Vergleich Oberklasse-Kombis: BMW 5er Touring / Jaguar XF Sportbrake Form vollendet

18.04.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Oberklasse-Kombis im Vergleich: Der 5er Touring von BMW zählt zweifellos zu den schönsten Kombis auf dem Markt. Jetzt bekommt er zusätzliche Konkurrenz von einem weiteren Beau, dem neuen Jaguar XF Sportbrake

Vier Jahre nach dem Produktionsende des Jaguar X-Type Estate haben die Briten wieder einen Kombi im Modellprogramm – den neuen XF Sportbrake. Damit zielt Jaguar ganz ungeniert auf den 5er Touring von BMW und möchten dem Münchner zahlreiche Kunden abspenstig machen. Die Voraussetzungen dafür sind durchaus gegeben. Design-Chef Ian Cullum ist mit dem Sportbrake ein großer Wurf gelungen. Kein Wunder, gefällt doch schon die Limousine mit ihrem coolen und dennoch sehr eleganten Design. Und mit dem 200 PS starken 2,2-Liter-Diesel hat der XF auch die passende Antwort auf die beliebteste Motorisierung im 5er-Programm parat, den 184-PS-Diesel im 520d Touring.

 

Karosserie

Mit 4,97 Meter knackt der Jaguar XF Sportbrake fast die fünf-Meter-Marke, der 5er Touring kommt auf ebenfalls stattliche 4,91 Meter. Dennoch genießen dessen Insassen in beiden Reihen vor allem in der Breite spürbar mehr Platz. Nahezu Gleichstand herrscht hingegen beim Kofferraumvolumen (BMW: 560 bis 1670 Liter; Jaguar: 550 bis 1675 Liter), zudem sind beide Gepäckabteile angenehm glattflächig, und die Rücksitzlehnen fallen praktischerweise mit einem Zug am Hebel um. Dass der 5er dennoch der durchdachtere Kombi ist, liegt an den dreiteilig umklappbaren Rücksitzlehnen und der zweiteiligen Heckklappe, die serienmäßig elektrisch öffnet und schließt. Eine Blöße geben sich die zwei Schönlinge bei der maximalen Zuladung. Mit je nur 475 kg werden sie vom VW Passat Variant um satte 150 kg übertrumpft. Geht es um die Sicherheitsausstattung, hat der Bayer die Nase deutlich vorn. Ob Head-up-Display, Nachtsichtsystem samt Personenerkennung, Spurhalteassistent oder Tempolimit-Scanner, alles das fi ndet sich nur in der BMW-Preisliste wieder. Allerdings verfügt der Sportbrake serienmäßig über Bixenon-Schweinwerfer und optional über einen Notbremsassistenten (im ACC enthalten). Auch was die Verarbeitungsqualität betrifft, kann der BMW den Jaguar auf Distanz halten. Sein Innenraum macht einen noch edleren Eindruck, während beim XF einige nicht ganz so hochwertige Kunststoff- Bauteile sowie ein knarzender Fahrersitz das gute Gesamtbild etwas schmälern.

KarosserieMax. PunkteBMW 520d TouringJaguar XF Sportbrake 2.2D
Raumangebot vorn1008878
Raumangebot hinten1009080
Übersichtlichkeit705048
Bedienung/ Funktion1008768
Kofferraumvolumen1005958
Variabilität1004435
Zuladung/ Anhängelast803937
Sicherheit1509674
Qualität/ Verarbeitung200187182
Kapitelbewertung1000740660

 

Fahrkomfort

Die 17-Zoll-Basisbereifung sowie die adaptive Fahrwerksregelung (1300 Euro) ergeben im 5er Touring einen sehr erlesenen Federungskomfort. Einzig tiefe Kanaldeckel fordern ein deutlich vernehmbares Poltergeräusch an der luftgefederten Hinterachse zutage. Im Vergleich ist die Federung des Sportbrake recht straff geraten. Auf der Habenseite dieser Abstimmung stehen die geringen Aufbaubewegungen selbst bei heftigen Bodenwellen. Doch besonders wellige Fahrbahnoberfl ächen lassen die XF-Karosserie kaum zur Ruhe kommen. Positiv: Beide Kombis verfügen ab Werk über eine Niveauregulierung, die das Heck auch bei hoher Zuladung auf Normalniveau hält. Die vielfältig einstellbaren Komfortsitze des 5er (2260 Euro) sowie der bessere Geräuschkomfort küren den Münchner in diesem Test zum spürbar komfortableren Auto.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 520d TouringJaguar XF Sportbrake 2.2D
Sitzkomfort vorn150140120
Sitzkomfort hinten1007673
Ergonomie150120120
Innengeräusche503836
Geräuscheindruck1008480
Klimatisierung504541
Federung leer200156136
Federung beladen200152138
Kapitelbewertung1000811744

 

