BMW-Rückruf 2014: Sechszylinder betroffen - fast 500.000 Autos Schraube locker

11.04.2014

Aufgrund von möglichen lockeren Bolzen, die zu Motorschäden führen können, ruft BMW weltweit fast 500.000 Fahrzeuge mit Sechszylinder-Motoren zurück in die Werkstätten

Die Rückrufwelle geht unvermindert weiter und nach den Massenrückrufen von General Motors und Toyota trifft es nun BMW. Die Bayern rufen fast eine halbe Million Autos mit Sechszylinder-Motoren in die Werkstätten. Bei den betroffenen Modellen könne eine Schraube brechen und in seltenen Fällen den Motor beschädigen, sagte ein Konzernsprecher.

 

BMW-Rückruf 2014: Großteil in den China und USA

Weltweit betrifft die Maßnahme rund 489.000 Wagen, die zwischen September 2009 und November 2011 gefertigt wurden. In Deutschland sind es 10.800 Stück. Dass China mit 232.000 Autos am stärksten betroffen ist, hatte BMW schon mitgeteilt. In den USA wurden weitere 156.000 Fahrzeuge zurückgerufen. Die betroffenen Motoren kommen quer durch diverse Baureihen zum Einsatz. So kommen sie in den 3er-, 5er- und 7er-Modellen, aber auch in den Geländelimousinen wie dem X3 und der Vorgängerversion des größeren X5 sowie weiteren Modellen vor.

General Motors, Toyota und nun BMW: Stolpert die Autobranche derzeit von einem Massenrückruf in den nächsten? Erst am Mittwoch hatte der weltgrößte Autobauer Toyota 6,4 Millionen Autos wegen verschiedener möglicher Mängel in die Werkstätten geholt. Bei einigen könnte der Fahrersitz beim Verstellen streiken, in anderen droht der Airbag zu versagen - quer durch die Modellpalette hakt es an fünf verschiedenen Stellen.

Allerdings muten sowohl der Rückruf bei Toyota als auch bei BMW bei weitem nicht so schlimm an, wie die Pannenserie bei General Motors. Der US-Hersteller muss sich für defekte Zündschlösser verantworten, die den Motor bei voller Fahrt abschalten können. Mindestens 13 Menschen starben bei Unfällen, die eben dadurch verursacht wurden. Millionen Autos rief GM jetzt zurück. Doch die Opel-Mutter soll schon jahrelang von den Problemen gewusst haben. Deswegen nahm der US-Kongress Konzernchefin Mary Barra vergangene Woche ins Kreuzverhör.

Eine solche Vorladung dürfte BMW-Chef Norbert Reithofer kaum drohen. Der Rückruf der Münchner sollte für Kunden eher lästig als bedrohlich sein. Unfälle habe es durch die möglichen Defekte nicht gegeben, betonte der BMW-Sprecher. Die Kunden könnten ihre Wagen auch weiter fahren, sollten beim Aufleuchten von Warnlampen aber die nächste Werkstatt verständigen.

Trotzdem kann sich auch BMW damit dem Trend immer umfangreicherer Rückrufe nicht entziehen. Weil Autobauer mehr und mehr auf baugleiche Teile in ihren verschiedenen Modellen setzen, um Geld zu sparen, müssen sie bei einem Defekt auch immer größere Mengen an Autos überprüfen. Zwar sei die Zahl der Rückrufaktionen zuletzt gesunken, hatte BMW zur Jahresbilanz Mitte März vorgerechnet - doch die Zahl der betroffenen Autos sei gleichzeitig gestiegen.

AUTO ZEITUNG

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