BMW 520d und Jaguar XF 2.2D im Test BMW 520d und Jaguar XF 2.2D

07.10.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Jaguar spendiert dem aktuellen XF einen Vierzylinder-Turbodiesel mit 190 PS. Genau der richtige Triebsatz, um dem erfolgreichen BMW 520d die Kunden abzujagen

Die steile Karriere der XF-Baureihe der britischen Traditionsmarke Jaguar kann sich sehen lassen. Mit dem Jaguar XF haben die Engländer ihre verstaubten Roben abgelegt und sich in moderne Gewänder gehüllt. Das zeigt sich sowohl bei der scharf gezeichneten Karosserie als auch bei der Technik.

Selbst vor einem Vierzylinder-Turbodiesel in der Oberklasse schreckt in Conventry niemand mehr zurück. Dass genau dieser Antrieb äußerst attraktiv sein kann, beweist der beeindruckende Erfolg des BMW 5er gegen Mercedes E-Klasse und Audi A6. Im Test zeigt der neue Jaguar, wie gut er sich mit seinem 190-PS-Antrieb gegen den 184 PS starken 5er schlägt.

 

Karosserie

Keine Frage, die elegante Karosserie des Jaguar mit coupéhafter Dachlinie hat ihren optischen Reiz. Aber genau diese nach hinten abfallende Dachlinie führt dazu, dass die Fondpassagiere weniger Kopffreiheit genießen als die Gäste auf der Rückbank des BMW. Ohnehin fällt der Jaguar XF eine halbe Nummer kleiner aus als der Fünfer, den Laien gern mit dem großen Siebener verwechseln. Fahrer und Beifahrer haben in der süddeutschen Limousine neben mehr Kopffreiheit vor allem mehr Bewegungsfreiheit zur Seite.

Angenehm einfach gelingt die Bedienung im Fünfer-Cockpit. Über den zentralen iDrive-Drehregler hat der Fahrer Zugriff auf alle relevanten Menüpunkte. Durch die Kombination von Ansteuerung per Touchscreen und vereinzelten Tasten auf der Mittelkonsole gestaltet sich die Bedienung des Jaguars nicht ganz so leicht wie die des BMW 5er.

Und der Bayer hat noch mehr Trümpfe im Ärmel. Er überzeugt mit der umfangreicheren Sicherheitsausstattung – unter anderem mit dem neuen Unfallfrüherkennungssystem Active Protection (310 Euro). Zudem punktet er mit seiner grundsoliden Verarbeitung. Beim Jaguar stören Details wie die im Arrangement aus Leder und Aluminium deplatziert wirkende Plastikeinlage in der unteren Speiche des Lenkrads.

KarosserieMax. PunkteBMW 520d Jaguar XF 2.2D
Raumangebot vorn1008878
Raumangebot hinten1009077
Übersichtlichkeit704848
Bedienung/ Funktion1008368
Kofferraumvolumen1004346
Variabilität1001313
Zuladung/ Anhängelast803836
Sicherheit15011098
Qualität/ Verarbeitung200187180
Kapitelbewertung1000700644

 

Fahrkomfort

Bisher überzeugten XF-Modelle mit ihrer harmonischen Federung. Die Vierzylinder-Variante verspielt jedoch die Vorschusslorbeeren auf den ersten Metern. Das sanfte Ansprechverhalten, das man Jaguar-Modellen nachsagt, bietet der XF-Testwagen nicht. Selbst auf ordentlich gepflegten Autobahnabschnitten kommt seine Karosserie nicht zur Ruhe.

Das fällt vor allem dann auf, wenn der direkte Vergleich zum BMW möglich ist. Der Fünfer tariert mit seinen fein abgestimmten Federelementen und den adaptiven Dämpfern (1.300 Euro) sämtliche Unebenheiten gekonnt aus. Zudem bleiben Fahrwerks-, Wind- und vor allem Motorgeräusche deutlich zurückhaltender als beim Jaguar.

