Trump droht Autoherstellern: Strafzölle? (Update) Trump will deutsche Autobauer "stoppen"

von Lena Reuß 29.05.2017
Trump will deutsche Autobauer in USA "stoppen"
Trump beklagt bei der EU "Millionen [deutscher] Autos" in den USA und will deutsche Autobauer nun "stoppen". © autozeitung.de

US-Präsident Donald Trump stichelt mal wieder gegen deutsche Autohersteller. Bei einem Treffen mit der EU-Spitze in Brüssel beklagte er "Millionen [deutscher] Autos" auf den Straßen und sagte, er wolle "das stoppen". Die Zahlen und Fakten zeigen jedoch Gegenteiliges. Bereits vor einigen Monaten drohte er deutschen Herstellern mit Strafzöllen.

Nach der Diskussion um mögliche Strafzölle nimmt US-Präsident Donald Trump mal wieder die deutschen Autobauer ins Visier. Der Grund: Ihm fahren in seiner Heimat zu viele deutsche Autos von Audi, BMW, Mercedes & Co. herum. Bei der EU-Spitze soll er sich während seines Besuchs in Brüssel deswegen über den Handelsüberschuss von "Millionen von Autos" beklagt haben. Gleichzeitig seien ihm US-Konzerne auf deutschen Straßen zu wenig vertreten. Der "Spiegel" zitierte Trump unter Berufung auf Teilnehmer mit den Worten: "Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen." Betrachtet man jedoch die harten Fakten, zeigt sich, dass der US-Präsident wohl aus subjektiver Wahrnehmung heraus und nicht anhand konkreter Zahlen argumentiert, denn tatsächlich sprechen letztere eine eigene Sprache. So wurden im Jahr 2016 von insgesamt 17,5 Millionen verkauften Fahrzeugen in den USA laut VDA etwa 1,33 Millionen von deutschen Herstellern abgesetzt. Die "Millionen", wie Trump sie bezeichnet sind also schlicht falsch. Der Marktanteil deutscher Autohersteller liegt auf dem US-Markt demnach bei rund sieben Prozent. Amerikanische Hersteller wie GM (17,3 Prozent) oder Ford (14,8 Prozent) liegen hier klar vorne. Im Gegensatz dazu erlangten US-Hersteller in Deutschland in den ersten Monaten dieses Jahres bereits einen Marktanteil von 18,8 Prozent bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. "Wie so oft argumentiert der US-Präsident nicht auf der Lage von Fakten, sondern schafft sich seine Urteile durch alternative Fakten - etwa, wie viele Autos er gerade auf einer Straße in New York sieht", meint Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer.

 

Donald Trump hetzt gegen deutsche Autobauer

Bereits zu Beginn der Amtszeit des neuen US-Präsidenten, kündigte sich an, dass deutschen Autobauern unter Donald Trump in den USA harte Zeiten bevorstehen könnten. Der US-Präsident sagte Anfang des Jahres in New York in einem Interview der Bild-Zeitung und der Londoner Times: "Sie können Autos für die USA bauen, aber sie werden für jedes Auto, das in die USA kommt, 35 Prozent Steuern zahlen." Dem Hersteller BMW, der 2019 eine Fabrik in Mexiko eröffnen will, legte Trump nahe, die Fabrik in den USA zu bauen. "Es wird für sie viel besser sein und für unsere Bemühungen." Wenn BMW von Mexiko aus in andere Länder verkaufen wolle, sei das in Ordnung. "Aber wenn sie in Mexiko eine Fabrik bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen." Deutschland sei ein großartiges Land, sagte Trump in dem Interview, ein Herstellerland. Er beklagte schon damals: "Tatsache ist, dass Ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit." Trump sagte, in der 5th Avenue in New York habe jeder einen Mercedes vor der Tür stehen. Aber: "Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße." Trump sagte, er wolle, dass es fair zugehe und Gegenseitigkeit bestehe. BMW indes reagierte mit Zahlen auf Trumps Aussagen: Der Autohersteller baue mehr BMW in den USA, als er dort verkaufen würde. Außerdem sei deren Werk im US-amerikanischen Spartanburg das größte von BMW. Zudem sei BMW der größte Autoexporteur der USA.

News Ford F-150
USA: Die meistverkaufen Autos 2015  

Ford F-Series, Silverado & Co

 

Donald Trump droht Autobauern mit Strafzöllen

Nicht ganz so gelassen ist der Verband der Automobilindustrie (VDA), der die neue Androhung hoher Straf- und Importzölle für die Branche vom designierten US-Präsidenten Donald Trump ernst nimmt. "Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob und wie diese Ankündigungen künftig von der US-Administration umgesetzt werden", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag. "Im US-Kongress dürfte es gegen Importsteuer-Pläne erheblichen Widerstand geben." Denn Investitionsentscheidungen würden langfristig geplant und nicht von heute auf morgen über Bord geworfen. "Mit dem Aufbau von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren würden sich die USA langfristig ins eigene Fleisch schneiden", sagte Wissmann weiter. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) äußerte sich zu Trumos Interview: "Ich kann nur raten, aufgrund solcher Positionen nicht hektisch zu werden, sondern abzuwarten, was passiert." Weiter warnt Gabriel davor, auf die Strafzoll-Ankündigungen Trumps mit gleicher Münze zu reagieren. "Würden wir uns derart abschotten wie es der neue US-Präsident vorhat, würden wir Hunderttausende von Arbeitsplätzen verlieren", sagte der SPD-Chef dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Für die deutschen Autobauer sind die USA der zweitgrößte Exportmarkt nach China und inzwischen auch ein wichtiger Produktionsstandort. Zuletzt stellten die Deutschen dort 850.000 Autos und Vans jährlich her. Mehr als die Hälfte der Fahrzeuge, die die deutschen Autokonzerne in den USA selbst fertigen, werden exportiert.

Neuheiten Mercedes X-Klasse (2017)
Mercedes X-Klasse (2017): Video  

Das ist der neue Mercedes-Pickup

Tags:
Diagnosegerät
 
Preis: EUR 9,99 Prime-Versand
Alkoholtester
 
Preis: EUR 16,99 Prime-Versand
SONAX AntiFrost KlarSicht
UVP: EUR 18,48
Preis: EUR 13,50 Prime-Versand
Sie sparen: 4,98 EUR (27%)
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.