BMW X1 sDrive 18i und Mini Cooper S Countryman All4 im Vergleichstest BMW X1 sDrive 18i und Mini Cooper S Countryman All4

06.10.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem Countryman blüht die Mini-Modellpalette weiter auf. Kann er gegen die konzerninterne Konkurrenz bestehen?

Mini gibt Gas. Die Modellvielfalt wächst, der neue Countryman ist nur der Anfang: Coupé und Roadster, als Studie schon vorgestellt, kommen in den nächsten beiden Jahren hinzu. Dann hat der Mini-Kunde die Wahl zwischen sechs Varianten des Kultmobils. Der Countryman ist als Cooper S und Cooper D mit einem Allradantrieb lieferbar (Aufpreis: plus 1600 bzw. plus 1700 Euro). Das 184 PS starke Spitzenmodell Cooper S kommt so auf einen Grundpreis von 27.900 Euro. Bei der Konzernmutter BMW gibt es dafür nur das Einstiegsmodell des X1, den sDrive 18i (27.500 Euro). Dieser muss allerdings auf einen Allradantrieb verzichten, den es nicht mal optional für den 150- PS-Benziner gibt. Ist der BMW dennoch die bessere Wahl?

 

Karosserie

Spätestens die Innenmaße lassen keinen Zweifel aufkommen: Der BMW X1, basierend auf dem Chassis des 3er Touring, ist klar das Auto mit dem größeren Raumangebot. Während sich dieser Umstand in der ersten Sitzreihe nicht störend auswirkt, trennen die beiden Testgegner im Fond schon Welten. Da geht es im Maxi-Mini wesentlich beengter zu, trotz der viersitzigen Auslegung mit zwei längs verschiebbaren Einzelsitzen hinten. Ohne Aufpreis kann der Countryman-Käufer auch eine durchgehende Sitzfläche ordern. Die Zuladekapazität des Mini liegt in Litern oder Kilogramm gemessen deutlich unter den vergleichbaren Werten des BMW. Über die ganz eigene Bedienstruktur im Mini wundert sich niemand mehr; man muss sie als Konzeptbestandteil akzeptieren. Auch hier kann der BMW im Alltag Vorteile verbuchen. Und sein gut zugängliches Kofferabteil, das bei umgeklappten Lehnen eine nahezu ebene und große Ladefläche bietet, ist nicht nur bei Urlaubsfahrten ein Plus. Dies ergibt sich auch bei der Auflistung der Sicherheitsausstattung. So holt sich der X1 den ersten Kapitelsieg.

KarosserieMax. PunkteBMW X1 sDrive 18iMini Cooper S Countryman All4
Raumangebot vorn1007060
Raumangebot hinten1006248
Übersichtlichkeit704745
Bedienung/ Funktion1008975
Kofferraumvolumen1003934
Variabilität1005040
Zuladung/ Anhängelast803620
Sicherheit1509491
Qualität/ Verarbeitung200161152
Kapitelbewertung1000648565

 

Fahrkomfort

Auf Marterstrecken, die alle üblichen Fahrbahnunebenheiten aufweisen, fällt der Mini Countryman zunächst positiv auf. In den schmalen und straff gepolsterten Sportsitzen (Serie) fühlen sich die Insassen gut aufgehoben – solange die Unebenheiten nicht zu grob werden. Sensibles Anfedern und gut gedämmte Abrollgeräusche stehen beim unbeladenen Mini auf der Habenseite. Bis an seine Belastungsgrenze gebracht, schränken eine zeitweilig durchschlagende Hinterachse auf großen Fahrbahn-Verwerfungen und starke Vertikalbewegungen der Karosserie den Komfort jedoch stark ein.

Der X1 gibt das umgekehrte Bild ab: Weicher abgestimmt, aber schaukeliger und mit zittriger Hinterachse auf Querfugen, gefällt der Federungskomfort im unbeladenen Zustand weniger als im Mini. Mit insgesamt 485 Kilo an Bord reagiert der X1 dagegen harmonischer und schlägt immer noch nicht durch. Die größeren Sitze (Sportsitze, 580 Euro), vorn mit angenehm weit ausziehbarer Oberschenkelaufl age und weicher gepolstert, dämpfen zusätzlich – zweiter Kapitelsieg für BMW.

FahrkomfortMax. PunkteBMW X1 sDrive 18iMini Cooper S Countryman All4
Sitzkomfort vorn150122113
Sitzkomfort hinten1007055
Ergonomie150132118
Innengeräusche503846
Geräuscheindruck1006466
Klimatisierung503230
Federung leer200128132
Federung beladen200130126
Kapitelbewertung1000716686

 

Motor und Getriebe

Eine elektromagnetisch arbeitende Lamellenkupplung, direkt an das Hinterachsgetriebe angeflanscht, verteilt im Mini die Antriebskraft variabel zwischen den Achsen. Bis zu 100 Prozent fl ießen so im Extremfall nach hinten. Die Kombination mit dem drehmomentstarken 1,6-Liter-Turbotriebwerk garantiert großen Fahrspaß. Das mit vollvariabler Einlass-Ventilsteuerung ausgestattete Aggregat bringt sein Kraftmaximum schon ab 1600 Umdrehungen an die Räder. Hochschaltanzeige und Start-Stopp-Automatik halten den Durst im Zaum, Autobahnetappen mit hohem Tempo verlangen allerdings ihren Tribut. So konsumiert der sprintstarke Countryman auf der AZ-Verbrauchsrunde 0,5 Liter mehr Superbenzin als der nur 150 PS starke BMW X1. Das kleine Tankvolumen von 47 Litern schränkt zudem die Reichweite des Mini ein.

