BMW M4 und M3: Faszination Leichtes Spiel

26.08.2014

Gewicht runter, Leistung rauf: Beim neuen BMW M4 haben die Bayern an beiden Variablen des Leistungsgewichts gearbeitet. Das sorgt auch abseits der Rennstrecke für noch mehr Fahrspaß

Berühmte Vorfahren sind für so manchen Sprössling eine schwere Last, die der eigenen Entwicklung häufig eher schadet als nützt. Doch für den ersten BMW M4 war die ruhmreiche Ahnengalerie von immerhin vier M3-Generationen offensichtlich eher ein Ansporn.

Heute wie damals setzt BMW beim Aushängeschild der M GmbH auf das gleiche Erfolgsrezept: Das Gewicht verteilt sich nahezu ausgeglichen auf beide Achsen, der Antrieb erfolgt über die Hinterräder, und das Fahrwerk bietet einen Kompromiss aus sportlicher Härte und feinem Restkomfort, der auch im fahrdynamischen Alltag gefällt. Obwohl sich an den Eckpunkten des Konzepts in den letzten 25 Jahren nichts geändert hatte, hat jeder M3 seinen ganz eigenen Charakter – was wie bei den meisten Sportwagen eng mit dem Motor zusammenhängt.

Gerade beim Herz des Fahrzeugs ging der M3 immer seinen eigenen Weg – angefangen vom Vierzylinder über die hochdrehenden Sechszylinder bis zum V8-Kraftpaket der vierten Generation. Nun schlägt die M GmbH ein neues Kapitel auf, denn der auf dem 4er Coupé basierende und folgerichtig M4 genannten-Sportler wird erstmals von einem aufgeladenen Motor angetrieben. Wie schon bei der zweiten und dritten Generation sorgen auch jetzt wieder sechs Zylinder in Reihe für Gänsehaut beim Tritt aufs Gaspedal.

Und das nicht nur aus akustischen Gründen. Auch die Power des neu entwickelten Motors beeindruckt nachhaltig Schon bei 1850 Umdrehungen entwickelt der Sechszylinder ein Drehmoment von 550 Newtonmetern, die Spitzenleistung von 431 PS liegt ab 5500 Umdrehungen an und macht Zwischensprints zum Kinderspiel. Das breite nutzbare Drehzahlband ist aber nicht nur im Alltag von Vorteil, auch auf der Rennstrecke profitieren M4-Fahrer von der neuen Power-Charakteristik: Weil der Motor sogar bei niedrigeren Drehzahlen reichlich Kraft bietet, kann man sich so manches Herunterschalten einfach sparen.

 

DREIFACHE CHARAKTER-WAHL AUF KNOPFDRUCK

Ebenso wichtig wie die maximale Kraft ist das Ansprechverhalten, dem die Techniker von BMW viel Aufmerksamkeit gewidmet haben. Zwei kleine Monoscroll-Turbolader ermöglichen dem Sechszylinder äußerst spontane Reaktionen auf jeden noch so kleinen Gaspedalbefehl, ein ausgeklügeltes Kühlsystem stellt selbst unter Extrembedingungen eine ideale Temperierung sicher. Dass auf dem Papier nur elf PS mehr als beim Vorgänger vorhanden sind, merkt man dem Motor zu keiner Zeit an.

Und dann ist da noch dieser Sound, der einen nicht mehr loslässt: Einzigartig erinnert der neue Motor an alte M3-Triebwerke, kombiniert deren faszinierendes Klangspektrum aber mit der schon angesprochenen Vehemenz bei niedrigen Drehzahlen – ein Aspekt, der so manchem Fahrer der älteren Modelle zu kurz kam. Dass der Biturbo-Reihensechser zudem rund 25 Prozent weniger Kraftstoff als der zuvor eingesetzte V8 braucht, rundet den positiven Gesamteindruck ab.

Ähnlich rasant wie die Nadel des Drehzahlmessers arbeitet das M Doppelkupplungsgetriebe (M DKG), dessen sieben Gänge wahlweise automatisch oder mit Hilfe der Schaltwippen am Lenkrad auch manuell sortiert werden können – so oder so erfolgt der Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung. Ob dabei Komfort und Effizienz oder doch die Performance im Mittelpunkt stehen, kann der Fahrer durch die Wahl von einem der drei Getriebe-Modi (DriveLogic) bestimmen. Und egal ob beinahe unmerklich und früh oder sportlich-knackig kurz vor dem Begrenzer – das M DKG beherrscht alle Spielarten.

