BMW X5 xDrive25d & Mercedes ML 250 vs. VW Touareg: SUV-Vergleich Luxus Light

05.06.2014
Inhalt
  1. KAROSSERIE
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GETRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Großes SUV, kleiner Dieselmotor – geht diese Rechnung auf? BMW X5 und Mercedes M-Klasse treten mit Vierzylindern gegen den VW Touareg V6-TDI an. Vergleich

Mercedes hat es in der M-Klasse schon vor drei Jahren gewagt. Jetzt begeht auch BMW den Tabubruch und packt einen Vierzylinder-Diesel unter die Haube des Oberklasse-SUV X5. VW bleibt da noch standhaft und bietet für den Touareg als Einstiegsmotorisierung eine abgeschwächte Variante des V6-TDI – ein Vierzylinder kommt VW-Chef Martin Winterkorn momentan nicht in den Touareg.

Ob die drei Dickschiffe mit den rund 200 PS starken Selbstzündern standesgemäß motorisiert sind und welcher der drei am meisten Luxus bereits in der Basisversion bietet, klärt der Vergleichstest.

 

KAROSSERIE

Variabilitätsmeister ist der BMW X5

Imposante Erscheinungen sind die drei Premium-SUV mit ihren wuchtigen Karosserien, doch mit Fahrzeuglängen um die 4,80 Meter sind sie kürzer, als man auf den ersten Blick vermuten würde. In der Stadt wirken sie wegen der breiten und hoch aufbauenden Blechkleider dennoch etwas deplatziert, Parkhäuser  können  einem schon mal die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Dafür entschädigen sie mit guter Übersichtlichkeit und geben einem das Gefühl, über den anderen Verkehrsteilnehmern zu schweben. Platz gibt es in beiden  Reihen mehr als genug. Der X5 wird für 1980 Euro sogar zum Siebensitzer und nimmt zwei weitere Passagiere an Bord. Auch in puncto Transportqualitäten liegt der Münchner weit vorn: Mit bis zu 1870 Liter steckt sein Gepäckabteil nicht nur ganz schön was weg, es überzeugt dank der dreiteilig klappbaren Rücksitzlehne und der zweiteiligen Heckklappe auch mit der besten Variabilität.

Noch mehr passt allerdings in den Mercedes ML, der bis zu 2010 Liter schluckt und ebenso wie der VW Touareg bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen darf. Der X5 kann immerhin bis zu 2700 Kilogramm ziehen. Bei der Sicherheitsausstattung hat der Münchner den Konkurrenten unter anderem den serienmäßigen
Abstandswarner und Spurhalteassistenten sowie das optionale, sehr empfehlenswerte Head-up-Display voraus. Der ML punktet als einziger mit dem serienmäßigen Presafe-System und kann gleich viele Punkte sammeln.

Der VW Touareg büßt wichtige Zähler ein, weil er bei Nachtsichtsystem, Runflat-Bereifung und Einparkassistent passen muss. Im Gegenzug glänzt er mit der höchsten Verarbeitungsqualität. Seine Karosserie strahlt eine beinahe schon burghafte Solidität aus, an die auch ML und X5 nicht heranreichen.

BMW X5 xDrive25d
Mercedes ML 250
BlueTEC 4Matic
VW Touareg 3.0 TDI
BMT 4Motion
218 PS 204 PS 204 PS
0-100 km/h in 8,0 s 0-100 km/h in 8,5 s 0-100 km/h in 8,2 s
Allradantrieb Allradantrieb Allradantrieb
Spitze 220 km/h Spitze 210 km/h Spitze 206 km/h
Grundpreis: 54.700 Euro Grundpreis: 56.228 Euro Grundpreis: 50.850 Euro

 

FAHRKOMFORT

In allen drei SUV reist man äußerst komfortabel

BMW, Mercedes und VW schickte die Testwagen mit aufpreispflichtiger Luftfederung samt adaptiven Dämpfern zum Vergleichstest, wobei der X5 als einziger mit konventioneller Stahlfederung an der Vorderachse ausgestattet ist. Die Investition von 1800 (BMW) bis 2700 Euro (VW) dafür lohnt in jedem Fall. Die hoch  aufragenden SUV bügeln die meisten Fahrbahnunebenheiten anstandslos glatt, gleichzeitig halten sich die Aufbaubewegungen in engen Grenzen.

Am besten gelingt es dabei dem Mercedes, Fahrbahnschäden jeglicher Art von den Insassen weitestgehend fernzuhalten. VW und BMW folgen mit nur geringem
Abstand. Die bei den Luftfederfahrwerken enthaltenen Niveauregulierungen sorgen dafür, dass die Allradler auch unter Ausnutzung der maximalen Zuladung nicht in die Knie gehen. Touareg und ML senken bei höheren Geschwindigkeiten zudem die Karosserie ab, um weniger Luftwiderstand zu bieten.

Und für diejenigen, die doch einmal abseits befestigter Straßen unterwegs sind, kann die Karosserie im Gegenzug hochgepumpt und die Bodenfreiheit auf rund 30
Zentimeter erhöht werden.

Doch nicht nur die Federungen der drei SUV können überzeugen, auch der Geräuschkomfort ist der Fahrzeugklasse entsprechend. Den Kühlergrill vorn hat hier der Touareg. Windgeräusche dringen ebenso wie beim ML nur sehr dezent zu den Passagieren durch, und der sonore Sechszylinderklang sorgt dafür, dass im großen Wolfsburger am meisten Oberklasse-Flair aufkommt.

Im X5 und ML passt der wenig vornehme Klang der Vierzylinder-Diesel nicht so richtig zum Luxus der großen SUV, auch wenn sich der Sound der gut gedämmten Motoren spätestens ab Landstraßentempo unter den übrigen Fahrgeräuschen verliert.