Der Zweiliter-Vierzylinder-Sauger des BMW – mit Benzin-Direkteinspritzung und variablen Ventilsteuerzeiten (Doppel-Vanos) – dreht etwas unwillig hoch, zeigt aber eine sehr gleichmäßige Leistungsentfaltung. Bei sehr hohen Drehzahlen strömen Vibrationen durch das X1-Chassis, dazu eine unangenehm dröhnende Geräuschcharakteristik. Gegenüber dem knackigen Sechsganggetriebe im Mini arbeitet die Sechsgangbox knochiger, zuweilen hakelig und damit weniger präzise. Alleiniger Vorteil gegenüber dem Mini sind die geringeren Bedienkräfte bei den Schaltvorgängen.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW X1 sDrive 18iMini Cooper S Countryman All4
Beschleunigung150102119
Elastizität1006680
Höchstgeschwindigkeit1505460
Getriebeabstufung1007884
Kraftentfaltung503034
Laufkultur1005962
Verbrauch325207197
Reichweite25127
Kapitelbewertung1000608643

 

Fahrdynamik

Einfach die in den Tiefen der Mittelkonsole versteckte „Sport“-Taste (130 Euro) drücken, DSC (ESP) deaktivieren – und schon kann der Spaß hinter dem Mini-Lenkrad losgehen: Trotz des hohen Schwerpunktes und immerhin 1452 Kilo Eigengewicht fegt der Countryman mit ebenso geringen Karosseriebewegungen los wie seine kleineren Brüder. Zur Lenkung passt die schnell zupackende Bremse, die mit kurzen Pedalwegen auskommt. Der Allradler zeigt sich nahezu unempfindlich für störende Lastwechselreaktionen, und sollten dennoch mal welche auftreten, fängt die ESP-Steuerung die Fuhre spät, aber sicher wieder ein. Unter Volllast schiebt der Cooper S brav über die Vorderräder und reagiert allein auf Belagwechsel mit einem kurzen Ruck an der Vorderachse. Traktionsprobleme gibt es nicht. Mit den rollwiderstandsoptimierten 205er Pirelli-Pneus bremst der Countryman verlässlich, fällt aber leicht hinter den noch besser verzögernden BMW X1 zurück. Ohne Sport-Taste muss der 34 PS schwächere Münchner den Rundkurs bewältigen. Der kompakte Bayer zeigt sich enorm fahrstabil, Traktionsprobleme treten beim Hecktriebler allein schon aus Kraftmangel kaum auf. Die Lenkung arbeitet präzise und weniger hektisch, die heftigen Karosseriebewegungen des X1 in schnellen Wechselkurven bringen eher den Fahrer aus dem Konzept als das Auto. Störende Lastwechselreaktionen wollen auch hier aggressiv provoziert werden.

FahrdynamikMax. PunkteBMW X1 sDrive 18iMini Cooper S Countryman All4
Handling1504965
Slalom1006074
Lenkung1008584
Geradeauslauf503635
Bremsdosierung301919
Bremsweg kalt1509085
Bremsweg warm1509787
Traktion1004481
Fahrsicherheit150133135
Wendekreis20711
Kapitelbewertung1000620676

 

Umwelt und Kosten

Das Kopf-an-Kopf-Rennen geht weiter: Der 400 Euro teurere Mini setzt sich bei der AZ-Normausstatung durch. Nur die Metalliclackierung kostet 450 Euro extra. Der serienmäßig lediglich mit Stahlrädern ausgelieferte BMW X1 verlangt einen tieferen Griff ins Portemonnaie. Alu-Räder und Metalliclack kosten jeweils 660 Euro. Ein weiterer Vorteil des Countryman: Die prognostizierte Wertentwicklung orientiert sich an der ohnehin hohen Wertstabilität der Mini-Familie. 58,8 Prozent Verlust nach vier Jahren bedeuten 16 405 Euro. Der X1 verliert in der gleichen Zeit rund 600 Euro mehr – trotz des niedrigeren Grundpreises, der hier als Bemessungsgrundlage dient.

Bei Werkstattkosten, Versicherung oder Steuern liegen beide Kontrahenten ähnlich, mit leichten Vorteilen für den Mini. Erst bei den Garantien kann sich der Countryman wieder deutlicher absetzen. BMW bietet über seine Händler eine Mobilitätsgarantie für fünf Jahre, während Mini bei regelmäßiger Wartung in seinen Vertragswerkstätten eine zeitlich unbegrenzte Mobilität im Schadensfall offeriert.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW X1 sDrive 18iMini Cooper S Countryman All4
Bewerteter Preis675201199
Wertverlust502021
Ausstattung251221
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502028
Werkstattkosten201617
Steuer1089
Versicherung403231
Kraftstoff553433
Emissionswerte258688
Kapitelbewertung1000429447

 

Fazit

Der neue Mini Countryman stellt sich als echte Alternative zum BMW X1 dar – auch wenn er diesen Test ganz knapp verliert. Im Alltag punktet der BMW mit seinem größeren Platzangebot, der einfachen Bedienung und der ansprechenden Qualität. Fahrdynamisch ist der ausschließlich mit Heckantrieb lieferbare Basis-X1 dem nur 400 Euro teureren Mini Cooper S samt optionalem Allradantrieb klar unterlegen. Und selbst das sensible Kostenkapitel gewinnt das stylische Mini-SUV.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW X1 sDrive 18iMini Cooper S Countryman All4
Summe500030213017
Platzierung12

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