BMW 740i - Mercedes S 400 Hybrid Prinzipien Gleiter

26.06.2009
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit dem S 400 bringt Mercedes den ersten Luxusklasse-Hybrid aus Deutschland. BMW geht beim 740i den Weg des motorischen Downsizing. Kann der Hightech-Schwabe den Power-Bayern toppen?

Die fetten Jahre sind vorbei. Imposante Zylinderzahlen und XXL-Hubräume gibt es zwar immer noch. Doch sie dürften mehr und mehr den absoluten Top-Modellen vorbehalten bleiben, während es im Mittelfeld aufgrund verschärfter Verbrauchsvorschriften ein wenig bürgerlicher zugeht.

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Mittelfeld? Ja, das gibt es auch im mobilen Oberhaus – etwa in Gestalt des BMW 740i und des Mercedes S 400. Beide haben rund 300 PS und damit mehr Power als ihre Namensvettern vergangener Jahrzehnte. Doch mit 3,0 (BMW) und 3,5 Litern Hubraum (Mercedes) sind sie Jünger des Downsizing-Gedankens, demzufolge Hubraum sehr wohl ersetzbar ist; ganz klassisch durch Aufl adung per Turbo oder Kompressor – oder eben innovativ durch Hybridtechnologie. Beide Wege haben ihren Preis: 76 500 Euro kostet der BMW, 85 323 Euro der Mercedes.

 

Karosserie

Wer von Fünfmeter-Limousinen opulente Platzverhältnisse erwartet, wird hier wie da nicht enttäuscht. Vier Erwachsene sind sehr kommod untergebracht, wobei der Mercedes mit 560 Litern sogar noch 60 Liter mehr Kofferraumvolumen bietet als der BMW. Auf Wunsch – und meist gegen stramme Aufpreise – wachen in beiden Langstreckengleitern viele Sicherheitssysteme, sodass hier kaum noch eine Steigerung denkbar ist. Vom Toter-Winkel-Warner über Spurhalte- und Nachtsichtassistenten bis zum Abstandsregeltempomaten ist eigentlich alles da.

An Boden verliert der BMW nur wegen des Fehlens von Presafe und Fond-Sidebags sowie des aufpreispflichtigen Kurvenlichts.

KarosserieMax. PunkteBMW 740iMercedes S 400 Hybrid
Raumangebot vorn1009494
Raumangebot hinten1009395
Übersichtlichkeit703838
Bedienung/ Funktion1008380
Kofferraumvolumen1004148
Variabilität10033
Zuladung/ Anhängelast804852
Sicherheit150113126
Qualität/ Verarbeitung200189193
Kapitelbewertung1000702729

 

Fahrkomfort

Auch ohne Vierradlenkung (1950 Euro) und Dynamic Drive (2670 Euro) ist der 7er ein agiles Auto. Mit diesen Zutaten legt er nochmals geschärftes dynamisches Talent an den Tag und lässt sich in Anbetracht der bewegten Massen geradezu frech um Kurven jagen. Da verliert der Mercedes schnell den Anschluss: Mehr Seitenneigung, schlechtere Traktion und unpräzisere Lenkung sind die Stichworte.

Hinzu kommt das zu Beginn einer Bremsung synthetisch wirkende Pedalgefühl, das es nicht immer leicht macht, die Verzögerung perfekt zu dosieren. Leicht zu beherrschen ist sowohl der BMW als auch der Mercedes. Man muss schon sehr viel falsch machen, um mit ihnen ernsthaft in Bedrängnis zu kommen.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 740iMercedes S 400 Hybrid
Sitzkomfort vorn150140135
Sitzkomfort hinten1009695
Ergonomie150124125
Innengeräusche504450
Geräuscheindruck1008991
Klimatisierung504645
Federung leer200180185
Federung beladen200170187
Kapitelbewertung1000889913

 

Motor und Getriebe

Ein Großteil des Mehrpreises resultiert sicher aus der aufwendigen Hybrid-Technologie des S 400. Schließlich finden im Vorderwagen nicht nur der V6-Saugrohr-Einspritzer mit 279 PS Platz, sondern eben auch die elektrische Maschine mit maximal 20 PS und 160 Newtonmetern sowie die – Weltpremiere in der Serie – Lithium-Ionen-Batterie und die Leistungselektronik. Die steuert das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor und übernimmt auch das Batterie-Management.

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Was da alles so geregelt wird, bleibt dem Fahrer bis auf ein gelegentliches Ruckeln im Teillastbereich verborgen. Dass der Motor beim Ausrollen an einer Ampel schon vor dem Halt ausgeht, dass er verlässlich wieder anspringt, wenn man zum Anfahren den Fuß von der Bremse nimmt – das alles geschieht souverän und diskret. Und es zeigt Wirkung: Im Stadtverkehr meldet der Bordcomputer Verbräuche mit einer Acht vor dem Komma, und am Ende der Verbrauchsfahrt errechnen wir 10,3 Liter Super als Testverbrauch.

