SUV oder Limousine? BMW X1 xDrive25d und BMW 125d mit neuem Power-Diesel Eins und eins

06.09.2012
Inhalt
  1. ZWISCHEN 1ER UND X1 LIEGEN KNAPP 6000 EURO
  2. BEIM FAHRKOMFORT LIEGT DER X1 KLAR VORM
  3. DER BITURBODIESEL MACHT DEN 1ER ZUR RAKETE
  4. FAZIT

X1 und 1er bilden den Einstieg in zwei unterschiedliche BMW-Welten. Als Top-Diesel kommt in beiden aber der neue Vierzylinder 25d zum Einsatz

Noch bei seiner Markteinführung im Herbst 2009 unkten die Skeptiker: Der BMW X1 sei eine unnötige Kreuzung aus Kombi und SUV, habe zwischen 3er Touring und 1er BMW auf dem Markt wohl kaum Überlebenschancen. Zweieinhalb Jahre später feiert BMW mit 300.000 verkauften Modellen eine unerwartete Erfolgsgeschichte.

Der im Leipziger Werk gebaute X1 hat sich nach 1er, 3er und 5er jetzt als vierte tragende Säule der Bayern etabliert. Design, Platzangebot und Fahrleistungen scheinen den Kunden zu gefallen. Zudem darf das kleinste SUV aus dem BMW-Portfolio auch die neuesten Antriebe nutzen, wie beispielsweise den jüngsten Powerdiesel 25d mit vier Zylindern und zwei Turboladern.

Mehr Tests & Fahrberichte: Der kostenlose Newsletter der AUTO ZEITUNG

Im X1 treibt der Motor stets alle vier Räder an. Ein Vorteil zum BMW 1er. Doch lohnt sich der Aufpreis wirklich? Schließlich ist der Golf-Klässler nach seiner Renovierung größer und komfortabler geworden. Ein Vergleich.

Für den neuen, 218 PS starken Zweiliter-Biturbo-Diesel muss tief in die Tasche gegriffen werden.

 

ZWISCHEN 1ER UND X1 LIEGEN KNAPP 6000 EURO

32.750 Euro kostet der BMW 125d, 38.500 Euro der BMW X1 xDrive25d. Hinzu kommen je 2150 Euro für die empfehlenswerte Achtstufen-Automatik. Für den Aufpreis erhält man mit dem X1 aber auch die spürbar größere Karosserie. Dabei machen nicht unbedingt die 13 Zentimeter in der Länge, sondern die gut zwölf Zentimeter in der Höhe den Unterschied.

Das Raumgefühl und die Kopffreiheit im X1 können sich sehen lassen. Für viele dürften auch die aufrechtere Sitzposition und der höhere Einstieg ein Kaufargument sein. In der zweiten Reihe bietet das SUV zudem deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Der Unterschied im Kofferraum fällt hingegen nicht so eindeutig aus. Hier hat der neue 1er mit 360 bis 1200 Liter beeindruckend viel Stauraum zu bieten.

 

BEIM FAHRKOMFORT LIEGT DER X1 KLAR VORM

Nicht nur wegen des besseren Platzangebots entscheiden sich viele Käufer für den X1. Auch die sportliche, aber dennoch gefühlvolle Fahrwerksabstimmung gefällt – adaptive Dämpfer gibt es hier aber nicht. Hin und wieder dringt nur das Summen der großen 18-Zoll-Räder in den Innenraum durch.

Abrollgeräusche erzeugt auch die 18-Zoll-Mischbereifung am BMW 1er. Weil der zudem mit dem aufpreispflichtigen adaptiven Fahrwerk (1100 Euro) samt zehn Millimeter Tieferlegung ausgestattet ist, geht es hier grundsätzlich straffer zur Sache. Über Gullideckel und Querrillen federt der 1er dennoch ausgesprochen souverän. Nur wenn der Sportmodus über den Fahrerlebnisschalter aktiviert wird, reagieren Dämpfer und Federn etwas bockig auf Impulse. Dafür geht der BMW 125d wie kein Zweiter um die Ecken. Mit viel Gefühl im Lenkrad setzt er Richtungsänderungen so spontan und exakt um, dass es eine wahre Freude ist. Erst bei sehr hohen Kurvengeschwindigkeiten kündigen die Vorderräder mit leichtem Untersteuern den Grenzbereich an. Hier hat der höher aufbauende X1 klar das Nachsehen.

 

DER BITURBODIESEL MACHT DEN 1ER ZUR RAKETE

Geht es aus der Kurve auf die Gerade, zieht der Kleine dem Großen endgültig davon. Wegen der kleineren Stirnfläche und 200 Kilogramm weniger Gewicht hat der Zweiliter-Biturbo leichtes Spiel mit dem 1er. In nur 6,5 Sekunden schiebt er ihn unangestrengt aus dem Stand auf Landstraßentempo. Der immense Vorwärtsdrang des bärig knurrenden Vierzylinders endet erst weit jenseits der 200-km/h-Marke. Zwar verwandelt dieser Motor auch den BMW X1 in einen eindrucksvollen Sprinter (7,1 Sekunden), nur packt er hier nicht ganz so vehement zu.

