen mit dem neuen Cadillac CTS einen weiteren Versuch, in der schwer umkämpften Oberklasse Fuß zu fassen. Erster Vergleich mit dem routinierten BMW 5er

Man kann sich wahrlich leichtere Ziele stecken als dieses. Denn bislang sind sämtliche Importeure – mit Ausnahme von Jaguar und Volvo – mehr oder weniger kläglich mit dem Vorhaben gescheitert, im Heimatland der deutschen Premiumhersteller in der Oberklasse richtig Fuß zu fassen. Auch die Bemühungen der GM-Edelmarke Cadillac, dem deutschen Triumvirat Audi, BMW und Mercedes Käufer abspenstigzu machen, waren bislang kaum von Erfolg gekrönt. Mit der dritten Generation der Oberklasse-Limousine CTS soll dies nun anders werden.

 

Cadillac CTS: Überraschend agil und gute Ausstattung

Dafür soll nicht nur die charakterstarke und dominante Formensprache sorgen, auch technisch soll sich der Caddy bei der heimischen Konkurrenz behaupten können. Entsprechend selbstbewusst positionieren die Amerikaner den CTS preislich am Markt. 49.900 Euro kostet die derzeit einzig verfügbare Motorisierung, ein 276 PS starker Vierzylinder-Turbobenziner. BMW verlangt für den ebenfalls vierzylindrigen 528i mit 245 Turbo-PS und aufpreipflichtigem Automatik-Getriebe 48.250 Euro.

Doch dafür bekommt der Kunde mit dem 4,97 Meter langen CTS nicht nur viel Auto, sondern auch ein sehr gut ausgestattetes. Ob elektrische einstellbare, beheiz- und belüftbare Ledersitze, eine Bose-Soundanlage, adaptive Dämpfer oder Metallic-Lackierung – alles Serie, wofür man bei BMW mehrere 1000 Euro teure Kreuze in der Ausstattungsliste machen müsste.

Und auch in puncto Assistenzsysteme braucht sich der CTS keinesfalls zu verstecken: Kamerabasierte Warner für Abstand, Verlassen und Halten der Spur, Erkennen der Verkehrszeichen sowie Auf- und Abblenden des Fernlichts gibt es bereits ab dem zweithöchsten Ausstattungslevel serienmäßig. Nur beim in dieser Fahrzeugklasse unverzichtbaren radargestützten Abstandsregeltempomaten muss der Ami passen. Dafür bietet er gegen Aufpreis ebenso wie der Münchner sogar ein Head-up-Display an.

Auch sonst hat der Cadillac mit dem 5er von BMW so einiges gemein. Beide Oberklasse-Limousinen setzen auf Heckantrieb, glänzen mit einer nahezu ausgeglichenen Gewichtsverteilung und werden von einem aufgeladenenZweiliter-Benziner angetrieben. Die Amerikaner können sich damit rühmen, den in dieser Klasse derzeit stärksten Vierzylinder-Turbo im Angebot zu haben. 276 PS und 400 Newtonmeter mobilisiert der CTS-Motor und stellt damit den BMW-Antrieb in den Schatten, der es auf 245 PS und 350 Nm bringt.

Allerdings kann der Cadillac diesen Vorteil nicht in bessere Fahrleistungen ummünzen. Trotz der Minderleistung sprintet der 5er besser (6,2 zu 6,6 s von null auf100 km/h), läuft schneller (250 zu 240 km/h) und verbraucht zudem laut EU-Norm deutlich weniger (6,1 zu 8,5 Liter/100 km). Aber nicht nur die nackten Werte sprechen für den Bayern, sondern auch der Fahreindruck. Der Caddy-Motor ist im unteren Drehzahlbereich weniger gut bei Kräften als das BMW-Triebwerk, das bereits bei 1250 Touren das maximale Drehmoment abliefert.

Und im Gegensatz zur souveränen Achtstufen-Automatik im 5er neigt das Sechsstufen-Pendant im CTS zu übertriebener Schaltarbeit, sobald es der Fahrer etwas flotter angehen lässt, anstatt das satte Drehmoment zu nutzen. Dennoch war es eine gute Entscheidung, den 3,6-Liter-V6 aus dem Vorgänger durch das kleinere Downsizing-Aggregat zu ersetzen, das mit ruhigem Lauf und kräftigem Durchzug im mittleren Drehzahlbereich punktet. Besonders stolz ist man bei Cadillac darauf, dass der Neue 128 Kilogramm leichter geworden ist.

Und die fehlenden Kilos merkt man dem wuchtigen Ami durchaus an. Leichtfüßig nimmt er kurvige Passagen unter die 18-Zöller und folgt präzise den Richtungsbefehlen der leichtgängigen, aber etwas rückmeldungsarmen Lenkung. Hier liegt er mindestens auf Augenhöhe mit dem BMW, dafür muss er beim Fahrkomfort trotz der serienmäßigen Adaptivdämpfer hinten anstehen. So feinfühlig wie das Fahrwerk des ebenfalls adaptiv gedämpften 5er geht das straffer abgestimmte CTS-Set-up nicht zu Werke, Fahrbahnunebenheiten dringen stärker in den Innenraum durch.

Dafür muss der neue CTS bei der Anmutung des Innenraums den Vergleich mit dem hochwertigen Münchner nicht scheuen. Das ebenso wie im 528i otpional lederbezogene Armaturenbrett macht einen sehr edlen Eindruck, die Karosserie soll die steifste in dieser Klasse sein und gibt selbst auf üblen Pisten keine Geräusche von sich. Ein Eyecatcher ist das hochaufl ösende Instrumentendisplay, das dem Fahrer die Wahl zwischen vier verschiedenen Ansichten lässt.

Da können die gegen Aufpreis ebenfalls digitalen Instrumente im 5er bei den Wahlmöglichkeiten und  besonders bei der Auflösung nicht mithalten. Tadel gibt es hin-gegen für die weniger intuitive Bedienung und die nicht ganz so gute Raumökonomie wie im BMW. Dennoch bietet Cadillac mit dem neuen CTS eine erfrischende Alternative in der Oberklasse an, der ein größerer Verkaufserfolg als bisher zu wünschen ist.

TECHNIK
   

CADILLAC CTS 2.0 TURBO
BMW 528i
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung 4-Zylinder, 4-Ventiler, Turbo, Direkteinspritzung
Hubraum 1998 cm³ 1997 cm³
Leistung 203 kW / 276 PS bei 5500/min 180 kW / 245 PS bei
5000 - 6500/min
Max. Drehmoment 400 Nm bei 3000 - 4500/min 350 Nm bei 1250 - 4800/min
Getriebe 6-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik (opt.)
Antrieb Hinterrad Hinterrad
L/B/H 4966/1834/1438 mm 4907/1860/1464 mm
Radstand 2910 mm 2968 mm
Leergewicht 1634 kg 1625 kg
Kofferraumvolumen 447 l 520 l
MESSWERTE1    
0-100 km/h 6,6 s  6,2 s
Höchstgeschwindigkeit 240 km/h 250 km/h
EU-Verbrauch 8,5 l S/100 km 6,1 l S/100 km
CO2-Ausstoß 198 g/km 142 g/km
Grundpreis 49.900 Euro 48.250 Euro2
1Werksangaben;
2 inkl. Automatik-Getriebe (2250 Euro)

 

Alexander Lidl

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