BMW X1 vs. Audi Q3 & VW Tiguan: Kompakt-SUV im Test Gefragte Typen

13.03.2015
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor & Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt & Kosten
  6. Fazit

Kompakt-SUV gehen weg wie warme Semmeln. Audi hat beim Q3 Feinarbeit geleistet und möchte damit BMW X1 und VW Tiguan die Schau stehlen. Vergleichstest

Die drei Autos, die hier scheinbar aus dem Heft herausfahren, belegten unter den SUV im letzten Jahr die Plätze fünf, vier und eins. Bestseller war – Sie haben es sich sicher schon gedacht – der VW Tiguan. Knapp 62.000 Einheiten konnten die Wolfsburger unter das nach wie vor SUV-begeisterte Volk bringen. Um die Plätze vier und fünf gab es zwischen dem X1 und dem Q3 ein echtes Herzschlagfinale, das der Münchner erst im Dezember für sich entscheiden konnte – mit 39 Autos Vorsprung (X1: 24.636).

Damit sich das Blatt zu seinen Gunsten wendet, hat Audi den Q3 nun überarbeitet. Ein neu designter Singleframe-Grill, neue Leuchten an Front und Heck sowie effi zientere Motoren sind die wesentlichen Änderungen der Modellpfl ege. Zum Vergleichstest treten die drei erfolgreichen Kompakt-SUV mit kräftigen Dieselmotoren der 180-PS-Klasse, Automatikgetriebe und Allradantrieb an.

 

Karosserie

An den Platzverhältnissen des Q3 hat sich mit dem Facelift natürlich nichts geändert. Der Innenraum ist ausreichend groß – an die Luftigkeit des Tiguan reicht der Ingolstädter allerdings nicht heran. Besonders im Fond wirkt er eine ganze Ecke beengter, was außer an der hohen Gürtellinie und den damit verbundenen recht kleinen Fensterfl ächen auch an den seitlichen Dacheinzügen liegt, die den Köpfen der Fondinsassen recht nahe kommen. Der X1 rangiert auf Q3-Niveau, mit leichten Vorteilen in beiden Reihen. Auch beim Kofferraumvolumen hat der Wolfsburger die Nase klar vorn: 470 bis 1510 Liter passen hinter die Heckklappe, und mit bis zu 2200 Kilogramm darf der Tiguan Sport & Style zudem am meisten Gewicht ziehen (als Track & Style sogar 2500 kg). Audi und BMW liegen hier mit zwei Tonnen gleichauf; mit 460 bis 1365 Liter fasst das Q3-Heckabteil etwas mehr Gepäck als das des X1 (420 – 1350 Liter). Der kontert dafür mit der besseren Variabilität dank der serienmäßig dreigeteilt klappbaren Rücksitzlehne.

Der Audi Q3 lässt es hier bei einer asymmetrisch klappbaren Bank sowie einer optionalen Durchreiche bewenden, der bislang erhältliche umlegbare Beifahrersitz fl og aus dem Programm (beim Tiguan ist er sogar serienmäßig). Variabilitätsmeister ist der VW, dessen Rückbank sich nicht nur im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umklappen, sondern auch längs verschieben lässt. Sicherheitstechnisch hat Audi den Q3 ebenfalls aufgefrischt: So erhellt das SUV die Straße nun serienmäßig mit Xenon-Licht (für X1 und Tiguan optional erhältlich), gegen 1090 Euro Aufpreis sind sogar LED-Scheinwerfer zu haben. Der BMW gibt sich hier eine kleine Blöße, denn Assistenten zum Halten oder Wechseln der Spur, eine Verkehrszeichenerkennung oder eine Pausenempfehlung sind für ihn nicht verfügbar. Auch bei der Qualitätsanmutung erreicht der Münchner nicht das hohe Niveau von VW und Audi, wobei der Q3 dank seines edlen Innenraums noch etwas wertiger wirkt. Punkte wettmachen kann der X1 mit seinem iDrive- Bediensystem.

Auch wenn es sich hier nicht um die aktuellste Version mit Touch-Oberfläche handelt, gelingt die Bedienung sehr intuitiv. Da kann auch das MMI-System im Q3 nicht mithalten. Zudem positioniert Audi den Dreh- Drück-Steller im Kompakt-SUV etwas unpraktisch auf der Mittelkonsole. Dem Tiguan sieht man sein Alter in puncto Bedienbarkeit inzwischen merklich an: Das Infotainment-System mit Touchscreen-Technik reagiert teils verzögert und nur bei kräftigem Fingerdruck auf dung mit den aufpreispflichtigen Adaptivdämpfern ist dies gelungen. Selbst in Verbindung mit der 18-Zoll-Optionsbereifung des Testwagens verarbeitet das Fahrwerk trotz seiner tendenziell straffen Auslegung Fahrbahnschäden durchaus sensibel. Damit positioniert sich der Q3 genau zwischen die beiden Rivalen.

