BMW 5er 2016 & Audi A6 2017: Neue Rivalen der E-Klasse Business-Dress

27.09.2013
Inhalt
  1. NEUER 5er: EIN GROSSER SCHRITT IM DESIGN
  2. A6: MEHR CHARAKTER, MEHR SPORTLICHKEIT
  3. BREMST AUTOMATISCH AUCH FÜR FUSSGÄNGER

Gut fürs Image und die Reise: Die Nachfolger von BMW 5er und Audi A6, die demnächst auf die E-Klasse von Mercedes treffen, offerieren uns aufregendes Design und Fahrkomfort der Extraklasse

Auch wenn das Geld in diesen unruhigen Zeiten nicht mehr so locker sitzt: Wer es sich leisten kann, greift beim Dienstwagen oder beim Privatkauf immer noch gern zur gehobenen deutschen Mittelklasse, die genau den Status, Stil und Langstreckenkomfort bietet, den gestresste Manager, Familienvorstände oder solvente Jungdynamiker erwarten. BMW 5er, Audi A6 und Mercedes E-Klasse, die zudem, wenn auch graduell unterschiedlich, eher feines, sozial  verträgliches  Understatement statt Glitzer und Glamour pflegen, passen da heute perfekt.

Untereinander machen sich die drei aber heftig Konkurrenz, und ihre Platzierung in den deutschen Verkaufscharts dieses Jahres entspricht aktuell exakt der gerade genannten Reihenfolge: Von Januar bis Ende Juli wurden bei uns 26.149 5er neu zugelassen, dahinter folgt die A6-Reihe (24.601) und dann erst kommt die E-Klasse. Richtig, ganz früher, also vor 20 Jahren oder so, war das völlig anders – als Statussymbol kam da nur ein Mercedes, das Auto mit Stern, in Frage. Heute zeigt BMW oft mehr Eleganz als Mercedes, und aus der bayrischen Biedermann-Marke Audi ist ein cooles Label geworden.


WICHTIGER FÜR DEN ERFOLG: TOLLES AUSSEHEN


Doch hier ist nichts zementiert, bei Nachfolgemodellen kann das Pendel auch fix in die andere Richtung schwingen. Viel wichtiger als früher ist gutes Aussehen – das Händchen des Chefdesigners entscheidet heute dramatisch über Erfolg oder Misserfolg. Der Haken ist jedoch, dass die Neuen auch den auf Chrom und Prunk geeichten Chinesen gefallen müssen, die immer höhere Verkaufsanteile halten. Unabhängig davon setzt BMW-Designchef Adrian van Hoydoonk beim 5er-Nachfolger erfreulicherweise auf rassige Sportlichkeit. Der Neue wird bei aller Eleganz viel dynamischer als das aktuelle Auto.

Fingerzeige gibt die in Zusammenarbeit mit Pininfarina entstandene Studie Gran Lusso Coupé, die uns BMW im Mai vorgestellt hat. Denn wie zu hören ist, zeigt diese atemberaubende deutsch-italienische Koproduktion etliche Linien der neuen 5er-Reihe, die im März 2016 bei der großen Party zum 100. Geburtstag der Marke BMW als automobiles Edelgeschenk enthüllt und ab September verkauft werden soll – der neue Touring folgt dann ein knappes Jahr später.

 

NEUER 5er: EIN GROSSER SCHRITT IM DESIGN

Feine Finesse umstrahlt die Nieren, die sich nun im forcierten Haifischnasen-Stil nach vorn recken. Die skulpturhaften Seitenpartien mit trickreichen Licht- und Schattenspielen erinnern an italienische Steinmetzkunst, das Heck verdichtet pure Kraft. Die schmalen LED-Scheinwerfer mit dem gewollt bösen Blick zeigen die BMW-typischen Corona-Ringe mal anders, der scharfe Schlund des chromigen Lufteinlasses giert nach Highspeed-Fahrtwind. Drinnen soll die horizontal fließende Anordnung von Linien und Flächen des schlanken, auf den Fahrer gerichteten Armaturenbretts für großzügiges Raumgefühl sorgen. Mehr Platz, speziell im Fond, schafft auch der um fast drei Zentimeter verlängerte Radstand des neuen 5er, der wie der 7er-Nachfolger die neue 35up Plattform nutzt. Wobei der 5er in der Länge nur um rund zwei Zentimeter auf etwa 4,93 Meter zulegt, die Höhe verringert sich leicht um einen Zentimeter. Und er soll, so die interne Vorgabe, durch den Einsatz von kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK) rund 100 Kilo leichter werden. Dach, Türen und große Teile der Bodengruppe – alles CFK.

