BMW 428i Gran Coupé: Fahrbericht des Vierers mit vier Türen Vereint das Beste

16.06.2014

Mut zur Lücke oder maximale Verwirrung? Als Coupé heißt ein BMW 3er mittlerweile 4er, bekommt gleich darauf aber wieder vier Türen und wird nun BMW 4er Gran Coupé getauft. Wir klären bei einer ersten Ausfahrt, ob das noch Sinn macht. Fahrbericht

Den Namenszusatz „Gran Coupé“ hat BMW ja schon einmal vergeben: Beim 6er bezeichnet dieser Titel den unnachahmlich sexy daherkommenden Ableger mit vier Türen. Wer nun aber vermutet, dass die Bayern dasselbe Rezept einfach eine Stufe weiter unten auch beim 4er Coupé versuchen, der wird beim ersten Kontakt mit dem neuen 4er Gran Coupé herb enttäuscht.

 

BMW 428i Gran Coupé: die gemeinsame Schnittmenge

Ohne einen 3er zum direkten Proportions-Vergleich könnte das Gran Coupé glatt als eine klassische Stufenheck-Limousine der Mittelklasse durchgehen, die lediglich besonders elegant gelungen ist. Erst beim genauen zweiten oder dritten Hinsehen fällt auf, dass dieser 3er die subtilen Designmerkmale des 4er Coupés trägt und sich die feinen Spalte der Heckklappe bis zum Dach ziehen.

Eine glamouröse Show-Maschine wie das 6er Gran Coupé ist das 4er Gran Coupé aber nicht. Und bei dieser ernüchternden Erkenntnis angekommen, stellt man sich die Frage: Welchen Sinn macht ein 4er Gran Coupé, dessen wesentliche Merkmale von seinen engsten Brüdern jeweils besser beherrscht werden? Klassische Limousine,  dynamisches Coupé, praktischer Kombi und polarisierender GT – für das Gran Coupé scheint da kein Platz mehr zu sein.

Zögernd starten wir also einen Rundgang. Und stellen fest, dass diese rundum rahmenlosen Türen und die flache Dachlinie das Auto irgendwie viel besser dastehen lassen als die im Vergleich recht klassische Limousine. Die serienmäßig elektrisch betätigte Heckklappe schwenkt auf, und wir starren verblüfft in ein enormes Gepäckabteil, das die Limousine völlig ins Hintertreffen geraten lässt und in vielen Transportfällen sogar den Kombi in Frage stellt.

Ein echtes Handwerker-Ladewunder ist der Touring allerdings auch nie gewesen. Einstieg in den Fond. Jawohl, zu viert auf die Langstrecke gehen ist hier kein Problem, wer die schiere Länge des 3er GT nicht braucht, dürfte sich wohl ohne langes Überlegen lieber das energiegeladene 4er Gran Coupé anlachen als den wunderlichen Reise-Dreier mit dem langen Radstand.

Dann starten wir den sonor brummenden Zweiliter-Turbo des 245 PS starken 428i. Und als uns jetzt das handfeste Drehmoment und die perlende Drehfreude des Vierzylinders in den Sitz pressen, ist uns klar, dass wir vielleicht doch langsam über das Aussterben der Sauger-Reihensechser hinwegkommen. Wieselflink räubert das Gran Coupé über verschlungene Bergstraßen – das zweitürige 4er Coupé wäre hier kaum lustvoller unterwegs. Spätestens jetzt hat das Auto unsere Sinnfrage beantwortet.

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Unser Fazit

Das 4er Gran Coupé vereint das Beste der 3er/4er-Baureihe: viel Funktion, gepaart mit Dynamik und Eleganz.

Johannes Riegsinger

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