Während die Testwagen von BMW und Mercedes mit optionalen Sportsitzen  ausgestattet waren, steckten im Touareg  die 3765 Euro teuren Komfortsitze. Zwar finden die Passagiere in den beiden süddeutschen SUV etwas mehr Seitenhalt, dafür sitzt man in den VW-Sesseln speziell auf langen Etappen noch eine Spur angenehmer und entspannter. Auch die Fondpassagiere sind sehr kommod untergebracht. Am bequemsten reist es sich jedoch im dicken Benz, bei dem ebenso wie beim Touareg die Neigung der Rücksitzlehne einstellbar ist.

 

MOTOR/GETRIEBE

Der BMW-Diesel entwickelt am meisten Dampf

BMW und Mercedes setzen auf eine Zweistufen-Aufladung, um aus den Vierzylinder-Dieseln Leistungen jenseits der 200-PS-Marke zu kitzeln. Der X5 kommt auf 218 PS, im ML leistet der 2,1-Liter-Motor 204 PS. VW geht einen anderen Weg und installiert im Touareg eine abgeschwächte Version des sonst 245 PS starken 3.0-TDI, die auf eine Nennleistung von ebenfalls 204 Pferdestärken kommt.

Der VW gefällt mit der harmonischsten Leistungsentfaltung. Bereits ab 1250 Touren steht das maximale Drehmoment von 450 Nm parat und hält bis 3200 Umdrehungen an. In der Folge entpuppt sich der V6-Diesel als die souveränste und angenehmste Antriebsquelle.

Die gelassen agierende Achtstufen-Automatik bietet ebenfalls keinen Grund zur Klage. Getoppt wird diese nur noch von der ZF-Automatik im X5, die besonders den etwas träge agierenden Mercedes-Automaten in den Schatten stellt. Auch wenn die Vierzylinder in puncto Laufkultur prinzipbedingt nicht an den VW-V6 heranreichen, sind die gewichtigen SUV dank 450 (BMW) beziehungsweise 500 Nm Drehmoment (Mercedes) mehr als ausreichend motorisiert. Sowohl beim Standardsprint auf 100 km/h, der Höchstgeschwindigkeit als auch beim Verbrauch hat der X5 die Nase vorn. 

Der Touareg genehmigte sich auf der Verbrauchsstrecke mit 9,3/100 km einen Liter mehr als die Konkurrenten. Das soeben vorgestellte Facelift-Modell soll dank zahlreicher Optimierungen sparsamer sein und im EU-Zyklus 0,4 Liter weniger konsumieren.

 

FAHRDYNAMIK

Die Dickschiffe fahren erstaunlich agil

Es ist schon beeindruckend, welche Agilität die drei Schwergewichte – der X5 ist mit 2145 Kilo das leichteste  – auf der Handlingstrecke an den Tag legen. Erstaunlicherweise brennt der Schwerste, der VW Touareg, die schnellste Zeit auf den Asphalt – beim Slalom mit nur hauchdünnem, auf dem Handlingkurs mit deutlichem Vorsprung.

Das liegt neben dem enorm hohen Grip seiner Goodyear Eagle F1-Reifen auch am erst spät eingreifenden ESP, wohingegen die teils übervorsichtigen elektronischen Schutzengel im ML und X5 schnellere Slalomzeiten vereiteln. Die Fahrsicherheit der drei Kolosse liegt auf hohem Niveau, die kürzesten Bremswege sowie die gefühlvolle Lenkung im Wolfsburger sichern ihm den souveränen Kapitelsieg.

 

UMWELT/KOSTEN

Trotz 6-Zylinder ist der VW am günstigsten

50.850 Euro ruft VW für den Touareg auf und unterbietet damit die vierzylindrige Konkurrenz deutlich. 54.700 Euro sind für den BMW fällig, für den Mercedes sogar 56.228 Euro. Dafür erhält der Kunde nicht nur jede Menge Auto, sondern auch bereits eine recht umfangreiche Serienausstattung, die sich allerdings spielerisch um den Gegenwert eines Mittelklasse-Modells erweitern lässt, wie die Testwagenpreise jenseits der 80.000 Euro beweisen.

Da geht der Wertverlust von mehr als 50 Prozent nach vier Jahren und 80.000 Kilometern um so heftiger ins Geld; prozentual büßt der Touareg am meisten ein. Dafür entschädigt er mit der niedrigsten Vollkasko-Einstufung, die besonders bei dem bei Langfingern extrem beliebten BMW X5 ganz schön ins Geld geht. Weitere Zähler verliert der Münchener wegen seiner fünfjährigen Mobilitätsgarantie (Mercedes 30 Jahre, VW unbegrenzt).

Trotz der höchsten Kosten für Sprit und die Steuer und der schlechtesten Emissions-werte sammelt der VW die meisten Punkte und sichert sich damit den dritten Kapitelsieg.

 

FAZIT

Im Vergleichstest der drei Oberklasse-SUV mit Basis-Diesel kann sich der VW Touareg behaupten, und das, obwohl der bereits vier Jahre alte Wolfsburger kurz vor der Modellüberarbeitung steht. Er punktet mit hervorragender Karosseriequalität, tollem Fahrkomfort, der besten Fahrdynamik sowie dem oberklassigen  Sechszylinder.

Nur knapp dahinter landet der X5, der mit der besten Antriebskombination, dem gelungensten Bedienkonzept und guten Allround-Eigenschaften überzeugt.  Der  Mercedes auf dem dritten Platz ist alles andere als ein Verlierer. Der überzeugende Fahrkomfort, das hohe Sicherheitsniveau und der sparsame Motor sprechen für den ML.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Alexander Lidl

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