BMW M5, Mercedes E 63 AMG und Porsche Panamera Turbo S im Test BMW M5, Mercedes E 63 AMG und Porsche Panamera Turbo S

06.12.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem 560 PS starken neuen M5 melden sich die Münchener in den Kreis der Hochleistungslimousinen zurück, wo Mercedes E-Klasse und Porsche Panamera das Stärkste auffahren, was ihre Baureihen hergeben

Jedem Neuanfang geht oft ein Abschied voraus. BMW hat mit Erscheinen des neuen M5 den charismatischen V10 des Vorgängers aus dem Angebot gestrichen und durch einen 4,4-Liter-Bi-Turbo-V8 ersetzt, der den Abschiedsschmerz mit einem gehörigen Leistungsplus zu lindern versucht. Statt ehedem 507 nehmen nun 560 PS die Fahrwiderstände ins Visier. Auch die ansonsten als besonders beständig geltenden Schwaben erliegen beim Mercedes E 63 AMG dem Drang zum Downsizing.

Die ehrfurchtgebietende 63 in der Typenbezeichnung verkommt zur Camouflage: Statt 6,3 Liter sind es jetzt „nur“ noch 5,5 Liter Hubraum, die verteilt auf acht Zylinder mit Hochoktanigem befüllt werden. Dank „AMG Performance-Package“ (8.306 Euro) steigt die Leistung von 525 auf 557 PS und liegt somit in Reichweite des Münchners. Unverändert, weil noch neu, steht der Porsche Panamera Turbo S mit dem nominal schwächsten Motor am Start. Sein V8 generiert 550 PS aus 4,8 Liter messenden Brennräumen. Eines haben die Kandidaten gemeinsam: Sie setzen alle drei auf Luftunterstützung in Gestalt von Biturboaufladung – mit entsprechender Wirkung.

 

Karosserie

Kunden dieser High-End-Limousinen haben in der Regel High-End Ansprüche. Diese erfüllen M5, E 63 AMG und Panamera Turbo S mit gediegener Materialauswahl und hoher Verarbeitungsqualtiät, sieht man einmal von der nicht lackierten Unterseite der Hutablage im Neuer BMW M5 im Fahrbericht ab. Für über 100.000 Euro sollte ein vollständig lackiertes Auto erhältlich sein.

Die Schrägheckkarosserie des Porsche verschafft ihm gegenüber den klassischen Stufenhecks einige Vorteile. Die Heckklappe erleichtert das Beladen, und eine auf Wunsch dreiteilig umklappbare Rücksitzlehne (369 Euro) bringt nicht nur Punkte in der Variabilität, sondern auch mehr Ladekapazität für Golfbags oder Pferdesättel. Dafür ist es allerdings mit der Übersichtlichkeit des Panamera nicht allzu weit her.

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Wenn Porsche für Sportlichkeit steht, dann steht Mercedes für Sicherheit. Dies macht sich in einer umfangreichen Sicherheitsausstattung bemerkbar, die bereits serienmäßig unter anderem Becken- und Knieairbags aufweist. Auch sind auf Wunsch zum Beispiel Spurassistent und Tempolimit-Scanner an Bord, die man bei Porsche vergeblich sucht. Immerhin hat der Zuffenhausener seinen Konkurrenten eine aktive Motorhaube für den Fußgängerschutz voraus. In der BMW Preisliste fehlen wiederum hintere Seitenairbags.

KarosserieMax. PunktePorsche Panamera Turbo SBMW M5Mercedes E 63 AMG
Raumangebot vorn100908888
Raumangebot hinten100809088
Übersichtlichkeit70313739
Bedienung/ Funktion100828380
Kofferraumvolumen100394343
Variabilität100401316
Zuladung/ Anhängelast80413923
Sicherheit150113113119
Qualität/ Verarbeitung200183184186
Kapitelbewertung1000699690682

 

Fahrkomfort

Wer das Potenzial dieser Familiensportler nutzt, bringt seine Mitfahrer womöglich ins Schwitzen. Hierfür ist bei allen dreien eine leistungsfähige Klimaautomatik an Bord. Für Langstrecken halten sowohl BMW als auch Mercedes besonders bequeme Sitze parat. Die aktiven Multikontursitze des E 63 (1.523 Euro) beinhalten sogar eine Massagefunktion. Dagegen fällt das Gestühl des Porsche für beleibtere Zeitgenossen etwas zu schmal aus.