Neben der Getriebeabstimmung kann der Fahrer auch die adaptiven Dämpfer des Fahrwerks, die Lenkung und die Spontaneität der Gasannahme in drei Modi steuern. Zwei Set-ups lassen sich auf den M-Tasten am Lenkrad speichern. Fortan kann die Mutation vom handzahmen Schwiegermutter-Chauffeursauto zur extrascharfen Fahrmaschine mit nur einer Daumen-Bewegung eingeleitet werden – den zum gewählten Charakter passenden Sound gibt es dank Abgasanlage mit Klappensteuerung gleich dazu.

Aber der BMW M4 wäre kein würdiger M3-Nachfolger, wenn es den Technikern nur um einen überzeugenderen Antriebsstrang gegangen wäre: Auch am anderen Ende der Leistungsgewicht-Gleichung wurde gearbeitet, überfl üssige Pfunde wurden an vielen Stellen wegtrainiert. Trotz gewachsener Abmessungen konnte das Gewicht des Autos um 80 Kilogramm reduziert werden, wofür noch mehr Karbon als bei den Vorgängern zum Einsatz kam.

Profiteur der Diät ist in erster Linie die Querdynamik, die schon immer zu den Paradedisziplinen des M3 gezählt hat. Dank geringerer Masse, erhöhter Steifi gkeit und deutlich weiterentwickeltem Fahrwerk mit starr verschraubtem Hinterachsträger setzt der M4 den aktuellen Fahrdynamik-Maßstab in seiner Klasse, liefert ambitionierten Fahrern alle Details zur Beschaffenheit des Asphalts und lässt sich mit der fein abgestimmten Lenkung präzise dirigieren.

Die Hinterachse glänzt dabei – dem hohen Drehmoment zum Trotz – mit unerwartet viel Traktion, die elektronisch geregelte Lamellensperre kann kritische Situationen schon vor dem Haftungsabriss erkennen und entsprechend gegensteuern. Das Ergebnis ist ein Fahrverhalten, das angefangen vom direkten Einlenken über die hohen Kurvengeschwindigkeiten bis hin zum souveränen Herausbeschleunigen aus engen Kurven kaum Wünsche offen lässt.

Überzeugende Arbeit leistet auch die optionale Karbon-Keramik-Bremsanlage, die selbst der Dauerbelastung auf der Rennstrecke standfest und sicher widersteht.

 

FAMILIENVÄTER GREIFEN ZUM M3

An die Seite des neuen M4 stellt BMW die technisch weitgehend identische M3 Limousine, die neben dem bekannten Namen auch die typischen Vorzüge eines Viertürers bietet.

Selbst auf das charakteristische Karbon-Dach müssen nun auch Limousinen-Fahrer nicht mehr verzichten. Die besonders weit ausgestellten Radhäuser bieten Platz für die vom M4 bekannte Fahrwerksgeometrie und ermöglichen M3-Fahrern ein genauso intensives Fahrerlebnis – dennoch verlangen die Münchner für die Limousine weniger Geld: Mit einem Einstiegspreis von 71.500 Euro unterbietet der M3 seinen zweitürigen Technik-Zwilling um 700 Euro.

Wer die M-Power unter freiem Himmel erleben will, muss ebenfalls nicht mehr lange warten: Das M4 Cabrio steht bereits in den Startlöchern. Doch egal welche Variante, die Garchinger dürfen stolz auf das Resultat sein. Der M4 ist ein würdiges Mitglied der M3-Familie – jetzt noch leichter, schneller und dank reduziertem Durst auch zeitgemäßer.

TECHNIK
 

BMW M4 COUPE
Leistung 431 PS
Getriebe 7-Gang-Doppelkupplungs- oder manuelles Sechsgang-Getriebe
Antrieb Hinterrad
FAHRLEISTUNGEN1  
0-100 km/h 4,1-4,3s
Höchstgeschwindigkeit2 280 km/h
EU-Verbrauch 8,3-8,8 l SP/100 km
Grundpreis ab 72.200 Euro

1Werksangaben, 2mit M Driver’s Package

Benny Hiltscher

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