Der BMW gibt sich damit nicht zufrieden. 11,9 Liter vom teuren Super Plus müssen es sein – ein an sich sehr akzeptabler Wert für einen Zweitonner mit diesem Temperament, in diesem Vergleich allerdings eben mit einigem Abstand nur das zweitbeste Ergebnis. Doch dafür geht einem das Herz auf, wenn der mit 450 Newtonmeter Drehmoment gesegnete Reihensechser die Muskeln spannt, leichtfüßig hochdreht bis über 7000 Umdrehungen und perfekt Doppelpass spielt mit der Sechsstufenautomatik. Da passt alles, da gibt es kein Leistungsloch und allenfalls ein minimal verzögertes Ansprechen.

Der S 400 Hybrid mit seinen 385 Newtonmetern wirkt nur kurz nach dem Start ebenso spritzig. Doch bei mittleren Drehzahlen verlässt ihn die Lust an der Leistung, um dann zwischen 5000 und 6500 Umdrehungen wiederzukehren. Der Boost des milden Hybriden, der kein rein elektrisches Fahren erlaubt, ist eher sanfte Brise als Orkan, was die Elektronik der Siebenstufenautomatik durch häufigeres Zurückschalten auch bei kleinen Gasbefehlen zu kompensieren sucht.

Begeisternd kräftig wirkt der Mercedes so nicht – und im Vergleich mit dem BMW ist er es auch nur mit Einschränkungen. 8,5 statt 6,4 Sekunden auf Tempo 100, 24,9 statt 18,3 Sekunden auf 180 km/h zeigen das deutlich. Zwischen 200 und 250 km/h fällt der Mercedes noch klarer ab – bitter für Autobahn-Maniacs.

Das ist, zugegeben, Jammern auf hohem Niveau, denn ohne direkten Vergleich fehlt einem nicht wirklich etwas hinter dem Mercedes-Lenkrad. Und an der Tankstelle winkt wie erwähnt dann die Belohnung. Wer zum Beispiel auf der Autobahn gleichmäßig im Verkehr mitschwimmt, kommt oft mit weniger als neun Litern 100 Kilometer weit und realisiert so dieseltypische Reichweiten von rund 1000 Kilometern.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 740iMercedes S 400 Hybrid
Beschleunigung150128113
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1009490
Kraftentfaltung504439
Laufkultur1008482
Verbrauch325155186
Reichweite251217
Kapitelbewertung1000607617

 

Fahrdynamik

Dass solche Mammut-Sitzungen nicht zur Strapaze werden, dafür sorgen beide mit dem Luxusklasse- Grundkomfort, der unabhängig von der Motorisierung ist. Das heißt: geringe, im Mercedes noch besser gedämmte Fahrgeräusche, große, in beiden Testwagen durch aufpreispflichtiges Verwöhn-Polster optimierte Sitze, ergonomisch durchdachte Inneneinrichtungen und Klimatisierungsautomaten, die auch brüllender Sommerhitze gut gewappnet gegenübertreten.

Dass die Nachlässigkeiten der Straßenbauer sehr wirkungsvoll gefiltert in den Innenraum vordringen, versteht sich ebenso – und dennoch gibt es Unterschiede. So zeigt der BMW 740i unerwartete Schwächen, wenn es mit voller Beladung über richtig schlechte Straßen geht. Dann schlägt der Bayern- Express, dessen Heck schon im Vier-Personen-Betrieb ohneGepäck auf Bodenwellen stören nachwippt, ganz ordinär durch. Der serienmäßig mit Luftfederung und adaptiven Dämpfern ausgerüstete Mercedes dagegen meistert auch diese Brutalo-Übungen ganz souverän und verdient sich allein deswegen den ersten Platz in diesem für Luxusklasse-Käufer wichtigen Kapitel.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 740iMercedes S 400 Hybrid
Handling1508465
Slalom1005550
Lenkung1008368
Geradeauslauf504444
Bremsdosierung302216
Bremsweg kalt1508786
Bremsweg warm1508390
Traktion1005240
Fahrsicherheit150134137
Wendekreis2089
Kapitelbewertung1000652605

 

Umwelt und Kosten

Für rund 9000 Euro Mehrpreis gegenüber dem BMW 740i bietet der S 400 nicht nur die sparsame Hybrid-Technik, sondern auch mehr Ausstattung – zum Beispiel ein Navigationssystem. Der Mehrpreis ist dennoch nicht wegzudiskutieren, wird aber mit den Jahren weniger schmerzhaft, da die Tankrechnungen halbwegs moderat ausfallen. Die niedrigeren Abgaswerte und nicht zuletzt die besseren Garantien mit 30-jährigem Mobilitätsversprechen sorgen daher in diesem Kapitel für ein Unentschieden.

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Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 740iMercedes S 400 Hybrid
Bewerteter Preis6756857
Wertverlust5065
Ausstattung251414
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502027
Werkstattkosten201211
Steuer1078
Versicherung402520
Kraftstoff552531
Emissionswerte2583
Kapitelbewertung1000260173

 

Fazit

Der Mercedes S 400 Hybrid ist verdienter Sieger dieses Vergleichstests. Er ist zeitgemäß sparsam, sehr geräumig und eindeutig komfortabler als der durch eine gelegentlich überforderte Federung gehandicapte BMW. Wer sich dennoch für den 740i entscheidet, macht aber nichts falsch – er kauft ganz bewusst die dynamischere, dazu spürbar kräftiger motorisierte Luxuslimousine mit markentypischer Fahrspaß-Garantie.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 740iMercedes S 400 Hybrid
Summe500031103037
Platzierung12

Tags:
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