Auch der Aufpreis von 2.260 Euro für die perfekt anliegenden, extrem vielfältig einstellbaren Komfortsitze des Müncheners ist eine lohnende Ausgabe. Die Jaguar-Sportsitze mit Soft-Grain-Leder – Bestandteil des Sport-Interieur- Pakets (5.400 Euro) – fallen da im Vergleich recht schmal und insbesondere teuer aus.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 520d Jaguar XF 2.2D
Sitzkomfort vorn150134120
Sitzkomfort hinten1008373
Ergonomie150126112
Innengeräusche504036
Geräuscheindruck1007970
Klimatisierung504242
Federung leer200160146
Federung beladen200158148
Kapitelbewertung1000822747

 

Motor und Getriebe

Der kleine Vierzylinder unter der Haube des Jaguar legt sich kräftig ins Zeug. Beim Sprint liegt der Jaguar XF mit dem BMW noch nahezu gleichauf. Oberhalb von Tempo 100 schiebt sich der Brite trotz 90 Kilogramm Mehr-Gewicht Meter um Meter nach vorn. Wie im BMW sorgt eine Achtstufenautomatik von ZF für perfekte Anschlüsse und sanfte Gangwechsel. Nur der XF verfügt jedoch über ein exzellent arbeitendes Start-Stopp-System.

Aber auch ohne ist der BMW 520d einen halben Liter sparsamer. Der größte Unterschied zwischen den beiden Kraftquellen liegt aber in deren Laufkultur. Während der BMW-Motor unter Last bis in hohe Drehzahlregionen angenehm leise und vibrationsarm seine Kraft abgibt, kommentiert der Jaguar-Vierzylinder jeden Gasbefehl mit brummigen Ansauggeräuschen, die nur beim Dahingleiten in den Hintergrund rücken.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 520d Jaguar XF 2.2D
Beschleunigung150114113
Elastizität10000
Höchstgeschwindigkeit1507372
Getriebeabstufung1009088
Kraftentfaltung503333
Laufkultur1007770
Verbrauch325245235
Reichweite251918
Kapitelbewertung1000651629

 

Fahrdynamik

Das wohlwollend als sportlich zu bezeichnende, straff abgestimmte Fahrwerk des Jaguar XF sorgt auf dem kurvigen Handlingparcours für gute Stimmung. Äußerst spurstabil zieht der Brite seine Bahn, bleibt im Grenzbereich erfreulich neutral und zeigt zudem ein präzises Einlenkverhalten. Lediglich die Lenkung dürfte eine Spur mehr Rückmeldung bieten.

In diesem Punkt hat der Fünfer zwar das Quäntchen mehr Gefühl im System, aber dafür drängt sein vom ESP kontrolliertes Heck stärker und frühzeitig nach außen. Der Jaguar rollt auf 18-Zoll-Reifen und unterstreicht seine souveräne Vorstellung mit sehr standfesten und wirkungsvollen Bremsen. Vor allem die Verzögerungswerte mit warmer Anlage von 34 Metern aus Tempo 100 überzeugen. Der BMW dagegen steht auf der 17-Zoll-Serienbereifung und benötigt über zwei Meter mehr.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 520d Jaguar XF 2.2D
Handling1507071
Slalom1006666
Lenkung1008979
Geradeauslauf504444
Bremsdosierung302121
Bremsweg kalt15093104
Bremsweg warm15088110
Traktion1004447
Fahrsicherheit150125125
Wendekreis2089
Kapitelbewertung1000648676

 

Umwelt und Kosten

Die Preispolitik der Briten ist sehr selbstbewusst. Bereits der Grundpreis des Jaguar rangiert 2.000 Euro über dem des 520d mit Automatik. Auch die Aufpreise für Extras wie etwa die Metalliclackierung liegen deutlich über den Summen, die BMW verlangt. Versicherungs- und Kraftstoffkosten sprechen ebenfalls für den Bayer, der obendrein zwar keine sonderlich guten, aber dennoch bessere Garantiebedingungen bietet.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 520d Jaguar XF 2.2D
Bewerteter Preis675135129
Wertverlust501514
Ausstattung251514
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502017
Werkstattkosten201612
Steuer1087
Versicherung402518
Kraftstoff554039
Emissionswerte258788
Kapitelbewertung1000361338

 

Fazit

Der Jaguar XF Diesel 2.2D spricht die sportlichen Charaktere an. Seine sehr guten Bremsen und sein sicheres sowie agiles Handling überzeugen. Dennoch entscheidet der BMW 520d diesen Wettstreit für sich. Platzangebot, Sitz- und Federungskomfort sind schlichtweg besser. Zudem arbeitet sein Vierzylinder-Turbodiesel nicht nur sparsamer, sondern läuft auch erheblich kultivierter. Im Augenblick ist der 5er von BMW kaum zu schlagen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 520d Jaguar XF 2.2D
Summe500031823034
Platzierung12

Tags:
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