BMW 428i vs. Mercedes E 250 im Vergleichstest der Mittelklasse Schönheitsideal

11.10.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Die neue BMW 4er-Reihe lässt die lange Tradition der Mittelklasse-Coupés aus München fortleben. Im Vergleich muss sich der elegante Zweitürer dem umfangreich überarbeiteten Mercedes E-Klasse Coupé stellen

Zweitürige Coupés zählen immer noch zu den elegantesten Fortbewegungsmitteln überhaupt. Praktischer als reinrassige Sportwagen und weniger profan als konventionelle Limousinen, stehen sie für eine dynamische wie gepflegte Art der Mobilität. BMW schickt mit dem 4er ein komplett neues Modell ins Rennen um die Krone im ertragreichen Segment der Premium-Mittelklasse-Coupés. Die Baureihe mit der ungewohnten Ziffer beerbt das über viele Jahre erfolgreiche 3er Coupé und stellt sich als 428i dem Vergleichstest. Unter dessen langer Haube verbirgt sich ein Vierzylindermotor mit zwei Liter Hubraum, Turboaufladung und einer Leistungsausbeute von 245 PS, die im Fall unseres Testwagens über eine Achtstufen-Automatik an die Hinterräder übertragen wird.

Der Kontrahent ist ein etablierter, ebenfalls sehr erfolgreicher Vertreter seiner Zunft: das Mercedes E-Klasse Coupé. Der Schwabe tritt ebenfalls mit einem aufgeladenen Zweitliter-Turbo-Vierzylinder (211 PS, 350 Nm) und Automatik-Getriebe an. Welcher der beiden edlen Schönlinge ist in unserem Vergleichstest das bessere Auto?

 

Karosserie

Der 428i und das E 250 Coupé liegen, was die reine Außenlänge angeht, mit 4,63 zu 4,70 Metern annähernd gleichauf. Dennoch sind die Innenräume der Zweitürer unterschiedlich geschnitten. Die wichtigste Gemeinsamkeit: Der bevorzugte Platz ist in beiden Kontrahenten in der ersten Reihe, sprich vorn, zu suchen. Hier offerieren sowohl der 4er als auch das E-Klasse Coupé ähnliche Platzverhältnisse, wobei der Mercedes eine Spur weniger Kopffreiheit als sein Münchener Widersacher bietet. Ganz anders sieht die Sache im Fond aus. In Reihe zwei stellt der BMW deutlich mehr Raum bereit. Dies gilt vor allem für die Beinfreiheit, was auf den um fünf Zentimeter längeren Radstand zurückzuführen sein dürfte. In puncto Kopffreiheit sollten in beiden Coupés keine Wunderdinge erwartet werden. Die flach auslaufenden Dachlinien fordern an dieser Stelle nun mal ihren Tribut. Und auch der Einstieg nach hinten ist hier wie da nur mit einiger körperlicher Flexibilität zu meistern.

Auf sehr hohem Niveau liegt in den zwei Viersitzern die Material-und Verarbeitungsqualität. Der Preisklasse angemessen, finden wir zumeist hochwertige Kunststoffe vor, die durchweg akribisch zusammengefügt sind. In keinem der beiden knistert oder klappert es selbst auf schlechten Straßen, was auch für die Karosseriesteifigkeit der Wettbewerber spricht. Einen Vorteil kann der 4er in der Bedienung für sich verbuchen. Er profitiert von dem über die Jahre hinweg immer weiter optimierten iDrive-Bedienkonzept, dessen zentraler Dreh-/Drücksteller – analog zu anderen aktuellen BMW – eine berührungsempfindliche Oberfläche aufweist, die mit dem Finger geschriebene Buchstaben in Windeseile erkennt. Das Eingeben von Adressen ins Navigationssystem wird damit zum Kinderspiel. Die leicht verworrene Bedienlogik des Mercedes erfordert hingegen etwas mehr Eingewöhnung, stellt den Benutzer jedoch ebenfalls selten vor echte Rätsel.

Traute Einigkeit herrscht abermals beim Nutzwert: Mit 445 (BMW) beziehungsweise 450 (Mercedes) Liter Kofferraumvolumen erweisen sich 428i und E 250 Coupé als voll reisetauglich.

