BMW 5er und Mercedes E-Klasse im Vergleich: 518d vs. E 200 BlueTEC Trink-Kultur

21.11.2014
Inhalt
  1. KAROSSERIE
  2. FAHRKOMFORT
  3. MOTOR/GETRIEBE
  4. FAHRDYNAMIK
  5. UMWELT/KOSTEN
  6. FAZIT
  7. Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Neuer Einstieg in die Münchener Oberklasse: Der geräumige BMW 518d benötigt im Test nur 6,7 Liter – ohne Komfortverzicht. Sein härtester Rivale: der ebenfalls sparsame Mercedes E 200 BlueTEC

Nicht immer muss die automobile Oberklasse unerschwinglich sein. BMW 5er und Mercedes E-Klasse gibt es bereits für rund 40.000 Euro. Und in den günstigsten Versionen 518d und E 200 BlueTEC sind die knapp fünf Meter langen Limousinen sogar schon mit sparsamen Dieselmotoren bestückt, die es auf Normverbräuche von deutlich weniger als fünf Litern bringen.

Doch genügen 150 PS (BMW) oder gar nur 136 PS (Mercedes) eigentlich für adäquates Vorankommen? Zum Vergleichstest bestellten wir den Bayern und den Schwaben mit den aufpreispflichtigen Automatik-Getrieben.

 

KAROSSERIE

Die ausgewachsenen Formate der beiden süddeutschen Oberklässler spürt man auch in ihren Innenräumen. Vier Erwachsene können mit viel Gepäck über lange Strecken sehr bequem reisen, ohne dass Platzbeschwerden aufkommen. Bei der Zuladung bietet der BMW mehr Reserven (502 zu 462 Kilogramm), dafür nimmt es der Kofferraum der E-Klasse mit 20 Liter zusätzlichem Gepäck auf (540 zu 520 Liter). Verarbeitungsqualität, Materialauswahl und Lederausstattung schaffen in beiden Innenräumen eine sehr noble Atmosphäre, die im Mercedes insgesamt einen Tick luftiger wirkt.

Herrscht beim Platzangebot noch etwa Gleichstand, zeigt sich die Bedienbarkeit komplett unterschiedlich. In der E-Klasse werden Assistenten und Bordcomputer über die Lenkradtasten und das Tachodisplay verwaltet. Navi, Radio und Online-Funktionen steuert man dagegen etwas umständlich über den Drehregler in der Mittelkonsole und das verspiegelte Zentraldisplay.

Der BMW mit seinem 26 Zentimeter großen Farbbildschirm (Navi Professional: 3000 Euro) protzt dagegen immer noch mit dem Nonplusultra aller modernen Multimedia-Systeme. Selbst bei Vollausstattung mit allen elektronischen Helfern wirft dieses Prinzip mit dem iDrive-Touchcontroller keine Fragen auf. Hinzu kommt das hervorragend Head-up-Display für 1390 Euro. Die SplitView-Funktion (1190 Euro), die gleichzeitig unterschiedliche Bildschirminhalte für Fahrer und Beifahrer zeigt, gibt es nur im Benz.

 

FAHRKOMFORT

Auch wenn sich Ergonomie, Geräuschkomfort und Klimatisierung schon in der Basisversion als standesgemäß präsentieren – wer echtes Oberklassegefühl genießen will, kommt um die elektronisch einstellbaren Fahrwerke nicht herum. Bei BMW kostet die dynamische Dämpferkontrolle 1300 Euro. Sie hält zwei sehr wirkungsvolle Sport- und zwei harmonische Komfortstufen bereit, die fast an die Luftfederung von Mercedes heranreicht.

Für die Airmatic verlangen die Schwaben 2023 Euro und verwandeln die E-Klasse E-Klasse damit in ein gelassenes Cruisermobil, das besonders mit schlechtesten Straßen bestens klarkommt. Überhaupt vermittelt die E-Klasse auch wegen des unschlagbar sanften Anfahrkomforts der Siebenstufen-Automatik spürbare Gelassenheit durch und durch. Im Vergleich zum BMW federt sie auch im beladenen Zustand überragend.

Der Sitzkomfort ist allerdings im größeren BMW-Gestühl besser. Vielfach einstellbar nehmen einen die 630 Euro teuren Sportsitze auf Wunsch fester in die Zange und zeigen sich auch auf sehr langen Etappen als absolut rückenschonend. Dafür bietet Mercedes klimatisierte Aktiv-Multikontursitze (1523 Euro) an, die die vorderen Passagiere vor allem mit ihrer Massagefunktion verwöhnen.

 

MOTOR/GETRIEBE

Nach wie vor dient bei BMW der 518d als Einstiegsmotorisierung. Doch statt bisher 143 PS liefert der überarbeitete Zweiliter-Diesel jetzt glatte 150 PS bei weniger Spritkonsum (EU-Normverbrauch: 4,2 Liter). Untermotorisiert fühlte sich der 5er schon vorher nicht an. Doch ist der Leistungsvorteil zum 136 PS starken E 200 BlueTEC in der Praxis kaum zu spüren.

