BMW S 1000 XR und Co: Neue Bikes Rasante Zweiräder

09.08.2015

Symbiosen aus Supersport und Reise-Enduro, Konzepte im zurückgelehnten Surfer-Style oder treibenden Hightech-Tourer-Rhythmus – BMW Motorrad zeigt ansteckenden Übermut.

Von Zufriedenheit keine Spur: Man könnte ja meinen, BMW Motorrad müsste angesichts des beinahe Boom-artigen Erfolgs der letzten Jahre sattgefressen einen Gang herunterschalten. Allerdings sind die Bayern ganz augenscheinlich mit dem exakten Gegenteil beschäftigt. Neuester Streich ist eine herzerweichende Melange der größten Erfolge, sozusagen ein Greatest Hits-Potpourri, das auf den Namen BMW S 1000 XR hört und die brachiale Leistung der Supersportmaschine S 1000 RR mit dem Alltags-Handling und der Touren- Souveränität des Boxer-Bestsellers R 1200 GS verbindet.

 

BMW Motorrad 2015: Spannende Konzept-Symbiosen

Auf den ersten Blick mag diese Kombination ebenso überflüssig wie absurd wirken. Doch bei genauerem Hinsehen entfaltet das Zusammenwirken eines heftig anschiebenden Supersport-Vierzylinders mit der hohen Kontrollierbarkeit und dem Komfort des Reise-Enduro-Prinzips einen eigentümlichen Charme. Der hochdrehende 1000-Kubikzentimeter-Vierzylinder wird für diesen Einsatzzweck allerdings nicht einfach verpflanzt, sondern zuerst klug modifiziert: Mit von 199 PS auf 160 PS gedämpfter Spitzenleistung und dafür etwas durchzugsstärkerer Leistungscharakteristik wandelt sich der explosive Rennmotor zur souveränen Kraft-in-allen-Lagen-Maschine. Statt außerirdischer Sprengkraft für möglichst rabiat heruntergerissene Rennstrecken-Geraden bietet der wassergekühlte Reihenmotor nun also ein sinnstiftendes Hochenergie-Gummiband mit typisch samtig-spritzigem Vierzylinder-Charakter.

Aber auch die Reise-Enduro-DNA muss für ihre Genverpflanzung zur BMW S 1000 XR ein paar Straffungen über sich ergehen lassen: Während eine GS noch auf das BMW-typische Chassis mit Kardan-Paralever und Telelever-Front setzt, rollt die XR auf einem straßen- und präszisionsorientierten Fahrwerk mit Telegabel vorn und konventioneller Schwinge am Hinterrad. Das Set-up wird also ganz komprimiert und gierig, Komfort und Reisekompetenz kommen über die aufrechte Sitzposition, einen breiten Lenker und verstellbaren Windschutz.

Ganz pragmatisch BMW ist wiederum der tief angeordnete Schalldämpfer, der die S 1000 XR fit für Reise-Koffer und sozius-freundlich macht. Einen Kontrapunkt setzen bissige Scheibenbremsen im Hochenergie-Format mit ABS Pro als Sonderausstattung sowie supersportliche Hightech-Gimmicks wie der Schaltassistent Pro (Schalten ohne Kuppeln) oder die elektronische Fahrwerksregelung Dynamic ESA. Schotterpisten und Fernreisen dürften also weiterhin das Revier der Boxer-GS bleiben, fahrspaßorientierte Wochenendtrips mit Sozius und Gepäck fallen nun auch ins Beuteschema der 15.200 Euro teuren neuen XR.

Abseits des so engagiert vorangetriebenen Serien-Geschäfts lassen es die tapferen Bayern aber auch in anderer Hinsicht krachen: Die Zusammenarbeit mit US-Customizer Roland Sands scheint den Fluss sämtlicher kreativen Säfte angeregt zu haben. Die Motorrad-Designchefs Edgar Heinrich und Ola Stenegard feuern in hoher Frequenz wilde Konzept-Bikes ins hingerissene Publikum. Mit der BMW Concept Path 22 soll beispielsweise die Verbindung zwischen Surfer-Spirit und Bike-Kultur gefeiert werden. Und auf Basis der klassisch gezeichneten Boxermaschine R nineT umgesetzt, stellt die Path 22 einen psychedelischen Scrambler dar – also die geländegängige Ableitung eines klassischen Motorrad-Roadsters.