KarosserieMax. PunkteBMW 428i CoupéMercedes E 250 Coupé
Raumangebot vorn1008077
Raumangebot hinten1003330
Übersichtlichkeit704446
Bedienung/ Funktion1008681
Kofferraumvolumen1003534
Variabilität1003937
Zuladung/ Anhängelast803135
Sicherheit1509594
Qualität/ Verarbeitung200178179
Kapitelbewertung1000621613

 

Fahrkomfort

Trotz aufpreispflichtiger Sportfahrwerke mit adaptiven Dämpfern, mit denen die zwei Aspiranten den Vergleichstest antreten, geben sich weder der BMW noch der Mercedes auf unseren herausfordernden Komfortstrecken eine Blöße. Im leeren wie auch im beladenen Zustand federn beide ordentlich an und leiten nur wirklich grobe Anregungen in die Karosserien weiter. Die marginalen Differenzen: Unbeladen beruhigt sich die Karosserie des BMW nach kurz aufeinanderfolgenden Stößen etwas schneller, während der Mercedes voll beladen auf extrem schlechten Pfaden etwas mehr Reserven bietet und erst ein wenig später an die Grenzen seiner Federung stößt.

Dafür findet man im BMW 4er Coupé den leicht besseren Sitzkomfort vor. Das gilt vor allem für die hinteren Passagiere, die sich über eine äußerst bequeme Rücksitzanlage freuen dürfen, die obendrein mehr Seitenhalt als die harten, wenig konturierten hinteren Sitznischen des E-Klasse Coupés bereitstellt. Und auch die aufpreispflichtigen Sportsitze des BMW (550 Euro) sind eine Nuance komfortabler als die enger geschnittenen Multikontursitze (512 Euro), mit denen der Mercedes den Test bestreitet.

Schade nur, dass die Fahrgastzelle des BMW bei hohen Geschwindigkeiten überaus hellhörig ist. Lästige Wind-, Fahrwerks- und Abrollgeräusche sind erheblich stärker wahrnehmbar als im besser gedämmten Mercedes und können auf langen Autobahnfahrten zum echten Störfaktor werden.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 428i CoupéMercedes E 250 Coupé
Sitzkomfort vorn150137132
Sitzkomfort hinten1003732
Ergonomie150121118
Innengeräusche503533
Geräuscheindruck1007584
Klimatisierung503441
Federung leer200138136
Federung beladen200135136
Kapitelbewertung1000712712

 

Motor und Getriebe

Der BMW 428i trägt unter seiner Haube – anders als seine Bezeichnung es vermuten lässt – keinen 2,8 Liter großer Reihensechszylinder. Als Kraftquelle dient ihm vielmehr ein aufgeladener Vierzylinder mit zwei Liter Hubraum, der 245 PS produziert und ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern entwickelt. Und auch wenn eingefleischte Sechszylinder-Fans es nicht gern lesen: Der Motor macht seine Sache richtig gut. Das Einzige, was man ihm vorwerfen könnte, ist, dass er von der Laufkultur und dem emotionaleren Klangbild her nicht ganz an die viel gelobten Sechsender herankommt – das war’s dann aber auch schon. Ansonsten beschleunigt der Direkteinspritzer das immerhin 1573 Kilogramm schwere Coupé äußerst nachdrücklich auf seine per elektronischer Fessel vordiktierte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Dabei legt das Triebwerk eine ausgeprägte Drehfreude an den Tag und geht zudem effizient mit Kraftstoff um, wie der durchschnittliche Testverbrauch von 8,9 Litern je 100 km beweist.

In harmonischer Eintracht mit dem Motor verbunden ist in unserem Fall das Achtstufen-Sportautomatikgetriebe, das den Aufpreis von 2350 Euro durchaus wert ist. Denn es wechselt die Übersetzungen sehr rasch und hält auch im automatischen Modus in den meisten Situationen die richtige Fahrstufe bereit.

Dem Mercedes hingegen fehlt es schlicht an Leistung, um dem BMW im Motorkapitel gefährlich zu werden. Genauer gesagt: Der ebenfalls zwei Liter große Turbo des Mercedes E 250 Coupés leitet bei gleichem maximalen Drehmoment 34 Pferdestärken weniger an die Hinterachse als der 428i. Das wirkt sich naturgemäß negativ auf die Beschleunigung aus. Dementsprechend verliert der Stuttgarter auf den Münchener beim Standardsprint von null auf 100 km/h ganze zwei Sekunden. Bis 160 km/h hinkt er gar mit 4,4 Sekunden hinterher. Darüber hinaus agiert das serienmäßige Siebenstufen-Automatik-Getriebe des E-Klasse Coupés deutlich weniger spontan – was für den manuellen und automatischen Modus gleichermaßen gilt. Ansonsten verwöhnt die Mercedes-Antriebseinheit mit einem sehr guten Geräuschkomfort, und auch der Durst hält sich mit durchschnittlich 9,2 Litern in Grenzen.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 428i CoupéMercedes E 250 Coupé
Beschleunigung150131116
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1008985
Kraftentfaltung504138
Laufkultur1006668
Verbrauch325213207
Reichweite251213
Kapitelbewertung1000642617

 

Fahrdynamik

Seinen dynamischen Charakter unterstreicht der BMW auch auf dem Handlingkurs. Dank seiner nahezu paritätischen Gewichtsverteilung von 50,2 zu 49,8 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse sowie der präzisen Sportlenkung (300 Euro Aufpreis) lässt sich das Coupé agil durch jedwede Art von Kurve dirigieren. Das Einlenkverhalten ist vorbildlich spontan. Dazu ist der BMW 428i resistent gegen Lastwechselreaktionen und mit reichlich Traktion gesegnet. Als sehr zuverlässig erweist sich auf der Rundstrecke ferner die Bremsanlage. Sie verzögert nachdrücklich und lässt auch nach einigen schnell gefahrenen Runden nichts von ihrem Biss vermissen.