Im Fond ruhen BMW und Porsche-Passagiere allerdings auf etwas körpergerechter konturierten Polstern als im Mercedes. Bemerkenswert, welchen Abrollkomfort die mit 19 respektive 20 Zoll großen Rädern bestückten Testwagen bieten. Führt der Weg allerdings über verschlissenen Asphalt, zeigt sich der AMG-Sportler deutlich poltriger als seine Konkurrenten.

FahrkomfortMax. PunktePorsche Panamera Turbo SBMW M5Mercedes E 63 AMG
Sitzkomfort vorn150137143143
Sitzkomfort hinten100858583
Ergonomie150111121121
Innengeräusche50363434
Geräuscheindruck100807876
Klimatisierung50474747
Federung leer200135134130
Federung beladen200135133125
Kapitelbewertung1000766775759

 

Motor und Getriebe

Mit diesen PS-Leistungen zählen diese Sportlimousinen zum Stärksten, was man serienmäßig und straßenzugelassen mit vier Türen kaufen kann. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, die nicht enttäuscht werden. Per Launch-Control schaffen die drei Sprintwerte von null auf 100 km/h zwischen 4,2 (Mercedes) und 3,7 Sekunden (Porsche). Um diese Werte zu toppen, müssen schon Motorräder samt kundiger Fahrer ran. Die 200-km/h-Marke fällt dann, wenn sich die Tachonadeln mäßig motorisierter Kompaktklässler an der 100-km/h-Markierung vorbeiquälen: nach gut zwölf Sekunden.

Gegen Aufpreis (M5: 2.450 Euro, E 63 AMG: 3.927 Euro) fällt die 250-km/h-Limitierung der Höchstgeschwindigkeit. Dann schafft der BMW M5 305 km/h, der schnelle Stern schwingt sich auf bis zu 300 km/h, während der Porsche Panamera Turbo S schon von Haus aus 306 km/h Spitze erreicht. Hinsichtlich ihrer Leistungsentfaltung stellen die Rivalen Schub immer und überall zur Verfügung – kein Wunder angesichts der Drehmomentgebirge, die die Kraftmeier auftürmen: Der BMW M5 gilt da mit 680 Nm noch als der Schwächste, während Mercedes und Porsche satte 800 Nm auffahren – der Zuffenhausener erreicht diesen Wert per Overboost-Funktion.

Der Kickdown presst das Fahrpersonal mit Macht in die Sitze. Dabei grollt keiner so schön wie der Mercedes E 63 AMG. Er verkörpert das Thema V8 am authentischsten. Der BMW und vor allem der Porsche halten sich klangtechnisch deutlich stärker zurück, stellen die Kraft dank perfekt arbeitender Siebengang-Doppelkupplungs-Getriebe aber nicht minder effizient zur Verfügung wie der Mercedes mit seiner Siebenstufen-Automatik mit Nasskupplung.

Effizienz heißt das Stichwort auch an der Tankstelle. Hier erweist sich der Mercedes E 63 AMG mit einem Testverbrauch von beachtlichen 14,7 Litern auf 100 km als der Sparsamste, am anderen Ende rangiert der BMW M5, der sich mit 16,3 Litern genauso viel wie sein Vorgänger mit V10-Motor genehmigt und den EU-Verbrauch von 9,9 Litern als praxisfernen Prüfstandswert entlarvt. Alle drei haben Start-Stopp-Systeme an Bord, benötigen aber Super Plus.

Motor und GetriebeMax. PunktePorsche Panamera Turbo SBMW M5Mercedes E 63 AMG
Beschleunigung150149146145
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150132111109
Getriebeabstufung100999999
Kraftentfaltung50505050
Laufkultur100908884
Verbrauch3259271102
Reichweite251178
Kapitelbewertung1000623572597

 

Fahrdynamik

Auf der badischen Rennstrecke müssen die Boliden zeigen, was sie können – auch bei abgeschalteter Fahrdynamikregelung. Hier gefällt der BMW M5 mit einer rückmeldefreudigen Lenkung und lässt sich trotz seines Leergewichts von fast zwei Tonnen spielerisch und messerscharf dirigieren. Das aktive M-Differenzial verhindert allzu großen Schlupf und sorgt im Verbund mit dem weitgehend neutralen Eigenlenkverhalten auf dem kleinen Kurs dafür, dass die Runde schon nach 1:16,8 Minuten beendet ist. Doch ist im hoch angesiedelten Grenzbereich Vorsicht geboten, denn hier reißt die Haftung an der Hinterachse des M5 spürbar schneller ab als beim Mercedes E 63 AMG.

