Turbodiesel Extra Stark - BMW X3 3.0 sd Turbodiesel Extra Stark

Beim gelifteten BMW X3 übernimmt erstmals ein Diesel die Rolle des Topmodells. Der 3.0sd strotzt vor Kraft: 286 PS sind mehr als genug

Eckdaten
PS-kW286 PS (210 kW)
AntriebAllradantrieb, permanent, 6 Gang Automatik
0-100 km/h6.3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit240 km/h
Preis51.600,00€

Auf den ersten Blick ist das Facelift des BMW X3 sehr verhalten. Neu modellierte Stoßfänger, prägnantere Grillstreben, geänderte Leuchtengrafik (jetzt mit LED) am Heck fertig. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch der 3.0sd-Schriftzug ins Auge, der ab sofort seitlich auf den vorderen Kotflügeln des Topmodells der erfolgreichen SUV-Reihe prangt. Dahinter verbirgt sich ein 286 PS starker Diesel, dem gleich zwei Turbolader zu einer schier unglaublichen Leistungsfähigkeit verhelfen. Eine kleiner Turbo sorgt für spontane Reaktionen und zusätzliche Kraft bei niedrigen Drehzahlen, während ein weiterer großer Lader maximalen Druck bei Volllast spendiert. Dieses Prinzip kennen wir zwar schon vom 272 PS starken BMW 535d, doch der Motor im X3 besteht neuerdings komplett aus Aluminium-Legierungen (208 Kilogramm), verfügt über ein modernisiertes Common-Rail-System (1600 bar) sowie Piezo-Injektoren. Ferner wurden die Geometrie der Turbolader und die Abgasanlage optimiert. Bereits ab Leerlaufdrehzahl stehen rund 300 Nm bereit, um den knapp zwei Tonnen schweren Wagen in Fahrt zu bringen, zwischen 1750 und 2250 Touren liegen maximal 580 Nm Drehmoment an, und bis zum Erreichen der Nenndrehzahl fällt der Wert nicht mehr unter 400 Nm ab. Schön und gut, aber was bringt das alles: Schub ohne Ende. Und zwar immer. Ohne jedes Turboloch oder den Hauch einer Anfahrschwäche legt sich der Selbstzünder ins Zeug. Den Standardspurt von 0 auf 100 km/h erledigt der X3 in 6,3 Sekunden, Tempo 200 erreicht er binnen 27 Sekunden, und erst bei 240 km/h begrenzt die Motorelektronik den Reifen zuliebe weiteren Vorwärtsdrang. Elastisch, sparsam, agil. Doch es sind nicht allein die gemessenen Fahrleistungen, die begeistern, es ist die Leichtigkeit, mit der dieser Reihensechszylinder sie ermöglicht. Ohne erkennbare Anstrengung dreht der Dreiliter-Selbstzünder bis 5000 Umdrehungen. Dabei hängt er bissig am Gas und gebärdet sich mustergültig elastisch. Der sparsame Testverbrauch von 9,1 Liter Diesel je 100 Kilometer sowie der serienmäßig montierte Partikelfilter vervollständigen das durchweg positive Bild. Allerdings arbeitet der sd-Motor stets hörbar und klingt dieseltypisch brummig, ohne jedoch lästig zu werden.Ähnlich perfekt wie der Motor setzt sich die neu entwickelte Sechsstufenautomatik ins Bild. Sie brilliert mit spontanen, aber keineswegs hektischen Schaltvorgängen und unterstreicht den kraftstrotzenden Charakter des Common-Rail-Motors zusätzlich. Eine aufwändige Steuerungselektronik und ein Wandler mit Torsionsdämpfer sorgen für verkürzte Schaltzeiten, höhere Effizienz und einen reduzierten Schlupf, was die kraftvollen Fahrleistungen noch besser zur Geltung bringt. Sportlich-agil präsentiert sich die Fahrwerksauslegung. Der X3 gestattet sehr hohe Kurvengeschwindigkeiten und besticht mit einer enormen Lenkpräzision sowie einem weitestgehend neutralen Eigenlenkverhalten. Neben der straffen Abstimmung ist dies in erster Linie ein Verdienst der griffigen 18-Zoll-Reifen und des xDrive-Allradantriebs. Ohne Zutun des Fahrers regelt dieses System die Kraftverteilung zwischen den Achsen (Standard: 40:60) in Sekundenbruchteilen abhängig vom Fahrzustand. Neu ist, dass die Allradsteuerung mit der Fahrdynamikregelung DSC kommuniziert und beide Systeme so ein möglichst stabiles Verhalten im Grenzbereich gewährleisten. Wie bei BMW üblich, lässt sich die Regelelektronik zweistufig abschalten. In Stufe eins (DTC-Modus) verschieben sich die Regelschwellen zu Gunsten einer noch höheren Agilität, und in Stufe zwei (4x4-Modus) greift die Notbremse erst wieder ein, wenn der Fahrer vom Gas geht oder bremst. Völlig stilllegen lässt sich das DSC aber nicht. Was solls: Für Drifts auf Asphalt baut der Allradler ohnehin viel zu viel Grip auf. DSC-Zusatzfunktionen Neuerdings kümmert sich das DSC auch darum, dass die Bremsbeläge bei Nässe getrocknet werden, gleicht beginnendes Fading durch erhöhten Bremsdruck aus und erleichtert das Anfahren am Berg. Fürs Bergabfahren zeichnet HDC (Hill Descent Control) verantwortlich. Ist diese Funktion aktiviert, bremst sich der X3 in Gefälle-Passagen selbstständig zu Tal, wobei er bei der vom Tempomat vorgewählten Geschwindigkeit zwischen vier und 18 km/h bleibt. Außerdem hält HDC das Fahrzeug sicher in der Spur. Ein nützliches Gimmick im Offroad-Einsatz - und auf winterlichen Straßen. Gibt':s denn gar nichts zu meckern? Doch: Der Federungskomfort verlangt auch ohne das optionale Sportfahrwerk (185 Euro) nach Abstrichen. Und der Grundpreis von 51600 Euro macht ein traumhaftes Auto für viele zum Traumauto.

Fazit

Der mäßige Abrollkomfort, der vernehmliche Dieselton und der stolze Grundpreis verdienen Kritik. Doch angesichts der unglaublichen Leistungsfähigkeit des Twin-Turbodiesel und der sensationellen Straßenlage verblassen solche Mäkeleien zur Nebensächlichkeit. Getreu dem Motto: Ist er zu stark, bist Du zu schwach. Dennoch runden die hohe Verarbeitungsgüte, der variable Innenraum sowie der reaktionsschnelle Allradantrieb und nicht zuletzt der sparsame Verbrauch den souveränen Auftritt des überarbeiteten X3 ab.

Technische Daten
Motor 
ZylinderR6
Hubraum2993
Leistung
kW/PS
1/Min

210/286
4400 U/min
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
580
65535 U/min
Kraftübertragung 
Getriebe6 Gang Automatik
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Bremsenv: innenbel. Scheiben
h: innenbel. Scheiben
Bereifungv: 235/50 R 18
h: 235/50 R 18
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)1875
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)6.3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)240
Verbrauch 
Testverbrauch9.1l/100km (Diesel)
EU-Verbrauch8.7l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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