Wer es ruhiger angehen lässt, wird sich in beiden Autos über die hervorragende Abstimmung des Automatik-Getriebes freuen, die vor allem im Eco-Pro-Modus früh in die hohen Gänge schaltet und das gewaltige Drehmoment von 450 Newtonmetern bei 1500 Umdrehungen ausnutzt. Leider muss das Sparprogramm nach jedem Neustart wieder aktiviert werden. So darf man sich trotz aller Kraftreserven auch über niedrige Verbräuche freuen. Im 125d müssen im Alltagsschnitt 5,6 Liter je 100 Kilometer eingeplant werden, im BMW X1 xDrive25d sind es mit 6,3 Litern im Schnitt etwas mehr.

 

FAZIT

Die Rollen zwischen X1 und 1er sind klar verteilt. Das kleinste BMW-SUV bietet bessere Platzverhältnisse, mehr Komfort und sportliche Fahrleistungen. Hinzu kommt beim xDrive25d der Allradantrieb, mit dem man vor allem im Winter sicher unterwegs ist. Wer sich mit etwas weniger Platz und Hinterradantrieb zufrieden gibt, erhält mit dem 125d eine ultimative Fahrmaschine.

Die kann aus dem Stand in nur 6,5 Sekunden auf Tempo 100 sprinten und wird bis zu 240 km/h schnell. Mit durchschnittlich 5,6 Liter Diesel je 100 Kilometer ist man zudem sparsamer unterwegs als im X1 (6,3 Liter). Das gibt am Ende den entscheidenden Ausschlag zugunsten des 125d: Er ist flotter, sparsamer und fast 6000 Euro günstiger als der X1.
Markus Schönfeld

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Die technischen Daten der grundverschiedenen Brüder

TECHNIK
   

BMW 125d AUTOMATIK BMW X1 xDRIVE25d AUTOMATIK
Motor 4-Zylinder, 4-Ventiler,
Bi-Turbodiesel
4-Zylinder, 4-Ventiler,
Bi-Turbodiesel
Hubraum 1995 cm³ 1995 cm³
Leistung
bei
160 kW / 218 PS
4400 /min
160 kW / 218 PS
4400 /min
Max. Drehmoment
bei
450 Nm
1500 – 2500 /min
450 Nm
1500 – 2500 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik 8-Stufen-Automatik
Antrieb Hinterrad Allrad, permanent
Fahrwerk vorn:
McPherson-Federbeine, Querlenker, Zugstreben, Stabilisator;
hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator;
DSC (ESP)
vorn:
McPherson-Federbeine, Querlenker, Zugstreben, Stabilisator;
hinten: Mehrfachlenkerachse, Federn, Dämpfer, Stabilisator;
DSC (ESP)
Bremsen vorn:
innenbelüftete Scheiben;
hinten:
Scheiben;
ABS, Bremsassistent
rundum: innenbelüftete
Scheiben;
ABS, Bremsassistent
Bereifung Bridgestone Potenza A001 RFT;
vorn: 225/40 R 18;
hinten 245/35 R 18
Pirelli Cinturato P7;
rundum:
225/45 R 18
L/B/H 4324/1765/1421 mm 4454/1798/1545 mm
Radstand 2690 mm 2760 mm
Leergewicht / Zuladung 1519 kg / 416 kg 1705 kg / 455 kg
Anhängelast:
gebremst/ungebremst
1200 kg / 740 kg 2000 kg / 750 kg
Kofferraumvolumen 360 – 1200 Liter 420 – 1350 Liter
Abgasnorm Euro 5 Euro 5
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
   
0-100 km/h 6,5 s 7,1 s
Höchstgeschwindigkeit 240 km/h 228 km/h
Bremsweg (100-0 km/h) kalt / warm 35,1 m / 35,2 m 34,4 m / 34,1 m
Test-Verbrauch 5,6 l D/100 km 6,3 l D/100 km
EU-Verbrauch 4,8 l D/100 km 5,5 l D/100 km
CO2-Ausstoß 126 g/km 145 g/km
KOSTEN    
Grundpreis 34.900 Euro 40.650 Euro
Typklassen 17 HP/20 VK/20 TK 21 HP/22 VK/25 TK

AUTO ZEITUNG

Tags:
Diagnosegerät (Alle PKWs)
UVP: EUR 9,99
Preis: EUR 6,99 Prime-Versand
Sie sparen: 3,00 EUR (30%)
Auto-Entfeuchter
UVP: EUR 19,90
Preis: EUR 10,90 Prime-Versand
Sie sparen: 9,00 EUR (45%)
Handyhalterung
 
Preis: EUR 8,99 Prime-Versand
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.