BMW 7er 2015: Leichter Luxus-Angriff aus München Leichter Luxus

Leichtbau trifft Luxusklasse: Der neue BMW 7er 2015 bietet viel neue Technik und will so die S-Klasse vom Thron stoßen

Wenn der König gestürzt werden soll, wird es meistens laut. Der nun vorgetragene Angriff erfolgt jedoch auf leisen Sohlen, mit Nappaleder, viel Aluminium und reichlich Carbon. Wohlfühlen ist angesagt, feinste Materialien und hochwertige Verarbeitung sollen den in Stuttgart beheimateten König stürzen – der neue BMW 7er 2015 nimmt die Mercedes S-Klasse unverhohlen ins Visier: Gleich zu Beginn der Pressemitteilung betonen die Bayern den Anspruch, "die Führungsposition hinsichtlich Fahrdynamik, Reisekomfort, Effizienz und Fahrerassistenz im Luxussegment" übernehmen zu wollen.

 

BMW 7er 2015: Leichter Luxus-Angriff aus München

Um den eigenen Anspruch zu untermauern, hat BMW das Luxus-Flaggschiff der Marke auf völlig neue Füße gestellt. Herzstück der sechsten 7er-Generation ist die Karosserie mit sogenannter Carbon Core-Technologie, hierbei werden herkömmliche Werkstoffe wie Stahl und Aluminium mit dem besonders leichten Kohlefaser-Kunststoff kombiniert. Bis zu 130 Kilogramm werden so eingespart, die leichteste Variante kommt auf ein Leergewicht von 1.725 Kilogramm und macht den 7er zum neuen Leichtbau-Primus der Luxusklasse.

Optisch ist von dieser technischen Revolution nicht viel zu sehen, das Design der neuen BMW 7er-Reihe präsentiert sich vergleichsweise vorsichtig weiterentwickelt. Die Scheinwerfer reichen nun direkt an die betont wuchtigen Nieren heran, der durchgehende Lufteinlass der Frontschürze betont die Breite des Fahrzeugs. Am Heck sorgt eine bis in die mit flacher L-Form klassische BMW-Formen zitierenden Rückleuchten reichende Chromleiste für einen extrem satten Stand.

Richtig brutal wird der neue 7er, wenn das optionale M Sportpaket bestellt wird: 3 große Lufteinlässe an der Front, eine schwarze Akzentleiste an der Seite und der dunkel abgesetzte Diffusor am Heck machen die Luxuslimousine zum Sportler im Maßanzug. Und weil der neue BMW 7er bei gleicher Motorisierung kaum mehr Gewicht als ein aktueller 5er auf die Waage bringt, kann er die Rolle des Sportlers auch durchaus überzeugend spielen.

An dieser Stelle kommt auch die neue Fahrwerkstechnik ins Spiel: Serienmäßig verfügt der BMW 7er an beiden Achsen über Luftfederung, auch adaptive Dämpfer sind immer mit an Bord. Auf Wunsch verbauen die Münchner außerdem mitlenkende Hinterräder, eine aktive Wankstabilisierung und ein kamerabasiertes System für eine vorausschauende Anpassung der Dämpfer an die unmittelbar vor dem Fahrzeug befindliche Fahrbahnoberfläche.

Baureihe BMW 7er G11/G12: Gestensteuerung

Doch nicht nur das Fahrwerk verspricht Komfort, auch im Innenraum wollen die Münchner deutlich nachlegen. Feinere Materialien, bessere Verarbeitung und eine ganze Reihe neuer Luxus-Optionen sollen die Insassen verwöhnen. Besonders wichtige Informationen werden hinter dem Lenkrad in einer per 8,8 Zoll-Display teilweise digitalisierten Instrumentenkombi angezeigt, auf Wunsch gibt es auch eine komplett digitale Version mit 12,3 Zoll Diagonale. Ergänzt werden diese Anzeigen durch ein weiterentwickeltes Head-Up-Display mit einer um 75 Prozent vergrößerten Anzeigefläche.

Zur Anzeige aller nicht ausschließlich für den Fahrer relevanten Infos nutzen die Münchner ein freistehendes Display in der Mitte der Instrumententafel, dieses kann erstmals auch mit Berührungen auf dem Monitor bedient werden. Trotz der neuen Touchscreen-Lösung lassen sich alle Funktionen auch weiterhin mit dem iDrive-Controller steuern. Völlig neu ist die Gestiksteuerung, die Handbewegungen vor dem Display erkennt und in diverse Befehle übersetzt. All das kombinieren die Münchner mit einer aufwändigen Licht-Inszenierung und – auf Wunsch – einer Beduftung des Innenraums in verschiedenen Aromen.