Motor und Getriebe

Obwohl der 2,2 Liter große Selbstzünder im Jaguar 70 Nm und 16 PS mehr entwickelt als der Bayern-Diesel, nimmt der XF dem 5er für den Sprint auf Tempo 100 mit 8,4 Sekunden gerade eine Zehntelsekunde ab. Dafür fährt ihm der Touring bei freier Bahn mit einer Spitze von 220 zu 214 km/h davon und kommt mit einer Reichweite von 1045 km fast 200 Kilometer weiter. Grund hierfür ist nicht nur der größere Tank, sondern auch der um 0,8 Liter geringere Verbrauch. Interessant: Mittlerweile funktioniert die Start-Stopp-Automatik im BMW auch bei Minustemperaturen, allerdings arbeitet das System des Briten deutlich ruckärmer. Zudem lässt es sich mithilfe des Bremspedaldrucks überlisten, den Motor im Stand ungewollt abzustellen. Obwohl beide Kombis auf die bekannt gute ZF-Automatik setzen, hinterlässt das Getriebe im 5er einen besseren Eindruck. Während die Automatik im BMW flink durch die acht Gänge zappt, dreht der Motor im XF Sportbrake die Übersetzungsstufen unnötig hoch aus. Selbst ein sanfter Pedaldruck veranlasst das Getriebe, nach einer Gedenksekunde mehrere Gänge zurückzuschalten, anstatt das üppige Drehmoment des Diesels zu nutzen und aus dem Drehzahlkeller herauszubeschleunigen.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 520d TouringJaguar XF Sportbrake 2.2D
Beschleunigung150109110
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit1506863
Getriebeabstufung1009085
Kraftentfaltung503838
Laufkultur1006260
Verbrauch325254239
Reichweite252116
Kapitelbewertung1000642611

 

Fahrdynamik

Eine faustdicke Überraschung landet der neue XF Sportbrake im Kapitel Fahrdynamik. Er kann den komfortorientierten 5er in allen objektiven Messpunkten hinter sich lassen. Einen nicht unmaßgeblichen Anteil daran haben die optionalen 18-Zoll-Räder im Format 245/45 R 18, die der Raubkatze nicht nur bessere Bremswerte, sondern auch höhere Kurvengeschwindigkeiten ermöglichen. Das Resultat: Sowohl im Slalom als auch auf der Handlingstrecke liegt der Jaguar vorn. Anzukreiden ist ihm allerdings die zu leichtgängige hydraulische Lenkung, die den Fahrer nahezu vollkommen im Unklaren darüber lässt, wie es um das Gripniveau an der Vorderachse bestellt ist. Die im Vergleich zum BMW größeren Lenkwinkel machen den XF zudem unhandlicher. Obwohl der Touring mit einer elektro-mechanischen Lenkung ausgerüstet ist, glänzt er mit einer geradezu vorbildlichen Rückmeldung. Gleichstand herrscht dagegen bei der Güte der Regelsysteme, die sich bei beiden in zwei Stufen deaktivieren lassen und die Kombis mit recht späten, aber sehr feinfühligen Eingriffen allzeit sicher auf Kurs halten. Aus der 1750 Euro teuren Allrad-Lenkung kann der BMW im Vergleich zum Jaguar zumindest in puncto Wendekreis keinen Profit schlagen.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 520d TouringJaguar XF Sportbrake 2.2D
Handling1505860
Slalom1006168
Lenkung1008575
Geradeauslauf504244
Bremsdosierung302118
Bremsweg kalt1508287
Bremsweg warm15090107
Traktion1004447
Fahrsicherheit150125125
Wendekreis2089
Kapitelbewertung1000616640

 

Umwelt und Kosten

Wer Jaguar XF Sportbrake fahren möchte, den es im Gegensatz zur Limousine ausschließlich mit Dieseltriebwerken gibt, muss mindestens 48.550 Euro in die Hand nehmen. BMW verlangt für den 520d Touring samt der im Testwagen verbauten Sport-Automatik 46.400 Euro. Die Aufpreisliste des BMW hält noch deutlich mehr Features als die des Briten bereit, die 60.000 Euro-Marke lässt sich aber bei beiden mühelos überschreiten. Der dreijährigen Jaguar-Fahrzeuggarantie folgen nur sechs Jahre Garantie gegen Durchrostung sowie drei für die Mobilität. Die geringeren Werkstattkosten sowie die günstigeren Versicherungseinstufungen bringen dem BMW deshalb den Kapitelsieg.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 520d TouringJaguar XF Sportbrake 2.2D
Bewerteter Preis675120129
Wertverlust501313
Ausstattung252323
Multimedia503125
Garantie/Gewährleistung502022
Werkstattkosten201511
Steuer1087
Versicherung403227
Kraftstoff554240
Emissionswerte252222
Kapitelbewertung1000326319

 

Fazit

Addiert man alle Punkte zusammen, kommt unterm Strich ein deutlicher Sieg für den BMW 520d Touring heraus. Dabei liefert der Jaguar XF Sportbrake 2.2D eine ordentliche Vorstellung ab. Der Münchner ist aber schlicht und ergreifend ein bemerkenswert gutes Auto, das fast alles noch eine Spur besser kann. Er bietet mehr Platz für die Insassen, hinterlässt den noch etwas hochwertigeren Eindruck, verbraucht weniger und verwöhnt mit einem Spitzen-Komfort. Dem hat der Jaguar die in fast jeder Hinsicht bessere Fahrdynamik entgegenzusetzen – mit Ausnahme der gefühllosen Lenkung. Eine reizvolle Überlegung sind beide Kombis, allein schon wegen des schicken Designs.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 520d TouringJaguar XF Sportbrake 2.2D
Summe500031352974
Platzierung12

Tags:
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