Bosch Boxberg Klassik 2011 – Reportage Tollkühn auf Tour

14.09.2011

Bei der zwölften Bosch Boxberg Klassik fuhren vom Buick von 1903 bis zum Audi von 1985 viele Klassiker mit und feierten 125 Jahre Automobil

Wir rollen rückwärts und ohne Motor eine Anhöhe auf dem Bosch-Testgelände in Boxberg hinab. Peilende Blicke nach hinten, die braunen Kartons kommen näher. Da müssen wir durch und innerhalb der Markierungen stehen bleiben. Mit letztem Schwung erreichen wir das kleine auf den Asphalt gemalte Rechteck. Dann wird an der Hinterachse gemessen, wie mittig wir stehen. Hm. Geht so. Aber um den Sieg fahren wir in unserem Scirocco GTS von 1981 ohnehin nicht mit.

Gespannt beobachten wir, wie weitaus ambitioniertere Fahrer sich artistisch aus den Fahrzeugen lehnen, angeregt die besten Strategien für eine der 14 Wertungsprüfungen diskutieren oder schlicht dastehen und die Konkurrenz beobachten. Es ist Bosch Boxberg Klassik-Zeit. Die zwölfte Auflage dieser Rallye vom Bosch-Werk in Karlsruhe über das Bosch-Entwicklungszentrum in Abstatt bis zum Testgelände in Boxberg, das der Rallye ihren Namen gibt, führt die 174 teilnehmenden Oldtimer und Youngtimer über bevorzugt kleine, malerische Sträßchen rund 300 Kilometer weit durch den nördlichen Schwarzwald.

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Das Highlight für alle Teilnehmer der Rallye: die Fahrt über den Solitude-Ring bei Stuttgart am ersten Rallyetag. Nach 46 Jahren ist diese Straßenrennstrecke zum ersten Mal wieder befahrbar – das Jubiläum zum 125. Geburtstag des Automobils machte es möglich. Die Landstraßen dort wurden gesperrt, der alte Straßenkurs durfte ein Wochenende lang aufleben. Eineinhalb Runden darf der Rallye-Tross in teils recht sportlicher Fahrweise ziehen, dann geht es weiter zum Bosch-Zentrum Schillerhöhe gleich hinter der Solitude.

Das erste Rennen hinauf zum Schloss Solitude fand 1903 statt, dem Baujahr des ältesten Fahrzeugs der Rallye. Es ist ein Buick Typ B Touring, pilotiert von Rudolf Diesch. Er und sein Beifahrer kämpfen sich tollkühn in ihrem schnaufenden Gefährt um jede Kurve. In unserem Scirocco merken wir von diesen Kurven nichts. Es ist diese Mischung aus alten und neuen Fahrzeugen, die die Menschen am Straßenrand staunen lassen. Das Auto fasziniert. Immer noch. Auch nach 125 Jahren.

DOPPELTES JUBILÄUM
Auch für Bosch sind es 125 Jahre, denn ebenso lang wie das Auto gibt es auch die elektrischen Ausrüstungen von Bosch dafür. Der Bosch-Dienst stellt während der Rallye sicher, dass kleinere Pannen schnell behoben werden – stilecht in alten Ford Transit oder mit einem Goliath-Dreirad. Einer der Helfer ist Josef Bliersbach aus Köln, der im Ford Transit auf eigener Achse bis nach Karlsruhe gefahren ist und nun mit öligen Händen seinem gelben Fahrzeug entsteigt. Besondere Vorkommnisse? Er schüttelt den Kopf: „Es ist, als würde man mit einem Altenheim einen Ausflug machen. Ein bisschen was passiert immer. Aber es kommen alle wieder nach Hause.“

Und wenn kein Bosch-Dienst zur Stelle ist, dann helfen sich die Fahrer untereinander. Die meisten sind ohnehin jedes Jahr dabei. Schon im Vorfeld verabreden sich viele, in welche Hotels sie gehen, reisen gemeinsam an, treffen sich ganz ohne Rallye an Wochenenden oder auf Oldtimer-Treffen. Mit wachem Ohr lauscht Rallye-Organisator und Leiter der Bosch Automotive Tradition Fritz Cirener den Wünschen seiner Gäste: „So fließen von Jahr zu Jahr mehr Detailverbesserungen ein.“ Schon jetzt ist die 13. Auflage fest geplant. Dann muss das Gewinnerteam 2011 den Wanderpokal verteidigen. Viel Glück dabei!
Thorsten Elbrigmann

AUTO ZEITUNG

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