BMW 435i Cabrio: Fahrbericht, Bilder & technische Daten Power-Cruiser

04.03.2014

Für die erste Ausfahrt im neuen 4er Cabriolet empfiehlt BMW die 306 PS starke Sechszylinder-Version: Kultiviert, durchzugsstark und geschliffen präsentiert sich der offene Power-Cruiser charakterstark und ganz in sich ruhend. Fahrbericht

Hinter uns verschwindet das Erwachsenen-Disneyland Las Vegas langsam im Rückspiegel, nichts als einsame Wüsten-Highways voraus. – Schon dass BMW sich diese Gegend der Welt  ausgesucht hat, um mit dem 4er Cabriolet die populäre Mittelklasse-Baureihe zu komplettieren, stellt klar, wie man den offenen Viersitzer einschätzt: Hauptmarkt sind die USA, selbst die Cabrio-süchtigen Märkte in England und Deutschland spielen für die Stückzahlen des Traditions-Cabriolets eine Ferner-liefen-Rolle.

 

Routiniertes Handling – Pflicht bei BMW

Und dann ist da ja auch noch das Straßen-Profil der Wüste: Tempolimitiert zwischen 35 und 80 Meilen pro Stunde (55 bis 130 km/h), schlurft der BMW 435i über die schwindelerregend breiten Highways und kleinen Nationalpark-Straßen. Vom BMW-typischen Handling-Fahrspaß bleibt hier nicht viel übrig. Immer nur dann, wenn sich die Straße mit dem typisch gelben Mittelstrich für ein paar Meilen über die Hügel zwischen den roten Felstürmen des Indianerlands schlängelt, lässt das BMW Cabrio für einen kurzen Moment durchscheinen, wie willig und agil es die Richtung wechselt, wie komponiert und sicher es auch sportlichere Fahrweise aufnimmt. 

Für kleine Zwischensprints hängt sich der Dreiliter-Turbo-Reihensechszylinder ganz energisch ins Zeug, mit knochentrockenem Reibeisen-Sound schlenzt er das 1800-Kilogramm-Cabrio voran. Die Achtstufen-Automatik unseres Testwagens (Aufpreis: 2150 Euro) agiert dann ganz hellwach und setzt die Schalt-punkte kaum wahrnehmbar sowie mit exzellentem Timing. Aber dann lauert weit voraus schon wieder eine schwarz-weiße Motorhaube zwischen den Dornbüschen – und der Bezirks-Sheriff versteht bei Temposündern keinen Spaß.

Cruising  heißt  also  das  Gebot  der Stunde. Und wer nun verächtlich die Nase rümpft – auch anständig langsam fahren will gekonnt sein. Die Zeiten sind noch gar nicht so lange her, als BMW mit stolzgeschwellter Freude-am-Fahren-Brust knüppelharte Sportfahrwerke als Normal-Set-up präsentierte. Und mit einem solchen Chassis würden wir uns jetzt über den grob gekörnten Asphalt der Wüstenstraße schinden, ständig das feine Vibrieren der grieselnden Fahrbahn in den Händen, jede Querfuge, jede Bodenwelle als nutzlose Überinformation im Rücken. Gerade für das neue 4er Cabrio hat BMW aber auf einen dem Fahrzeugkonzept angemessenen Fahrkomfort geachtet.

Das Resultat ist eine Abstimmung, die ohne einen Hauch von Diffusität oder Desinteresse unverkennbar fahrspaßorientiert funktioniert, im Zweifelsfall aber immer die Sinne für die Umgebung öffnet und weniger zum fokussierten Fahren an sich verpflichtet. Und genau das möchte man doch in einem Cabrio haben: Dach runter, das Cockpit voller Wind und Duft, einen blauen Cinemascope-Himmel über sich. BMW ist hier beim Metall-Klappdach-Prinzip des Vorgängers geblieben und hat für den geschlossenen Einsatz noch einmal eine bessere Geräuschdämmung erreicht.  Der Hauptunterschied ist jedoch beim Öffnen und Schließen zu finden: Das geht nun bis 18 km/h – gegenüber den teilweise über 50 km/h der Stoffdach-Konkurrenz schafft der 4er also immer noch nicht den spektakulären Dach-auf-Stunt im fließenden Stadtverkehr.

Dafür ist er groß und praktisch, das optionale Windschott wird hinter den Fondsitzen verstaut, hier gibt es auch eine große Durchreiche zum Laderaum. Liegt dort übrigens das gefaltete Dach, kann es auf Knopfdruck etwas angehoben werden, um den Zugang zum Gepäckabteil zu vergrößern. Aufwendig und langsam, aber doch praktisch. Die Evolution des viersitzigen Premium-Cabrios läuft also weiter – und BMW ist nun wieder mit einem stimmungsvollen Angebot weit vorn dabei. 

Unser Fazit

Mehr Komfort und Größe gegenüber dem Vorgänger – damit trifft BMW beim 4er Cabrio ins Schwarze. Das voluminöse, aufwendige Metall-Klappdach wurde weiter verbessert.

Johannes Riegsinger

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