BMW M4 und Porsche 911 Carrera S im Vergleich - Bilder und technische Daten Eiligen-Verehrung

27.01.2014

Sie sind die Ikonen des Volldampf-Gewerbes – mit scharf umrissenem Leistungs-Profil, hingerissener Fan-Gemeinde und legendärem Ruf – der neue BMW M4 fordert im Vergleich den Porsche 911 Carrera S heraus

Vier! Den ersten Schock müssen treue M-Fans gleich zu Beginn verkraften: Statt M3 heißt die sportliche Allzweckwaffe der Vollgas-Bruderschaft aus München-Garching nun BMW M4. Man folgt damit brav der BMW-Serien-Nomenklatur, die alle Coupés gegenüber dem Basis-Auto eine Ziffer höher rücken lässt. Es gibt also auch 2014 noch einen M3 – diese Bezeichnung bleibt aber der viertürigen Limousine vorbehalten. Auch in anderer Hinsicht schlägt die M GmbH ganz neue Wege ein: Statt eines V8-Saugmotors kommt in M3/M4 nun ein Sechszylinder-Dreiliter-Biturbo zum Einsatz, der keine M-Eigenkonstruktion ist, sondern auf dem Mono-Turbo-Sechszylinder des 435i basiert. Kein Grund für lange Gesichter, denn die M-Ingenieure haben bis aufs Stichmaß kaum ein Detail des Serienmotors unangetastet gelassen. Der aufgeladene Sechszylinder wurde so vom kultiviert-kraftvollen Premium-Antrieb in eine hochdrehende Racing-Maschine umgestrickt. Die Turbotechnik kommt zwar in erster Linie zum Einsatz, um Downsizing-Vorteile zu nutzen – der Verbrauch soll rund 25 Prozent unter dem des Vorgänger-V8 liegen. Doch die Techniker haben auch alle Performance-Register gezogen: Das Ansprechverhalten der Lader wurde maximal hochgedreht, um dem Motor den feinnervigen Kick eines Saugers zu verleihen, und die Höchstdrehzahl ist deutlich erhöht, um im Rennstrecken-Einsatz gewohnt haarsträubende Überdreh-Reserven bieten zu können.

Das Ergebnis ist ein Motor, der die M-Plakette völlig zu Recht trägt: immenses Leistungs-Potenzial, rennstreckentauglich, heftige Emotionen. Serienmäßig kommt der M4 übrigens mit manuellem Sechsgang-Getriebe, inzwischen darf man sich aber auch als Verfechter der reinen Lehre das virtuose M-Doppelkupplungs-Getriebe anlachen: Schärfste Schaltzeiten im Sport-Modus, Launch-Control-Action mit irrwitziger Burnout-Option – das macht Spaß. Der aktuelle Porsche 911, die zweite Sport-Ikone in unserem Vergleich, blickt der Herausforderung erst einmal gelassen entgegen: Er wird von einem großvolumigen, kurzhubigen Sauger angetrieben – harter Punch, tolles Drehvermögen und kernig raspelnder Sound gehören bei ihm zum Standard. Der Porsche rückt serienmäßig mit Siebengang-Schaltung aus und bietet ebenfalls ein anerkannt gutes Doppelkupplungsgetriebe als Option. Allerdings hat der Blog: M3 und M4 erstmals gemeinsam auf der Rennstrecke den 911 Carrera S in Sachen Leistungsvermögen am Kragen: Das schnelle Coupé aus Bayern bietet 31 PS und 110 Newtonmeter mehr, der Porsche muss deshalb im Sprint um zwei Zehntel zurückstecken. Auf der Bahn dürfte sich dieses Defizit allerdings kaum bemerkbar machen, da der kompakte 911 rund 100 Kilogramm weniger auf die Waage bringt als der M4. Dem Bayern hilft hier auch hartnäckig forcierter Leichtbau samt Karbon-Dach nicht. Die knapp 1500 Kilogramm des M4 können sich trotzdem sehen lassen, schließlich ist er kein kompromissloser 2+2-, sondern ein voll alltagstauglicher Viersitzer.

Verarbeitung und Qualität liegen bei beiden Wettbewerbern auf ähnlich hohem Niveau, der BMW M4 ist jedoch etwas besser ausgestattet – und er kostet stattliche 33.000 Euro weniger. Als Über-3er betrachtet, mag der M4 also unheimlich teuer dastehen, im Vergleich mit dem 911 wird aber eine andere Gewichtung schmerzhaft sichtbar: Der M4 ist hier tatsächlich der Budget-Sportler – die Preise, die Porsche für seine Marken-Ikone aufruft, rücken den Elfer zumindest auf dem Papier in die nächsthöhere Wertungsklasse.

Leider müssen wir uns bis zum ersten Test des M4 noch einige Wochen gedulden, der Porsche kann seinem Münchner Herausforderer also nicht mit scharfer Klinge antworten. Bei einer ersten Hochrechnung aus bekannter M-Kompetenz, blanken Fahrwerksdaten, einem Blick auf das geregelte Hinterachs-Sperrdifferenzial des M4 und andere Hightech-Hexereien aus dem M-Labor wagen wir jedoch eine Prognose: 33.000 Euro schneller als der M4 wird der 911 Carrera S nicht sein. Und einen extremen Leichtbau-M4 CSL trägt die M-Mannschaft bereits unter dem Herzen.

TECHNIK
   

BMW M4 PORSCHE 911 CARRERA S
Motor 6-Zyl., 4-Ven., Biturbo, Direkteinspritzung;
Bohrung x Hub: 84,0 x 89,6 mm;
Verdichtung: 10,2:1
B6-Zylinder, 4-Ventiler, Direkteinspritzung;
Bohrung x Hub: 102,0 x 77,5 mm;
Verdichtung: 12,5:1
Hubraum 2979 cm³ 3800 cm³
Leistung 317 kW/431 PS bei 5500 – 7300 /min 294 kW/400 PS bei 7400 /min
Max. Drehmoment 550 Nm bei 1850 – 5500 /min 440 Nm bei 5600 /min
Getriebe 6-Gang, manuell 7-Gang, manuell
Antrieb Hinterrad Hinterrad
Aufbau/Fahrwerk v.: Mc-Pherson-Federbeine, Querlenker,
Zugstreben, Stabi.;
h.: Mehrfachlenkerachse, Federn, Stabi,;
rundum: adapt. Dämpfer; DSC (ESP)
v.: McPherson-Federbeine, Querlenker, Zugstreben, Stabi.;
h.: Mehrfachlenkerachse, Federn, Stabi.;
rundum: adapt. Dämpfer; PSM (ESP);
Bremsen innenbelüftete, gelochte Scheiben;
ABS, Bremsassistent
innenbelüftete, gelochte Scheiben;
ABS, Bremsassistent
Bereifung v. 255/40 ZR 18,
h. 275/40 ZR 18
v. 245/35 ZR 20,
h. 295/30 ZR 20
L/B/H 4671/1870/1383 mm 4491/1808/1295 mm
Radstand 2812 mm 2450 mm
Leergewicht / Zuladung 1497 kg / 543 kg; 1395 kg / 435 kg
MESSWERTE    
0-100 km/h¹ 4,3 s 4,5 s
Höchstgeschwindigkeit¹ 250 km/h 304 km/h
EU-Verbrauch¹ 8,8 l SP/100 km 9,8 l SP/100 km
CO2-Ausstoß¹ 204 g/km 224 g/km
Grundpreis 72.200 Euro 105.173 Euro
  ¹ Werksangaben ¹ Werksangaben

Johannes Riegsinger

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