Motorisch kommt auch vieles anders, es erscheint schon die neue Triebwerks-Truppe, die sich aus 500-cm3 -Modulen aufbaut und sehr effizient sein soll. Die neuen Zweiliter Vierzylinder-Benziner (B48) decken ein Spektrum von 190 bis 250 PS ab, die Dreiliter-Sechszylinder liegen mit einfacher Aufladung zunächst zwischen 310 und 370 PS. Für Westeuropa (inklusive Deutschland) könnte hier als sparsames, aber spritziges Einstiegstriebwerk zur Halbzeit der neuen Baureihe sogar der inzwischen über 200 PS starke, hochdrehende 1,5-Liter-Dreizylinder (B38) der Marke auftauchen. Und der Sportler M5 soll weiterhin mit einem Achtzylinder fahren.

Die Diesel: Zweiliter-Vierzylinder (B37) mit rund 150, 187 und 225 PS sowie Dreiliter-Sechszylinder mit 265 und 320 PS. Der Dreiliter-Triturbo, aktuell bei 381 PS, dürfte auf 400 PS/750 Nm zulegen. Dazu gibt es ab 2017 zwei Plug-in-Hybride mit bis zu 65 Kilometer Elektroreichweite – in Westeuropa mit dem 225 PS starken Diesel gekoppelt, in Amerika und China mit dem 245-PS-Turbobenziner. Und auch sonst will BMW alle Register ziehen: mobiles Internet mit LTE-Geschwindigkeit, seitliche Infrarot-Heizflächen für schnelle kuschlige Wärme im Winter und ein vorausschauendes, per Navi gesteuertes Antriebsmanagement, mit dem die Automatik vor jeder anstehenden Kurve prophylaktisch den richtigen Gang einlegt.

 

A6: MEHR CHARAKTER, MEHR SPORTLICHKEIT

Auch  beim Audi A6 marschiert die Optik mehr in die dynamische Richtung. Der Neue, der nach der IAA 2017 starten könnte (Kombi Avant ein halbes Jahr später), soll sich mit speziellen Charakterkanten und mehr Sportsgeist endlich klarer vom A4 absetzen – heute sind  die beiden im Rückspiegel kaum noch auseinander zu halten. Garantiert werden die ersten Entwürfe mit dem neuen skulpturalen, im Motorsport-Stil eingezogenen Singleframe-Grill unter dem neuen Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg  sogar noch einmal verschärft. Zumal auch die komplette Schulterpartie des A6 viel massiver herausgearbeitet wird. In der Länge soll die Business-Limousine nur rund drei Zentimeter auf 4,95 Meter zulegen – im Radstand jedoch um rund fünf Zentimeter. Sie nutzt die zweite Generation des Modularen Längsbaukastens (MLB Evo), die flexibel alternative Antriebe erlaubt. Und mit einem neuem Materialmix wird der A6, der schon jetzt etliche Aluminiumteile hat (Hauben, Kotflügel), nochmal 50kg leichter.

Motorisch gibt es neue verbrauchsgünstige Einstiegsversionen, zum Beispiel den 1,8-Liter-Vierzylinderturbo mit 180 PS und die neue 184-PS-Version des dieselnden Vierzylinder Zweiliter-TDI. Darüber dürfte bei den Selbstzündern auch die hubraumgleiche, derzeit schon 240 PS starke Biturbo-Version des Vierzylinder-TDI zum Einsatz kommen, wobei der Motor sogar Potenzial bis 280 PS hat. Etliche andere Triebwerke kommen in überarbeiteter Form an Bord. So bietet der Dreiliter-TDI jetzt 258 statt 245 PS und soll deutlich weniger verbrauchen. Gleich zwei Plug-in-Hybridversionen mit aufladbarer Lithium-Ionen-Batterie und bis zu 50 km E-Reichweite sollen zu haben sein. Nummer eins dürfte die Kombination aus einem rund 85-kW-E-Motor und einem Sechszylinder mit 210 PS sein, Nummer zwei dockt statt des Benziners den Dreiliter-V6-Biturbodiesel mit 313 PS an.

 

BREMST AUTOMATISCH AUCH FÜR FUSSGÄNGER

Und sonst? Wie der renovierte A8 kann man im neuen A6 die schlauen Matrix-LED-Scheinwerfer ordern. Auch einen WLAN-Hotspot zum freien Surven und Mailen mit mobilen Endgeräten soll es geben. Dazu diverse neue Audi Connect-Online-Dienste und ein weiterentwickeltes Pre Sense-Frontsystem, das nicht nur bei drohenden Autokollisionen bremst, sondern auch blitzschnell auf Fußgänger und Radfahrer reagieren soll.

Computerdesign: De Lusi (2), Jean-Francois Hubert (1)

Wolfgang Eschment

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