BMW M3 GT (E36): Fahrbericht Der schärfste E36 überhaupt!

von AUTO ZEITUNG 05.07.2017
Inhalt
  1. M3 GT galt als Basismodell für den Rennsport
  2. Der M3 springt in 5,9 Sekunden auf Tempo 100
  3. Der Verbleib aller M3 GT ist ungewiss

Der BMW M3 GT (E36) wurde nur 356 mal gebaut. Gedacht war er für die Rennstrecke, wir zirkelten ihn über die Alpen von Como nach München. Fahrbericht!

Was macht man als Autofreund mit einem seltenen Sondermodell? Fahren oder wegstellen? Im Falle des nur 356 Mal gebauten BMW M3 GT der E36-Generation kann es nur eine Antwort geben: Das Coupé will gefahren werden! Das auf diesen Bildern gezeigte Exemplar der BMW Group Classic gehört der Fahrgestellnummer zufolge zu den Vorserienmodellen und wird uns auf einer fahraktiven Reise vom Comer See zurück in seine Heimat München begleiten. Zwischen Start und Ziel liegen bekanntlich die Alpen und somit reizvolle Kombinationen aus kurvigen Landstraßen und engen Bergpässen. Schon vor der Abfahrt kommt man ins motorsportliche Sinnieren: Welche Flügelstellung wird die beste sein? Brauche ich mehr Abtrieb oder eine hohe Endgeschwindigkeit? Denn der GT-Fahrer hat die Wahl: Die Lippe des Frontspoilers lässt sich verstellen. Um den Heckspoiler (natürlich nur auf der Rennstrecke...) zu erhöhen, wurden 1995 Distanzstücke mitgeliefert, die sich relativ unkompliziert zwischen Fuß und Flügel einsetzen lassen. Zur Gewichtsersparnis erhielt der GT Türen aus Aluminium. Schwellerleisten, Räder und Spiegel wurden unverändert vom M3 übernommen – die GT-spezifischen Eigenheiten setzen sich unter dem Blech fort.

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M3 GT galt als Basismodell für den Rennsport

Die Amaretta-Sportsitze etwa sind mit einer Nappaleder-Bahn in Mexicogrün versehen. Das Kohlefaser-Dekor im Innenraum weist vor dem Beifahrersitz mit dem „BMW-Motorsport“-Schriftzug auf die Exklusivität des Fahrzeugs hin. Der GT war als Basismodell für den Rennsport gedacht, und das gibt er auch zu verstehen. Fast hätte man sich ein noch kompromissloseres Sparprogramm im Interieur gewünscht, um sich als echter Racer zu fühlen. Zu sehr erinnern die immerhin sportlich-straffen Sitze und das bekannte Drumherum an ein normales 3er-Coupé. Der Blick nach hinten ist zweigeteilt: Quer durchs Bild im Innenspiegel schiebt sich der Heckspoiler. Das stört in diesem Falle jedoch nicht, das begeistert! Und wenn wir schon vom Sondermodell eines BMW M3 sprechen, muss der Blick selbstverständlich auch unter die Motorhaube gehen. Hier steckte Anfang 1995 noch der mit der E36-Generation eingeführte 3,0-Liter-Reihensechszylinder vom Typ S50B30, der aber bereits mit den kurzen Ansaugrohren des im M3 folgenden 3,2ers (S50B32) ausgestattet war. Zusammen mit der geänderten Software-Abstimmung lagen nun 295 statt 286 PS (Serien-M3) an.

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Der M3 springt in 5,9 Sekunden auf Tempo 100

Das Potential reicht nach Werksangaben für den Spurt von 0 auf 100 km/h in 5,9 Sekunden – eine Zehntelsekunde schneller als der Serien-M3. Dass die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 250 km/h begrenzt ist, soll uns in diesem Fall weniger stören. Viel mehr wollen wir auf den vor uns liegenden Kilometern die Beschleunigung erleben – und uns am Klang des kernig röhrenden Vanos-Motors erfreuen. Wir genießen das Flanieren entlang des Comer Sees, erwarten aber gleichzeitig sehnsüchtig die ersten Meter freier Bahn. Der Gasfuß spielt bereits unruhig mit dem rechten Pedal, der Motor kündigt sachte an, dass es sofort losgehen könnte. Wir passieren das letzte Ortsschild: Bei Vollgas schnellt die Nadel des Drehzahlmessers nach oben, erstaunlich präzise lassen sich die fünf Gänge einlegen. Sitzen wir hier wirklich in einem 20 Jahre alten Auto? Ab 3900 Touren liegt das maximale Drehmoment von 323 Newtonmetern an; beim Basis-M3 sind es 3600/min (dafür mit etwas weniger Kraft). Die maximale Leistung steht bei 7000 Umdrehungen bereit. Der Sechszylinder giert nach Drehzahl und singt dabei lauthals das Lied der Fahrfreude. Mit 7,9 Litern auf 100 Kilometern gab BMW seinerzeit den Verbrauch des M3 GT an – bei konstant 120 km/h. Im Drittelmix sollten es 9,1 Liter sein. Hier in den Alpen, zwischen Davos und Ischgl, werden wir davon deutlich entfernt sein.

 

Der Verbleib aller M3 GT ist ungewiss

Präzise lässt sich der BMW in die Kurven hineinbremsen, kraftvoll drückt er sich aus ihnen hinaus. Ein kurzer Schreckmoment: Klingelt der Motor etwa? Nein, das sind die Kuhglocken der widerkäuend auf ihren Wiesen stehenden Rindviecher! Hier in der Schweiz ist der GT gut aufgehoben: Die Eidgenossen stehen auf leistungsstarke Autos vom Schlage eines M3. Wir tummeln uns mit Subaru Impreza WRX, Mitsubishi Lancer Evo oder anderen 3ern auf den Passstraßen. Unser Weg führt mitten durch die Wintersport-Region, aber Schnee ist außerhalb der Saison nur ganz oben am Berg zu sehen. Vereinzelt outet ein erhobener Daumen den alpinen Autokenner am Straßenrand. Lack und Spoiler verraten den GT: Die einzig lieferbare Farbe für das Sondermodell hieß ganz offiziell "British Racing Green" (Farbcode 312). 350 Mal hat BMW den GT unters Volk gebracht. Man spricht von sechs weiteren (Vorserien-)Exemplaren, darunter einem silbernen M3 GT, die nicht in den offiziellen Verkauf gekommen sind. Das M3 GT Register (www.m3gtregister.com) bemüht sich, den Verbleib aller Fahrzeuge nachzuvollziehen – knapp 200 Autos sind erfasst. Die Übersicht zeigt, welch unterschiedliche Wege die seltenen Sondermodelle eingeschlagen haben: Viele Autos sind tatsächlich zum Rennwagen mutiert. Andere wurden als Basis für ein Tuning-Projekt hergenommen. Und dann gibt es da noch die wenigen Exemplare, die im Originalzustand bleiben durften. Sie sind heute entweder als leistungsstarke Alltagssportler auf der Straße unterwegs oder parken als gut geschütztes Garagengold in ihren klimatisierten vier Wänden.

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