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Gründlich überarbeitet und deutlich erweitert wurde auch das Luxusklasse-typisch üppige Angebot an elektronischen Helfern und Assistenzsystemen. Neu oder in verbesserter Form an Bord sind beispielsweise ein Lenk- und Spurführungsassistent, ein seitlich näherkommenden Autos automatisch ausweichender Spurhalteassistent mit aktivem Seitenkollisionsschutz, eine Querverkehrswarnung und eine Heckkollisions-Prävention. Selbstverständlich verfügt der 7er auch über Systeme zur Vermeidung von Auffahr- und Fußgänger-Unfällen sowie einen Stauassistenten, der bei zähfließendem Verkehr und niedrigem Tempo die Steuerung des Fahrzeugs übernimmt.

 

BMW 7er: Sparsame Motoren und Plug-in-Hybrid zum Start

Praktisch ferngesteuert agiert der neue BMW 7er, wenn er mittels Remote Control Parking in die vor ihm liegende Parklücke fährt. So können die Insassen das Fahrzeug vor der Einfahrt in die Garage verlassen, die letzten Meter lassen sich mit Hilfe des an eine Smartwatch erinnernden Display-Schlüssels fernsteuern. Das funktioniert bis zur 1,5-fachen Fahrzeuglänge und erlaubt die komfortable Nutzung besonders enger Parklücken.

Und der BMW 7er kann noch mehr: Als erstes Auto seiner Klasse kommt der Bayer optional mit Laserlicht-Scheinwerfern. Die vom i8 bekannte Lichttechnik wurde ebenfalls weiterentwickelt und beherrscht nun das Ausblenden anderer Verkehrsteilnehmer, weshalb der Laser-Spot deutlich häufiger genutzt werden kann. Serienmäßig kommt der BMW 7er 2015 mit Voll-LED-Scheinwerfern.

Den Antrieb der neuen Luxusklasse übernehmen in erster Linie Sechs- und Achtzylinder-Motoren, alle Modelle sind serienmäßig mit Achtgang-Automatik ausgerüstet. Als Einstiegsmodell und vorerst einziger Diesel kommt der BMW 730d mit 265 PS, der brandneue Motor und sein Leergewicht von 1.755 Kilogramm bescheren der Luxuslimousine einen EU-Verbrauch von 4,5 bis 4,9 Liter auf 100 Kilometer.

Auf Seiten der Benziner stehen der Sechszylinder 740i und das V8-Modell 750i xDrive zur Wahl. Schon der Basis-Benziner schickt 326 PS an die Hinterräder, das vorläufige Topmodell leistet 450 PS und ist nur mit Allradantrieb xDrive erhältlich. Auch der Durst der Benziner konnte spürbar reduziert werden: Der 740i schluckt je nach Bereifung 6,6 bis 7,0 Liter, der stärkere V8 kommt im EU-Zyklus auf 8,1 bis 8,5 Liter.

BMW 7er G11/G12 feiert Premiere bei der IAA 2015

Lediglich einen Bruchteil davon konsumiert der bereits angekündigte, aber nicht unmittelbar zum Marktstart erhältliche BMW 740e mit Plug-in-Hybrid-Antrieb: Im EU-Zyklus für Plug-in-Hybride kommt der 326 PS starke 7er mit Vierzylinder und E-Motor auf einen Verbrauch von 2,1 Liter, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 49 Gramm pro Kilometer. Bis zu 40 Kilometer können rein elektrisch zurückgelegt werden, bevor der unter der Rückbank platzierte Lithium-Ionen-Akku komplett entladen ist.

Seinen Marktstart feiert der neue BMW 7er am 24. Oktober, wenige Wochen nach dem offiziellen Debüt auf der Frankfurter IAA 2015. Die Preise beginnen bei 85.300 Euro für den 730d, der 740i ist ab 87.600 Euro erhältlich. Spürbar tiefer müssen V8-Kunden in die Tasche greifen: Der Einstiegs-Preis für den BMW 750i xDrive liegt bei 107.500 Euro. Die um 14 Zentimeter gestreckte Langversion ist für alle Motorisierungen erhältlich und erhöht den Preis um mindestens 5.200 Euro.

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