Der BMW schafft den Sprint aus dem Stand auf Landstraßentempo in 9,0, der Mercedes in 9,3 Sekunden. Und hier wie dort erreicht man auch die 200-km/h-Marke auf der Autobahn problemlos. Kein Wunder – stellt ja der 2,1 Liter große Langhuber von Mercedes ein ebenso üppiges Drehmoment von 360 Nm wie der BMW-Motor bereit. Die Siebenstufen-Automatik des Schwaben (2559 Euro) kann in Sachen Direktheit allerdings nicht mit der Achtstufen-Variante von ZF mithalten.

Die kostet im BMW 2250 Euro extra und kann mit Druck auf den Fahrerlebnisschalter ihren Charakter von ultrasanft auf knackig scharf ändern. Überragend ökonomisch fährt der zudem im Eco-Pro-Modus samt Segelfunktion, den man allerdings nach jedem Neustart wieder aktivieren muss. Der senkt den Verbrauch auf der Testrunde der AUTO ZEITUNG auf durchschnittlich 6,7 Liter – wohlgemerkt inklusive Vollgasanteils auf der Autobahn.

Für die gleiche Prüfung verlangt der E 200 BlueTEC immer noch vorbildliche 7,1 Liter Diesel je 100 Kilometer. Zusammen mit dem 59-Liter-Tank langt das für realistische Reichweiten von mehr als 800 Kilometern. Weil der BMW 518d einen 70 Liter großen Kraftstoffvorrat hat, sind hier sogar Etappen im vierstellige Kilometerbereich an der Tagesordnung.

 

FAHRDYNAMIK

Auch wenn das Adaptiv-Drive-Paket mit den aktiven Stabilisatoren für das Einstiegsmodell 518d nicht zu haben ist, so zeigt sich der 5er doch als potente Fahrmaschine. Die Integral-Aktivlenkung (1750 Euro) arbeitet sehr präzise und lässt den 860 Kilogramm schweren Vorderbau des Müncheners spielerisch einlenken. Dabei bleibt der Bayer auch im Grenzbereich absolut neutral und durcheilt den Slalomparcours deutlich schneller als die E-Klasse.

Die wirkt mit den 245 Millimeter breiten Conti-Sportreifen zwar keinesfalls unsportlich, muss aber wegen der etwas indirekteren Lenkung und des weniger straffen Fahrwerks zurückstecken. Auf dem 3,8 Kilometer langen Handlingkurs verliert sie so 1,5 Sekunden. Bei den Bremswerten kann Mercedes aber wieder punkten: Auch nach mehreren Vollbremsungen aus 100 km/h bleibt die Anlage standhaft und bringt den fast 1,9 Tonnen schweren Stern nach 34,9 Metern zum Stehen. Da ist selbst der BMW-Fahrer verblüfft, dessen Bremse sich aber auf dem Handlingkurs besser dosieren lässt.

 

UMWELT/KOSTEN

Den neuen BMW 518d gibt es als Limousine schon für 40.100 Euro – das sind 2500 Euro weniger als der meistgekaufte 520d mit 190 PS kostet. Nur unwesentlich teurer ist der Mercedes E 200 BlueTEC mit 41.263 Euro. In der Grundausstattung sind beide Modelle ähnlich üppig bestückt. Leichtmetallräder mit Reifendruckkontrolle sind ebenso Standard wie die Zweizonen-Klimaautomatik oder eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Und bei der E-Klasse gibt es von Haus aus LED-Scheinwerfer, bei BMW immerhin Xenonlicht.

Auf Wunsch können in den Preislisten etliche Kreuze für Luxus-Ausstattung und moderne Sicherheitssysteme gemacht werden, die die Anschaffungspreise wie im Fall der Testwagen fast verdoppeln. Bei Versicherungseinstufungen und Garantieleistungen liefert der Mercedes die besseren Argumente, durch Steuer, Kraftstoffkosten und Wertverlust holt sich der BMW aber den knappen Kapitelsieg und untermauert damit auch seine Gesamtführung.

 

FAZIT

Der Einstieg in die Oberklasse bedeutet weder bei BMW noch bei Mercedes gleich Verzicht. Schwachbrüstig wirken die Dieselmotoren jedenfalls selbst mit Automatik-Getrieben nicht.

Weil der 518d etwas stärker, schneller und dynamischer ist als sein Gegner aus Stuttgart, gilt er auch mit Basismotor als fahraktiveres Auto. Auch dank der Achtstufen-Automatik von ZF arbeitet er obendrein sparsamer und gewinnt am Ende diesen Vergleichstest.

Mercedes schafft es dafür auch beim E 200 BlueTEC, den eigenständigen und gediegenen Charakter der Schwaben zu untermauern. Und im Komfort macht dem Mercedes so schnell keiner was vor, auch wenn der BMW hier auf gleichem Niveau spielt.

 

Technische Daten & Gesamtbewertung als PDF zum nachlesen

Markus Schönfeld

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