Der X1, für den als einziges und letztes BMWModell keine adaptiven Dämpfer verfügbar sind, präsentiert sich beim Befahren schlechter Straßen unnachgiebiger und gibt Unebenheiten trockener an die Insassen weiter, ohne dabei aber als unkomfortabel zu gelten. Positiv hervorzuheben ist, dass die Aufbaubewegungen des X1 aufgrund der straffen Dämpfung angenehm gering sind, und das selbst auf tiefen Bodenwellen. Den besten Federungskomfort bietet einmal mehr der VW Tiguan seinen Insassen. In Ver- Vorn sitzt man nach wie vor etwas hoch, hinten dürfte es mehr Kopffreiheit geben. Hochwertig verarbeitetes Cockpit Der Q3 besticht mit Agilität und Komfort gleichermaßen Eingabebefehle;die Eingabe per Sprachsteuerung ist zudem merklich umständlicher.

 

Fahrkomfort

An das Fahrwerk haben die Ingolstädter im Zuge der Modellpflege ebenfalls Hand angelegt. Dabei galt es vorrangig, den Federungskomfort weiter zu verbessern. Zumindest in Verbindung mit den aufpreispflichtigen Adaptivdämpfern ist dies gelungen. Selbst in Verbindung mit der 18-Zoll-Optionsbereifung des Testwagens verarbeitet das Fahrwerk trotz seiner tendenziell straffen Auslegung Fahrbahnschäden durchaus sensibel. Damit positioniert sich der Q3 genau zwischen die beiden Rivalen. Der X1, für den als einziges und letztes BMW Modell keine adaptiven Dämpfer verfügbar sind, präsentiert sich beim Befahren schlechter Straßen unnachgiebiger und gibt Unebenheiten trockener an die Insassen weiter, ohne dabei aber als unkomfortabel zu gelten. Positiv hervorzuheben ist, dass die Aufbaubewegungen des X1 aufgrund der straffen Dämpfung angenehm gering sind, und das selbst auf tiefen Bodenwellen.

Den besten Federungskomfort bietet einmal mehr der VW Tiguan seinen Insassen. In Verbindung mit der adaptiven Dämpferregelung liefert der Wolfsburger eine sehr überzeugende Vorstellung ab. Selbst heftige Bodenwellen oder derbe Frostaufbrüche im Asphalt nimmt der VW mit beeindruckender Gelassenheit unter die Räder, sodass die Insassen davon kaum etwas mitbekommen.

Auch beim Geräuschkomfort markiert der Tiguan die Spitze: Was die Ohren bereits erahnen lassen, bestätigt das Messgerät zur Ermittlung des Schalldrucks – der Tiguan ist das leiseste Auto unter den drei SUV. Dahinter rangiert der ebenfalls sehr gut gedämmte Audi, der mit der aufpreispfl ichtigen Akustikfrontscheibe bestückt ist. Im BMW ist nicht nur der Dieselmotor präsenter, auch die Windgeräusche bei fl otter Fahrt dringen hörbar stärker in den Fahrgastraum.

 

Motor & Getriebe

Im überarbeiteten Q3 leistet der 2.0 TDI nun 184 PS, bei VW kommt noch die 177 PS-Ausbaustufe zum Einsatz. Das maximale Drehmoment der beiden Selbstzünder liegt gleichermaßen bei satten 380 Nm, allerdings hält der Audi diesen Wert bis 3250 Touren aufrecht, während die Tiguan-Drehmomentkurve bereits ab 2500 Umdrehungen abfällt. Der ebenfalls zwei Liter große Diesel im X1 liegt mit dem des Q3 gleich auf (184 PS und 380 Nm). Kein Wunder also, dass die beiden beim Sprint auf Tempo hundert nur einen Wimpernschlag auseinander liegen (7,7 zu 7,8 s), ebenso wie bei der Höchstgeschwindigkeit mit einem leichten Vorteil für den Ingolstädter (219 zu 213 km/h). Der Tiguan muss die zwei Bayern hier ziehen lassen. Bereits bei 200 km/h hat der VW den Kampf gegen die Fahrwiderstände verloren. Auch auf der Verbrauchsstrecke muss sich der Tiguan geschlagen geben: Mit 7,9 l/100 km genehmigt er sich am meisten Diesel.

