BMW X3 xDrive20d und Mercedes GLK 220 CDI 4-MATIC B.E. im Test BMW X3 - Mercedes GLK

16.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Seit einigen Monaten feiert der neue BMW X3 einen Erfolg nach dem anderen. Kann er sich auch gegen den kantigen Mercedes GLK aus Stuttgart behaupten?

Vom Ansatz her sind der neue BMW X3 und der seit Ende 2008 erhältliche Mercedes GLK grundverschieden. Während der Bayer versucht, trotz größerer Abmessungen in die fahrdynamischen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten, erinnert der GLK mit seiner kantigen Form und der steilen Frontscheibe an die lange Offroad-Geschichte des legendären G-Modells. Doch bei genauerer Betrachtung sind sich Mercedes GLK 220 CDI und BMW X3 xDrive20d ähnlicher als man auf den ersten Blick meinen könnte.

 

Karosserie

Unter den Mittelklasse-SUV zählt der gewaltig gewachsene X3 mittlerweile zu den geräumigsten Angeboten. Auf einer Länge von 4,65 Metern bietet er viel Raum für fünf Personen und reichlich Gepäck. Praktisch sind vor allem die üppig dimensionierten Ablagefächer in den Türen, die es vorn und hinten sogar mit größeren Flaschen aufnehmen. Allerdings sitzt man vorn ungewohnt hoch, hinten jedoch sehr tief im BMW.

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Der GLK braucht sich mit einer Außenlänge von 4,53 Metern ebenso wenig zu verstecken, auch wenn hier die Passagiere in der zweiten Reihe nicht gerade die Beine übereinanderschlagen können. Dafür verträgt der Stuttgarter deutlich mehr Zuladung, kann mit 505 Kilogramm fast zwei Zentner zusätzlich mit auf die Reise nehmen.

Der X3 wiederum darf mit 2,4 Tonnen Anhängelast 400 Kilogramm mehr an den Haken nehmen. Durch ihre Höhe von mehr als 1,60 Meter gibt es Kopffreiheit in beiden Autos mehr als genug. Und bei umgeklappten Rücksitzen legen die zwei SUV weit mehr als 1500 Liter Ladevolumen frei.

KarosserieMax. PunkteBMW X3 xDrive20dMercedes GLK 220 CDI 4-MATIC BlueEfficiency
Raumangebot vorn1008075
Raumangebot hinten1006964
Übersichtlichkeit705656
Bedienung/ Funktion1009088
Kofferraumvolumen1005745
Variabilität1004443
Zuladung/ Anhängelast803941
Sicherheit150102103
Qualität/ Verarbeitung200184181
Kapitelbewertung1000721696

 

Fahrkomfort

Sowohl im BMW als auch im Mercedes dürfen sich die vorderen Passagiere auf die vielfach einstellbare Edelbestuhlung freuen, die in beiden Autos rund 2000 Euro extra kostet – bequem, lang streckentauglich und mit ausreichend Seitenhalt versehen. Die große Beinfreiheit in der zweiten Reihe des X3 wird ein wenig durch die sehr tiefe Sitzposition getrübt. Hier müssen die Beine spürbar stärker angewinkelt werden als im GLK. Zu dritt fühlt man sich auf der Rückbank im geräumigeren BMW aber dennoch wohler. Auch wenn der GLK auf einstellbare Dämpfer verzichtet, überzeugt seine gelassene Fahrwerksabstimmung auf ganzer Linie.

Trotz der üppigen 19-Zoll-Bereifung (1196 Euro) steckt der Schwabe selbst hoch stehende Kanaldeckel gekonnt weg und gefällt auf der Autobahn mit stabilem Geradeauslauf. Der BMW hat es durch die einstellbaren Dämpfer (1100 Euro) leichter, sich auf die Vorlieben des Fahrers einzustellen. Mit dem Schalter in der Mittelkonsole kann zwischen normaler und sportlicher Federung gewechselt werden. Und so hat der X3 für jeden Untergrund die passende Antwort, reagiert auf harte Impulse in der komfortableren Einstellung sehr feinfühlig. Bei voller Beladung sollte allerdings der Sportmodus gewählt werden, sonst führen die Aufbaubewegungen beim Aufschaukeln zum Durchschlagen auf der Hinterachse.

FahrkomfortMax. PunkteBMW X3 xDrive20dMercedes GLK 220 CDI 4-MATIC BlueEfficiency
Sitzkomfort vorn150130126
Sitzkomfort hinten1006770
Ergonomie150140134
Innengeräusche503437
Geräuscheindruck1006968
Klimatisierung503838
Federung leer200142140
Federung beladen200135138
Kapitelbewertung1000755751

 

Motor und Getriebe

Der 170 PS starke 220 CDI ist zwischen 200 und 250 CDI der mittlere der 2,2-Liter-Turbodiesel im Mercedes-Sortiment und wird serienmäßig mit der butterweichen Siebenstufen-Automatik und Start-Stopp-System geliefert. Die lässt auch Überholmanöver aus tiefen Drehzahlen zu und nutzt so das üppige Drehmoment von 400 Newtonmeter (ab 1400 Umdrehungen) sehr harmonisch aus. Das senkt den Verbrauch und erhöht den Komfort.

