Vergleich Audi gegen BMW: Verkaufszahlen und Absatz Mir san Spitze

01.02.2013

Vergleich: Audi und BMW gehören zu den Gewinnern des letzten Jahrzehnts. Ein Grund für die guten Verkaufszahlen ist der harte Wettbewerb zwischen den Bayern. Wir zeigen, wer im weltweiten Duell vorn liegt und verraten die Stärken der Premium-Marken

Die Aufsteiger aus Bayern teilen sich viele Gemeinsamkeiten: Sie kommen aus kleinen Verhältnissen, standen beide in ihrer Geschichte schon einmal am Abgrund und haben in den letzten Jahren so richtig Karriere gemacht. Das Problem: Nur einer von ihnen kann an der Spitze stehen. Oder um es mit einer Audi-Werbung aus den USA zu sagen: "Bei jedem Wettstreit zwischen Freunden gibt es einen zweiten Sieger.“ Momentan liegt Audi jedoch noch auf Rang zwei.

Das soll sich nach dem Willen des Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler ändern: "Wir wollen bis 2020 die Premium-Marke Nummer eins werden und sind schon heute in Schlagdistanz zu den Kollegen aus München.“ Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen, wollen die Ingolstädter dann weltweit mehr als zwei Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Die Konkurrenz aus München möchte dieses Absatzziel bereits 2016 erfüllen - vier Jahre früher als bisher geplant. Allerdings rechnet BMW die Konzernmarken Mini und Rolls-Royce in die Zahlen mit ein. Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer gibt sich kämpferisch: "Wir wollen der weltweit führende Premium-Hersteller bleiben.“

Bei dem Wettstreit der Bayern geht es jedoch nicht nur um das Absatzvolumen, sondern auch um den technologischen Vorsprung, das bessere Design und zufriedenere Kunden. Es ist ein Wettkampf, der fast schon innig gepflegt wird: Da gab es in den USA den zitierten Audi-Werbespot, der BMW aufs Korn nahm, und in Deutschland Anweisungen an BMW-Händler, wie sie vor Kunden den Audi-Claim "Vorsprung durch Technik“ entkräften sollten.

 

DER WETTKAMPF FÜHRT ZU iMMER NEUEN ABSATZ-REKORDEN

Das Duell treibt sowohl Audi als auch BMW zu Höchstleistungen an: Während andere Autokonzerne Werke schließen müssen, feierten die bayerischen Marken 2012 Absatzrekorde. Audi gelang mit einer Steigerung von 152.441 Autos im Vergleich zum Vorjahr der  zweitgrößte Wachstumssprung in der Unternehmensgeschichte. Und BMW durchbrach mit einem satten Plus von 11,6 Prozent die Grenze von 1,5 Millionen Verkäufen pro Jahr. Norbert Reithofer: "Unsere Werke sind derzeit zu über 100 Prozent ausgelastet.“ Die Marke Mercedes, die lange Jahre das Premiumsegment angeführt hatte, war bereits 2011 auf Platz drei hinter die beiden Bayern zurückgefallen. Gleichzeitig wird der Abstand zwischen Audi und BMW immer kleiner: Betrug der Vorsprung der Münchener 2007 noch 312.642 Fahrzeuge, ist er 2012 auf 84.985 geschrumpft.

Auch wirtschaftlich schwimmen beide Marken auf einer Welle des Erfolgs. Audi erzielte bis zum dritten Quartal 2012 ein operatives  Ergebnis von 4,2 Milliarden Euro, der BMW-Konzern erwirtschaftete im gleichen Zeitraum ein Ergebnis vor Steuern von über sechs Milliarden Euro. Während sich Audi zu über 99 Prozent im Besitz von VW befindet, hat sich der Wert der BMW-Aktie in den letzten zehn Jahren von 30 auf 74 Euro mehr als verdoppelt.

Audi gegen BMW - Teil 2

Wer nach den Gründen für den Erfolg dieser Marken sucht, kommt an der Modellpalette nicht vorbei: Audi und BMW konnten im letzten Jahrzehnt neue Segmente für sich erschließen. So brachte der Audi A3 den Begriff Premium in die Kompaktklasse. Mittlerweile ist er das dritterfolgreichste Modell der Ingolstädter. Bei BMW trägt der 1er zum Wachstum der Marke bei: 2012 konnte der kompakte Hecktriebler weltweit um ganze 28,6 Prozent auf 226.829 Verkäufe zulegen. Der Erfolg in der Kompaktklasse wiederholte sich auch im Kleinwagen-Segment mit dem Mini von BMW und dem 2010 gestarteten Audi A1.

Zudem zahlt sich heute aus, dass Audi und BMW konsequent auf die SUV gesetzt haben: Von den kompakten Audi Q3/BMW X1 bis zu den großen Audi Q7/BMW X5 decken sie das gesamte Spektrum der Offroader ab. Und in den nächsten Jahren sollen noch weitere Modelle wie die Gelände-Coupés Audi Q2 und BMW X4 (beide 2014) folgen. Der Erfolg der Premium-SUV führt dazu, dass die  bayerischen Marken mittlerweile zu den größten Allrad-Herstellern der Welt gehören: 2011 lagen Audi und BMW mit rund 550.000 respektive 470.000 Allradlern direkt hinter dem Vierrad-Spezialisten Subaru mit 639.900 Auslieferungen.

 

US-Markt: Audi fährt BMW hinterher

Doch auf welchem Markt wird die Entscheidung über die weltweite Führung in der Oberklasse fallen? Audi-Chef Rupert Stadler glaubt, dass es die USA sein werden. Überraschend, denn in den Staaten hat BMW die Nase weit vorn und verkauft doppelt so viele Autos wie die Ingolstädter. Kein Wunder, die Münchener hatten sich schon früh zum amerikanischen Markt bekannt, sie produzieren bereits seit 1992 in Spartanburg in South Carolina. Audi musste dagegen Anfang der 90er bei Null beginnen, nachdem ein Skandal um vermeintlich selbst beschleunigende Automatik-Getriebe das Image und die Verkäufe der Marke in den USA zum Einsturz gebracht hatten. Doch die Ingolstädter greifen an: 2012 konnten sie die Absatzzahlen um 18,5 Prozent steigern. Zudem beginnen Mitte 2013 die Bauarbeiten für ein neues Werk im mexikanischen San Jose Chiapa, aus dem vor allem die USA beliefert werden sollen.
 
In China stellt sich die Lage genau umgekehrt dar: Hier ist Audi der etablierte Platzhirsch und produziert bereits seit 1991 in Changchun. 2012 konnte man 132.872 Audi A6 im Reich der Mitte verkaufen - 2,5 mal so viele wie in Deutschland. BMW nahm China dagegen erst 2003 in einem Joint Venture mit Brilliance in Angriff. Die Weiß-Blauen geben jedoch ein unglaubliches Tempo vor - sie steigerten die Verkäufe 2012 um satte 40,4 Prozent und eröffneten ein neues Werk in Tiexi.
 
Doch egal welcher Markt am Ende den Ausschlag gibt: Es bleibt spannend, wer 2020 an der Spitze der Premium-Hersteller liegt. Audi und BMW sollten sich aber nicht zu sicher sein, dass die Trophäe überhaupt nach Bayern geht. Denn wenn zwei sich streiten, freut sich oft der Dritte - und der heißt in diesem Fall Mercedes.
Markus Bach

AUTO ZEITUNG

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