Der Mercedes ist seinerseits ebenfalls gänzlich frei von Tücken, aber eben weniger dynamisch unterwegs. Beim Einlenken fühlt sich das E-Klasse Coupé trotz der gleichfalls präzisen, wenn auch etwas leichtgängigen Lenkung behäbiger an. Dazu fehlt es ihm beim Herausbeschleunigen aus Kurven schlicht an Dampf, und auch die Bremsleistung reicht nicht ganz an die des 4er Coupés heran. Die Konsequenz: Der Mercedes fährt dem BMW auf unserem Handlingkurs mit einem Respektabstand von 2,4 Sekunden hinterher.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 428i CoupéMercedes E 250 Coupé
Handling1508678
Slalom1007070
Lenkung1008986
Geradeauslauf503840
Bremsdosierung302421
Bremsweg kalt1509587
Bremsweg warm150112102
Traktion1005052
Fahrsicherheit150129130
Wendekreis201012
Kapitelbewertung1000703678

 

Umwelt und Kosten

Guter Geschmack ist selten ein billiges Vergnügen. Das gilt auch für die beiden schicken Zweitürer von BMW und Mercedes. Die ohnehin nicht gerade niedrigen Grundpreise lassen sich durch viele verlockende Optionen in ungeahnte Sphären schrauben. So finden sich in der Preisliste des 4er Coupés Schmankerl wie LED-Scheinwerfer für 1900 Euro oder das Navigationspaket ConnectedDrive für 3100 Euro wieder. Mercedes verlangt für Extras wie das Panorama-Schiebedach rund 1690 Euro oder für das Fahrassistenz-Paket 2678 Euro extra.

Bei den laufenden Kosten kann sich der BMW durch den geringeren Kraftstoffverbrauch und günstigere Versicherungseinstufungen einen kleinen Vorteil erarbeiten. Zudem fallen die zu erwartenden jährlichen Werkstattkosten günstiger aus. Mercedes hingegen gewährt die kundenfreundlicheren Garantieleistungen. Dadurch sichert er sich seinen einzigen Kapitelsieg in diesem Test.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 428i CoupéMercedes E 250 Coupé
Bewerteter Preis675128127
Wertverlust501412
Ausstattung252023
Multimedia503032
Garantie/Gewährleistung502027
Werkstattkosten201512
Steuer1099
Versicherung403432
Kraftstoff553534
Emissionswerte252122
Kapitelbewertung1000326330

 

Fazit

Vier gewinnt: Dem neuen BMW 428i gelingt eine Punktlandung, denn er entscheidet das prestigeträchtige Duell um die Krone im Segment der Premium-Mitteklasse-Coupés für sich. Zum einen, weil er alle klassischen BMW-Tugenden mitbringt wie beispielsweise eine hoch ausgeprägte Agilität und einen kraftvollen, effizienten Motor. Zum anderen ist der Zweitürer innen erstaunlich geräumig und auch auf langen Strecken bequem. Dass er obendrein im Unterhalt deutlich günstiger ist, sichert seinen Vorsprung endgültig ab.

Dem ausgereiften Mercedes E 250 Coupé bleibt nur der ehrenwerte zweite Platz – wobei seine Reize unbestritten sind. Die eleganteste Variante der E-Klasse begeistert durch ihre wohltuende Unaufgeregtheit, was vornehmlich auf das Konto der ausgewogenen Antriebseinheit geht. Und auch qualitativ ist der Mercedes immer noch eine Bank.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 428i CoupéMercedes E 250 Coupé
Summe500030042950
Platzierung12

Tags:
Philips Autostaubsauger
UVP: EUR 104,99
Preis: EUR 85,89 Prime-Versand
Sie sparen: 19,10 EUR (18%)
Auto Hundedecke
UVP: EUR 50,99
Preis: EUR 34,99 Prime-Versand
Sie sparen: 16,00 EUR (31%)
Autobatterie-Ladegerät
UVP: EUR 69,86
Preis: EUR 65,49 Prime-Versand
Sie sparen: 4,37 EUR (6%)
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.