Inspirierender Ausgangspunkt ist das Wheels & Waves-Festival an der französischen Atlantik-Küste bei Biarritz: Hier treffen sich Custombike-Bauer, Künstler und die Surf-Szene – ein gefundenes Fressen für die Kreativen bei BMW Motorrad. Die R nineT wird mit großem Vorderrad, längeren Federwegen, breitem Enduro-Lenker, Stollenreifen und hochgelegten Schalldämpfern für die Fahrt zum Strand vorbereitet, ein an der rechten Seite montierter Surfbrett-Halter rundet die technische Modifikation ab. Der US-Surfbrett-Guru Mason Dyer steuert nun Boards im BMW-Design bei, das Finish der Maschine kommt von Graphic Arts-Künstler Nico Slater. Und die kryptische Namensgebung? Sie weist auf einen unter Surfern legendären Atlantikküsten-Strand hin, der nur zu Fuß – über besagten „Pfad 22“ – erreicht werden kann.

Nachdem BMW mit diesem blumigen Konzept-Vor- schlag die Zehenspitzen ins kalte Wasser gesteckt hat, soll aber mit baldiger Umsetzung eines technisch ähnlichen Scrambler-Entwurfs in die Serie gerechnet werden können. Dann allerdings ohne Surfer-Folklore und Board-Halter ...

Für den letzten Ideen-Ausflug sucht die BMW-Mannschaft wieder Inspiration auf der anderen Seite des großen Teichs: Die „Concept 101“ verbindet den Stil eines 70er- Jahre-Woody-Kombis mit Straßenkreuzer-Flair und den futuristischen Umbauten der US-Customize-Szene. Der Trend zu reduziertem Retro-Stil ist damit angezählt, und selbstverständlich bedient sich BMW für dieses spektakuläre Konzept-Motorrad der Technik des großen Ultra-Tourers K 1600 GT.

Mit nach vorn gekipptem 1650-Kubikzentimeter-Reihensechszylinder, 160 PS, breiten Drehmoment-Schultern, seidenweicher Laufkultur und nahezu wartungsfreiem Kardanantrieb ist diese Basis ideal für ein Meilenfresser-Konzept, das die endlosen Highways der USA im Visier hat. Stilistisch wird die rational-deutsche Reisemaschine aber vollkommen abgewandelt: Lang und flach kommt die „101“ daher, die Sitzbank liegt tief, das Heck wird mit aerodynamisch und optisch ins Design integrierten Koffern (Bags) ausgeführt. Dieser „Bagger“-Stil ist typisch für die großen Touren-Büffel der US-Szene.

Zusammen mit den in die Koffer integrierten LED-Band-Rückleuchten und den ultralangen Edelstahl-Schalldämpfern wirkt das Motorrad so wie aus einem Guss. Je drei Auspufföffnungen auf jeder Schalldämpferseite weisen auf die sechs Zylinder hin, der Motorsound darf leise, aber prägnant dahinsimmern – rauchiges Reihensechser-Timbre ist also der Soundtrack für die große Fahrt von Chicago nach Albuquerque.

Nach vorn wird die 101-Front dann durch ein gigantisches Vorderrad und die windschlüpfige Verkleidung sehr imposant und futuristisch – ideal, um auf dieser Leinwand ein wahres Kunstwerk zu zelebrieren. Zwei unterschiedliche Silbermetallic-Töne mit Metall-Flitterlack-Wirkung, Airbrush-Elemente, Akzente aus gebürstetem Aluminium sowie ein mittig über den Tank bis zum Heck verlaufendes Echtmetall-Band kontrastieren mit der schwarz lackierten Maschinen-Basis und den dunklen Rädern. Durch offenporige Holzeinlagen kommt dann die unwiderstehliche Schwingung einer ganzen Generation von holzbeplankten US-Kombis ins Spiel. Als Kooperation des BMW Motorrad Designs mit Designworks USA und der Roland Sands-Bikeschmiede wird die 101 aber wohl ein Einzelstück bleiben. Oder?

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