Der Stuttgarter verfügt ebenfalls über eine zielgenaue Lenkung, die dem Fahrer aber weniger Fahrbahnkontakt vermittelt als die des Münchners. Auch zeigt der potente Sternträger eine leichte Untersteuertendenz. Im Gegensatz zum BMW verfügt der Mercedes aber über eine spürbar besser dosierbare Keramik-Hochleistungs-Verbundbremsanlage, für die die Stuttgarter schlappe 11.365 Euro extra verlangen. So erledigt er die Runde mit 1:17,0 Minuten kaum langsamer als der Münchner.

Wer nicht gegen die Uhr, sondern für den Spaß fährt, kann mit beiden Hecktrieblern herrliches Leistungsübersteuern provozieren. Dazu Bedarf es im Porsche Panamera Turbo S schon mehr Einsatz, denn der Allradler mit variabler Kraftverteilung und Hinterachssperre verfügt über die beste Traktion, gleitet bei Bedarf im Grenzbereich stets sanft und gut kontrollierbar über die Hinterräder zum Kurvenaußenrand.

Ansonsten eliminiert die Porsche Dynamic Chassis Control (PDDC) mit ihren aktiven Stabilisatoren lästige Wankbewegungen fast vollständig und steigert zusammen mit der exakten Lenkung die Fahrpräzision, welche sich in der besten Rundenzeit niederschlägt: 1:16,0 Minuten. Hohe Geschwindigkeiten erfordern kurze Bremswege. Hier liegen die Kandidaten mit Werten um 34 Metern eng beieinander und auf hohem Niveau.

FahrdynamikMax. PunktePorsche Panamera Turbo SBMW M5Mercedes E 63 AMG
Handling150122118117
Slalom100807977
Lenkung100929390
Geradeauslauf50464545
Bremsdosierung30222024
Bremsweg kalt150111104110
Bremsweg warm150110110107
Traktion100855355
Fahrsicherheit150142133133
Wendekreis208513
Kapitelbewertung1000818760771

 

Umwelt und Kosten

Automobile dieses Kalibers erfordern erwartungsgemäß einen gut gefüllten Geldspeicher. Kaum zu glauben, aber wahr: Mit einem Grundpreis von 102.700 Euro geht der BMW M5 in diesem Trio geradezu als Discount-Angebot durch, denn der Porsche ist satte 64.591 Euro teurer. Bei diesen Boliden feiern die Versicherungen mit ihren Typklassen-Einstufungen rauschende Ü-30-Partys.

Stargast: Der E 63 AMG mit VK-Typklasse 32 – macht bei 100 Prozent 4.190 Euro pro Jahr. Wer solche Autos also nicht als Firmen-, sondern Privat-Fahrzeug betreibt, sollte genügend ordnungsgemäß versteuerte Rücklagen bereithalten, denn beim Porsche verglühen binnen vier Jahren und 80.000 Kilometern 90.504 Euro. Das wirft den Panamera zumindest in diesem Kapitel auf den letzten Platz zurück.

Kosten/UmweltMax. PunktePorsche Panamera Turbo SBMW M5Mercedes E 63 AMG
Bewerteter Preis67534032
Wertverlust50043
Ausstattung25252515
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50172028
Werkstattkosten20121211
Steuer10677
Versicherung40540
Kraftstoff55151116
Emissionswerte25828685
Kapitelbewertung1000165209197

 

Fazit

Der neue BMW M5 geht als dynamische Limousine mit ausgeprägt sportlichen Talenten ins Rennen. Er fühlt sich nicht nur deutlich komfortabler an als sein Vorgänger, sondern sticht auch beim Federungskomfort den Mercedes E 63 AMG aus. Zudem kostet er viel weniger als sein Stuttgarter Konkurrent. Dieser geht ökonomischer mit dem Kraftstoff um, besitzt eine besser dosierbare Bremse, die ihn mit einem niedrigeren Kaltbremswert in der Fahrdynamik am M5 vorbeischiebt.

Im Ergebnis liegen beide punktgleich auf dem zweiten Platz. Der Porsche Panamera Turbo S ist keine sportliche Limousine, sondern ein viertüriger Sportwagen, der dank Allradantrieb sein fahrdynamisches Potenzial am besten ausspielen kann. Mit seiner Variabilität punktet er zusätzlich im Alltag. Der exorbitante Preis kostet ihn zwar Punkte, aber nicht den Sieg.

Gesamtbewertung

Max. PunktePorsche Panamera Turbo SBMW M5Mercedes E 63 AMG
Summe5000307130063006
Platzierung123

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