Bei BMW bildet der 20d mit 184 PS den Einstiegsdiesel, die Automatik kostet hier 2300 Euro extra und sortiert ihre acht Stufen ebenso seidig. Bei der Sprintmessung kann der Bayer sein Leistungsplus ausnutzen und erreicht Tempo 100 eine halbe Sekunde früher als der GLK. Beim Verbrauch herrscht mit akzeptablen 7,5 (X3) und 7,4 (GLK) Litern nahezu Gleichstand.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW X3 xDrive20dMercedes GLK 220 CDI 4-MATIC BlueEfficiency
Beschleunigung150110107
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1506057
Getriebeabstufung1008280
Kraftentfaltung504240
Laufkultur1007068
Verbrauch325239241
Reichweite251715
Kapitelbewertung1000620608

 

Fahrdynamik

Schon auf den ersten Metern auf dem Handlingparcours enthüllt der Mercedes erstaunliches Spaßpotenzial. Er lenkt willig ein und überrascht mit hohen Kurvengeschwindigkeiten sowie absolut neutralem Fahrverhalten. Selbst wenn man das nicht ganz abschaltbare ESP mit heftigen Lenkmanövern zu Eingriffen provoziert, regelt es sanft, und der GLK bleibt gelassen in der Spur. Bei den Bremsmessungen glänzt der Schwabe mit besseren Leistungen als der BMW – mit kalten oder warmen Bremsscheiben steht der fast zwei Tonnen schwere Brocken nach 35 Metern.

Sein bayerischer Konkurrent braucht für diese Prüfung im Schnitt gut anderthalb Meter mehr. Er kann sich dafür aber auf dem Handlingparcours leicht absetzen. Das liegt vor allem am härteren Biss des Antriebs und der besseren Traktion am Kurvenausgang. In Kurven neigt sich der BMW durch den hohen Schwerpunkt mehr zur Seite und bescheinigt den Grenzbereich deutlicher durch Schieben über die Vorderräder. Das lässt sich jedoch bei abgeschaltetem DSC (ESP) mit gezielter Gaswegnahme und etwas Erfahrung am Lenkrad in ein effektives Mitlenken mit dem Heck umwandeln. Wer sich daran gewöhnt, kann mit dem X3 auch schneller durch die Slalomgasse zirkeln.

FahrdynamikMax. PunkteBMW X3 xDrive20dMercedes GLK 220 CDI 4-MATIC BlueEfficiency
Handling1506058
Slalom1004540
Lenkung1009188
Geradeauslauf503842
Bremsdosierung302018
Bremsweg kalt15085100
Bremsweg warm15084103
Traktion1009288
Fahrsicherheit150140138
Wendekreis20711
Kapitelbewertung1000662686

 

Umwelt und Kosten

Es scheint, als hätten sich die Preisgestalter von BMW und Mercedes bei diesen Modellen abgesprochen. Gerade zwölf Euro trennen die Einstiegspreise von BMW (41.900 Euro) und Mercedes (41.888 Euro) – beim X3 ist der Aufpreis für die Automatik bereits eingerechnet. Auch die Ausstattungslisten geben auf der Kostenseite keine klaren Argumente für oder gegen einen der beiden. Der Mercedes glänzt mit üppigen Garantieleistungen bei Durchrostung und Mobilität, der BMW kontert mit den etwas besseren Versicherungseinstufungen und den niedrigeren Werkstattkosten.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW X3 xDrive20dMercedes GLK 220 CDI 4-MATIC BlueEfficiency
Bewerteter Preis675138138
Wertverlust501515
Ausstattung251716
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502027
Werkstattkosten201514
Steuer1087
Versicherung402724
Kraftstoff554040
Emissionswerte258687
Kapitelbewertung1000366368

 

Fazit

Dass der BMW X3 zu den besten Angeboten im kompakten SUV-Segment zählt, haben viele gewonnene Vergleichstests bewiesen. Mit dem Mercedes GLK hat er einen Gegner auf Augenhöhe gefunden, den er am Ende aber vor allem wegen des besseren Platzangebots schlagen kann. Bei der Fahrdynamik muss sich der Schwabe keineswegs verstecken, er gewinnt dieses Kapitel sogar wegen seiner besseren Bremsleistungen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW X3 xDrive20dMercedes GLK 220 CDI 4-MATIC BlueEfficiency
Summe500031243109
Platzierung12

Tags:
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