Sparmeister ist der BMW X1, der sich mit glatten sieben Litern begnügt (Q3: 7,6 l). Eine Klasse für sich ist die 2100 Euro teure Achtstufen- Automatik, die ihr Geld auf jeden Fall wert ist und die Gänge noch etwas geschmeidiger wechselt als die Siebengang-Doppelkuppler in Audi und VW. Auch das Anfahren und Rangieren gelingt mit ihnen nicht so gefühlvoll wie mit der Wandler-Automatik.

 

Fahrdynamik

Obwohl der Tiguan das wuchtigste und schwerste Auto ist, wedelt er mit gemessenen 65,5 km/h am fl inksten durch den Slalom-Kurs. Mit seinen Reifen im Format 255/45 R 19 baut er einen extremen Grip auf und schiebt beim Handling-Fahren später als die beiden Konkurrenten über die Vorderräder, ehe ihn das nicht abschaltbare ESP einbremst – Lastwechselreaktionen sind ihm dabei nahezu fremd. Einziger Makel ist das etwas teigige Bremspedalgefühl, das es einem erschwert, den Tiguan punktgenau zu verzögern. An den exzellenten Bremswerten (kalt: 34,4 m; warm: 33,9 m) gibt es hingegen nichts auszusetzen.

Der Q3 fährt sich agiler und wirkt mit seinem lebhafteren Heck fahraktiver, zudem regelt das ESP feinfühliger als im Tiguan. Auch die präzise Lenkung – oftmals nicht gerade eine Stärke von Audi – kann im Q3 überzeugen, und ebenso wie beim Tiguan ist auch der Geradeauslauf tadellos. Die im Vergleich schwächste Bremsleistung wirft den Q3 aber etwas zurück, auch wenn die Werte für sich betrachtet sehr gut sind. Dadurch schnappt sich der stark verzögernde X1 den zweiten Platz im Fahrdynamik- Kapitel, obwohl er sowohl beim Slalom als auch beim Handling hinten ansteht. Das subjektiv sehr handliche Fahrgefühl kann er wegen der recht deutlichen Tendenz zum Untersteuern leider nicht in bessere Zeiten umsetzen.

 

Umwelt & Kosten

Mit einem Grundpreis von 36.225 Euro ist der VW Tiguan 2.0 TDI 4Motion das günstigste Angebot unter den drei Kompakt-SUV. Erfreulicherweise ist der Niedersachse obendrein mit serienmäßigen Annehmlichkeiten wie Nebelscheinwerfern samt Abbiegelicht, Sportsitzen sowie Licht- und Regensensor ordentlich ausgestattet. BMW verlangt für den X1 xDrive20d 38.250 Euro, und Audi pflegt bei dem 39.850 Euro teuren Q3 2.0 TDI quattro eine selbstbewusste Preisgestaltung.

Ein weiterer Kostenvorteil für den VW ist der niedrigere Wertverlust, der nach vier Jahren und 80.000 Kilometern rund 2000 Euro geringer ausfällt als bei der bayerischen Konkurrenz. Einen Teil des hohen Anschaffungspreises kann der Q3 mit der günstigsten Versicherungseinstufung sowie der kleinsten Abgabe an den Fiskus wiedergutmachen. Der BMW verliert einige Zähler aufgrund seiner lediglich fünfjährigen Mobilitätsgarantie (Audi und VW unbegrenzt) sowie den mit 610 Euro höchsten jährlichen Werkstattkosten.

 

Fazit

Die Überarbeitung des Audi Q3 hat nicht gereicht, den Altmeister VW Tiguan vom Thron zu verdrängen. Der Wolfsburger kann vier von fünf Kapiteln für sich entscheiden und gibt sich mit Ausnahme des veralteten Infotainment-Systems kein echte Blöße.

Dem Q3 hat die Feinarbeit gut getan: In puncto Verarbeitung ist er nach wie vor der Maßstab, und das Fahrwerk gefällt mit einem gelungenen Kompromiss aus Agilität und Komfort. Knapp dahinter landet der BMW X1 auf dem dritten Rang. Für ihn sprechen die beste Motor-Getriebe-Einheit sowie das iDrive-Bediensystem; bei den Assistenzsystemen hat er aber zu große Lücken.

Alexander Lidl

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