BMW X6/Mercedes GLE Coupé: Vergleichstest Der GLE greift den X6 an

18.12.2015

An bulligen SUV-Coupés scheiden sich die Geister. Entweder man mag sie oder nicht. Nun bekommt der Segment-Pionier BMW X6 erstmals Konkurrenz – vom schwäbischen Fließheck-Ableger Mercedes GLE Coupé.

Hand aufs Herz: Die größten Offroad-Abenteuer von BMW X6 und Mercedes GLE Coupé werden wohl eher auf Pferdekoppeln, Feldwegen und Sportboot Rampen stattfinden. Für alles andere sind die rund 1000 Euro teuren Metallic-Anstriche viel zu schade. Und auch wir bleiben lieber auf dem Asphalt und testen dort das neue GLE Coupé 400 4Matic sowie den Begründer des Segments der Oberklasse-SUV Coupés, den BMW X6 als xDrive35i.

BMW X6 und Mercedes GLE: Coupés mit Breitenwirkung

4,90 Meter Länge, rund zwei Meter Breite, flach auslaufende Dachlinien: Damit man nicht am nächsten Parkhauspfeiler aneckt, braucht man unbedingt Parksensoren und Kameras. Bei BMW ist die Heck-Ultraschallhilfe Serie (Front: 340 Euro), Mercedes liefert eine Rückfahrkamera ab Werk (BMW: 450 Euro) und Sensoren rundum mit automatischem Einparkassistenten für 869 Euro. Highlight ist die 360-Grad-Sicht mit Kameras vorn, hinten und in den Außenspiegeln (X6: 740 Euro; GLE: im Paket für 1654 Euro). Auf den vorderen Plätzen hat man in beiden SUV etwa gleich viel Platz, wobei der Mercedes wegen seines wuchtigeren Armaturenträgers und des dunklen Dachhimmels enger wirkt. Sein Fond offeriert aber mehr Bein und eine besser nutzbare Kopffreiheit, und auch die Türen öffnen etwas weiter als die des BMW. Allerdings muss man den Kopf beim Einsteigen einziehen.


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Selbst adaptive Dämpfer mit Luftfederung können die ungefederten Massen großer Räder nur bedingt kaschieren. Spürbar besser agiert hier der X6 mit souveränem Verarbeiten jeglicher Unebenheiten. Dem GLE Coupé merkt man dagegen seine hohe Last auf der Vorderachse (1213 kg) beim Überfahren von Querkanten und Fugen an, leicht stößig spricht jedoch vor allem die Hinterachse an. Insgesamt lässt sich die Karosserie schon bei kleineren Unebenheiten leicht anregen und gerät stärker in Bewegung als die des BMW. Bei maximaler Beladung gewinnen beide Testwagen an Ruhe. Apropos Ruhe: Trotz Mercedes-Doppelverglasung sind die Antriebs- und Abrollgeräusche der Hinterachse stets präsent.

BMW X6: Ein Prosit der Gemütlichkeit

Dafür sitzt man auf den vielseitig einstellbaren Multikonturstühlen (1309 Euro) vorn deutlich bequemer. Auch hinten macht das GLE Coupé mit gut nutzbarer Beinauflage, in der Neigung einstellbarer Lehne und ausklappbaren Kopfstützen die bessere Figur. Im BMW fallen die Sitzposition mit angewinkelten Beinen und die kurzen, festen Kopfstützen negativ auf. Ergonomisch hat der Bayer jedoch einen entscheidenden Vorteil gegenüber dem Neuling im Segment: Die 94 Zentimeter hohe Ladekante des Mercedes mit großer Stufe zum Ladeboden macht so manche Beladung zum Kraftakt. Außerdem kann man tief im Kofferraum liegende Gegenstände nur schlecht greifen und schmutzt sich dabei an der Heckschürze ein.

Mercedes GLE gegen BMW X6: Mehr Infos in unserer Bildergalerie

In puncto Kosten liegen die beiden Rivalen nicht weit auseinander. 2000 Euro Differenz beim bewerteten Preis inklusive aller testrelevanten Extras und der etwas niedrigere Wertverlust zugunsten des GLE Coupé fallen nicht stark ins Gewicht. Auch die schlechtere Multimedia-Ausstattung wirft den X6 nicht weit zurück. Kfz-Steuer und Ausstattung liegen auf einem Niveau. Und auch wenn X6-Besitzer wegen der hohen Versicherungseinstufungen zunächst schlechter dastehen, so sparen sie knapp die gleiche Summe wieder in der Werkstatt. Die fünjährige Mobilitätsgarantie des BMW ist allerdings nicht mehr zeitgemäß.

Unser Fazit

Obwohl das neue Mercedes GLE Coupé teilweise auf dem abgelösten ML aufbaut, gewinnt es gegen den erst letztes Jahr eingeführten, komplett neuen BMW X6. Mehr Platz im Kofferraum, kürzere Bremswege, ein Spritzer mehr Dynamik und der leichte Kostenvorteil machen den Unterschied und sichern dem Schwaben einen kleinen, aber klaren Punktevorteil. Mit hochwertigen Materialien, tollem Bedienkonzept, guten Komforteigenschaften und dem etwas effizienterem Antrieb überzeugt aber auch der Bayer auf ganzer Linie.

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